35 Jahre Städtebauförderung – Auferstanden aus Ruinen!

Veröffentlicht am 05.05.2026 in Landespolitik

Es war ein Markenzeichen der DDR. Plattenbauten in Trabantenstädten und verfallende Historie in den Zentren. Das beste Beispiel in Brandenburg ist das Holländische Viertel in Potsdam. Im Jahre 1989 dem Verfall preisgegeben und heute ein architektonisches Kleinod, das jedes Jahr die Besucher anlockt. Über vier Milliarden Euro haben Bund und Länder in den letzten 35 Jahren in die Sanierung von Gebäuden und Stadtteilen gesteckt. Über 400 Städte und Gemeinden haben seit 1991 von der Städtebaubeförderung profitiert. (Von Jörg Vogelsänger, Foto M.Heilmann) 

Am 8.Mai 2026 von 12:00 bis 18:00 Uhr findet dazu in der Erkneraner Friedrichstraße ein buntes Programm zu 35 Jahre Städtebauförderung statt.

Wohin wir den Blick im Jahr 1989 im (jetzigen) Landkreis Oder Spree oder MOL auch schweifen lassen. Die Gebäude abbruchreif und trist. Der Aufbruch in die Phase sozialistischer Menschengemeinschaft war zumindest optisch gescheitert.

Reaktion auf westdeutsche Bausünden

Der Wille, alte Kerne in den ostdeutschen Städten – damals neue Bundesländer (NBL) – wieder zu neuem Leben zu erwecken, kam nicht von ungefähr. In der alten Bundesrepublik war so etwas wie Reue zu spüren, was den eigenen Städtebau betraf. Ganze Stadtviertel wurden in den späten Fünfziger und Anfang Sechziger Jahren platt gemacht oder nicht wieder aufgebaut. Da wichen wertvolle Fachwerkhäuser Kaufhaustempeln aus Beton, Wohnhäuser aus der Gründerzeit breiten Straßen und Bürovierteln.

Zurück ins Jahre 1989: Besonders dramatisch war die Situation im historischen Altlandsberg. Heute finden im sanierten Zentrum und dem neu gestalteten Schlossparkgelände zahlreiche Veranstaltungen mit tausenden Besuchern statt.

Lieblingsprojekt des Soldatenkönigs

Das Holländische Viertel in Potsdam mit seinen 134 Gebäuden aus dem 18. Jahrhundert stand kurz vor dem Abriss. Preußens „Soldatenkönigs“ liebte Holland und wollte etwas davon „importieren“. Das in sich geschlossene Quartier sollte auch niederländische Handwerker nach Potsdam locken. Aber die "Migranten" kamen nicht in der gewünschten Zahl. So zogen französische und preußische Handelsvertreter, Künstler und Soldaten in die malerischen Häuser. Heute ist es ein Touristenmagnet.

Erkner, die Industriestadt vor den Toren Berlins war 1989 grau in grau. Der neu gestaltete Kirchvorplatz ist heute Beispiel für eine gelungene Städtebauförderung. Mit dem neuen integrierten Stadtentwicklungskonzept 2040 weitere Projekte geplant.

Die gute Nachricht zum Thema Städtebauförderung: Es geht weiter. Mehr noch. Der Bund will langfristig mehr Mittel für die Städtebauförderung bereitstellen.

 
 

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