Brandenburg 2025: Weniger Straftaten

Veröffentlicht am 24.03.2026 in Allgemein

Die Zahl der polizeilich registrierten Straftaten ist im vergangenen Jahr in Brandenburg weiter zurückgegangen. Laut Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) 2025 sank sie um 5,7 Prozent auf 166.508 Straftaten (2024: 176.641 Straftaten). Verstöße gegen das Ausländerrecht herausgenommen, markieren die 151.124 Straftaten (2024: 156.720, -3,6 Prozent) einen historischen Tiefstwert. Die Aufklärungsquote lag bei 57,7 Prozent (2024: 58,4 Prozent). Man muss jedoch genauer hinschauen, um sich ein Bild zu machen, was auch der Realität entspricht. Denn die Grundannahmen, die Ausländer seien kriminell und die Straßen immer unsicherer, stimmen so nicht.

Straftaten im Detail

Diebstahl

Knapp ein Drittel der Gesamtkriminalität machen Diebstahlsdelikte aus. Sie sanken um 4,5 Prozent (2024: 53.021; 2025: 50.612) und haben damit fast den Tiefststand aus dem Jahr 2021 (50.572) erreicht. Im Vergleich zum Jahr 2011 sanken die Fälle bis 2025 um 39,5 Prozent (-32.993).

Die Zahl der Autodiebstähle liegt niedriger (2024: 2.180, 2025: 1.724; -20,9 %). Die Fahrraddiebstähle nahmen ab, von 7.548 auf 2024: 8.591, -12,1 %, im Jahre 2024 und damit so niedrig wie noch nie seit Erhebung der Statistik. Zum Vergleich: Im Jahr 1996 wurden 29.392 Fälle von Fahrraddiebstählen registriert.

Gestiegen ist dagegen die Zahl der Wohnungseinbrüche (2024: 2.557, 2025: 3.164, +23,7 %). Zwei Drittel der Fälle des Wohnungseinbruchdiebstahls liegen in den Gemeinden/Städten des Speckgürtels rund um Berlin (2025: 2.074 Fälle).

Ausländerrecht

Die Zahl der Straftaten gegen Aufenthalts-, Asyl- und Freizügigkeitsgesetz ist zwar im Jahr 2025 um 22,8 Prozent auf 15.384 (2024: 19.921) gesunken, bewegt sich aber weiterhin auf hohem Niveau. Die Aufklärungsquote liegt in diesem Bereich bei 98,9 Prozent (2024: 99,6 %).

Häusliche Gewalt

Der häufigste Tatort bei Gewaltkriminalität mit fast einem Viertel (24,3 %) der Fälle ist die Wohnung. Die Fälle von Häuslicher Gewalt sind um 5,2 Prozent gesunken auf 6.434 (2024: 6.790). Zum Tod von fünf weiblichen Opfern im Bereich der Häuslichen Gewalt wurden 2025 die Ermittlungen abgeschlossen.

Die Fälle der Gewaltkriminalität bleiben weiter auf einem hohen Niveau und sind um zwei Prozent auf 5.443 (2024: 5.335) gestiegen. Unter dem Begriff Gewaltkriminalität werden verschiedene vollendete oder versuchte Delikte zusammengefasst, die der mittelschweren bis schweren Gewaltkriminalität – wie beispielsweise gefährliche und schwere Körperverletzung, Mord, Totschlag oder Vergewaltigung – zuzuordnen sind.

Gewalt an Schulen

Die Zahl der Opferdelikte an Schulen ist um 52 Fälle (-3,3 %) auf 1.531 zurückgegangen, wobei sich anteilig auch die Zahl der Fälle von vorsätzlich einfachen Körperverletzungen im Schulkontext um 11,6 Prozent auf 754 Fälle (-99) reduzierte. Gestiegen ist dagegen die Zahl der Tatverdächtigen (1.591, +15), gesunken die Opferzahl um 147 auf 1.732. Die Zahl der Opferdelikte bewegt sich weiterhin auf hohem Niveau, mehr als jedes zehnte Opfer ist dabei eine Lehrkraft.

Gewalt gegen Polizisten, Rettungskräfte

Nach dem Höchststand aus dem vergangenen Jahr sind Gewalttaten gegen Polizeibeamte zwar zurückgegangen (2024: 1.492, 2025: 1.365), es ist jedoch der zweithöchste je erfasste Wert, das entspricht rund vier Fälle pro Tag, an denen Polizisten angegriffen werden. Bei den Gewalttaten gegen Feuerwehr- und Rettungskräfte ist der Höchstwert von 2024 (72) noch einmal auf 73 Fälle gestiegen.  

Pornografie etc.

Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung nahmen im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahr um 18,5 Prozent auf 3.344 Fälle (+522) zu. Im Wesentlichen war die Entwicklung auf zunehmende Fälle der Verbreitung, des Erwerbs, des Besitzes und der Herstellung Kinder- und Jugend pornographischer Inhalte zurückzuführen. Zu mehr als der Hälfte dieser Fälle wurden minderjährige Tatverdächtige (unter 18 Jahren) erfasst.

Rauschgift

Im sechsten Jahr in Folge ist ein Rückgang der Rauschgiftkriminalität zu verzeichnen (2024: 4.953; 2025: 3.045, -38,5 %), im Jahr 2025 hat sich dabei auch die Teillegalisierung von Cannabis im April 2024 erstmals auf ein volles Statistikjahr ausgewirkt. Die Zahl der Rauschgift-Toten ist im Vergleich zum Vorjahr um zwei auf 19 gestiegen.

Statistik richtig lesen

Die PKS ist eine sogenannte Ausgangsstatistik. Erfasst werden der Polizei bekannt gewordenen und zu Ende bearbeiteten Straftaten, einschließlich der mit Strafe bedrohten Versuche und der vom Zoll bearbeiteten Rauschgiftdelikte. Die statistische Erfassung erfolgt erst bei Abgabe an die Staatsanwaltschaft.  Der Bericht zur PKS ist hier abrufbar.

 
 

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