Was für eine Woche! Ein Rückblick

Veröffentlicht am 09.11.2024 in Bundespolitik

Der Donnerstag am 7. November 2024 begann mit einem jähen Erwachen. Die USA haben mit Donald Trump einen Mann zum Präsidenten gewählt, den die Welt in dieser Situation nicht braucht. Am späten Nachmittag des 7. November folgte dann der Knall in Deutschland. Dem Land in der westlichen Welt, von dem die anderen Völker glauben, dass hier immer eine ordentliche Regierung am Ruder ist. Ein umfassende aber auch eigenwillige Betrachtung von Hajo Guhl

Olaf Scholz, seines Zeichens Bundeskanzler der Ampel, wirft in einem für ihn außergewöhnlichen Temperamentsausbruch seinen Finanzminister hinaus. Christian Lindner war verdattert, wundert sich anschließend, dass ein Scholz diese „außerordentliche“ Rede und Pressemitteilung so gut vorbereitet hatte. Dabei vergaß der (egomane) FDP-Mann wohl, dass er mit einem 18-seitigen Papier(!) den Rauswurf selbst provoziert hatte.

Inzwischen war es 8. November! Die Unions-Politiker warfen der Ampel Unfähigkeit vor und riefen nach schnellen Neuwahlen. Das ist ihr gutes Recht, aber kaum für die Republik zielführend. Robert Habeck meldete sich als Kanzler-Kandidat für die Grünen an. Darauf folgte die Meinung von Sarah Wagenknecht. Sie war dagegen.

Der Sonnabend 9. November 2024 sollte ursprünglich dem Mauerfall gewidmet sein. 35 Jahre ist es inzwischen her, dass Günther Schabowski mit den Worten „Ich glaube ab sofort“ den Sturm der Anwohner auf den Antifaschistischen Schutzwall (Mauer) auslöste. Auch wenn heute einige Gestrige und andere eine eigene Meinung haben: Für das geteilte Land im Herzen Europa war es eine Erlösung.

Ganz Europa hat davon profitiert. Droht diese Freiheit allerdings in der Folge der Moskauer „Spezial-Operation“ sprich Krieg des Moskowiter Zaren Putin wieder zu verspielen! Appeasement-Politik hat noch nie was gebracht. Diktatoren und Potentaten sind nämlich partiell taub und unglaublich dumm. Merke: Der Kreml-Herrscher will die Grenzen des Sowjet-Reiches von 1945 wieder zurück.
Das sollte wir „Nie vergessen!“ Das ist auch 9. November. Diese Worte sind leider zur hohlen Phrase verkommen. Heute! Mit der „Reichskristall-Nacht“ lösten Nazis im November 1938 das nächste Kapitel der Judenverfolgung und schließlich ihrer Vernichtung in den Konzentrationslagern aus. Was sonst noch am 9. November geschah: 1918 rief der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann am Berlinner Stadtschloss die Weimarer Republik aus, Im Jahre 1848 forderten die Delegierten in der Frankfurter Paulskirche Demokratie und Einigung des zersplitterten Deutschlands...

Eine „Kleinigkeit“ ist in dem Getümmel Ereignissen, Experten-Analysen, Politiker-Statements, und sonstigen Aussagen etwas untergegangen. Die Ministerpräsidenten der Länder der östlichen Bundesrepublik haben sich nämlich am Freitag 8. November getroffen und sind zu dem folgenden Schluss gekommen: Sie fordern mehr Bemühungen zur Gewinnung ausländischer Fachkräfte. Das sei von besonderer Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung nicht nur in den Ostländern. Hindernisse für die Gewinnung internationaler Fachkräfte, zum Beispiel bei Visa-Verfahren oder bei der Anerkennung von Berufsabschlüssen, müssten dringend abgebaut werden.

Der Hintergrund: Die ostdeutschen Bundesländer leiden besonders stark unter dem Geburtenknick. Für zwei Menschen, die in Rente gehen, rückt im Moment nur etwa einer nach. Die Zuwanderung in den vergangenen Jahre habe „wenig für den Arbeitsmarkt gebracht“.

Dazu der Bericht eines Mediziners aus Syrien, der vor Jahren als Flüchtling in unser ach so tolerantes Land kam! „Meine Geschichte ist schnell erzählt. Meine Familie und ich sind syrische Kriegsflüchtlinge. Wir wurden im Landkreis Oder Spree untergebracht. Uns wurde die Integration bedauerlicherweise erschwert".

Unsere beruflichen akademischen Dokumente und Familienangehörige sind bei einem Bombenangriff vernichtet worden. Bei den für uns zuständigen Behörden sprach niemand englisch. Mir wurde ein Putzjob angeboten. Meine Frau sollte ebenfalls putzen.

Dass ich als Professor der Kardiologie wieder arbeiten darf, habe ich Berliner Ärzten zu verdanken. Denn diese haben sich in den Unterkünften umgesehen. Und uns heraus geholt. Meine Frau ist heute eine erfolgreiche Architektin.“

 
 

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