Bevölkerungsentwicklung: Schwund trotz Babys

Veröffentlicht am 12.01.2018 in Landespolitik

Ende 2016 lebten in Brandenburg 2,495 Millionen Menschen. Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilt, gewann das Land im Jahr 2016 fast 10 000 Einwohner (0,4 Prozent) hinzu und ist damit das dritte Jahr in Folge gewachsen. Ein paar Zahlen...

Soweit die positive Nachricht. Dennoch werden es immer weniger Brandenburger! Auch im Jahre 2016 starben deutlich mehr Menschen als geboren wurden, sodass das Land ein Geburtendefizit von –9.900 Personen aufweist. Den größten Bevölkerungsrückgang gab es im Landkreis Oder-Spree (–3.500). Die Flüchtlinge verzerrten die Statistik etwas. In LOS befindet sich die zentrale Erstaufnahmeeinrichtung des Landes für Flüchtlinge. Diese werden als Zuzug oder Fortzug in die Bevölkerungsstatistik eingerechnet.

Drang an den Rand der Metropole

Die Landflucht jenseits des Speckgürtels um Berlin hält an, jedoch wirkte sich der Zuzug rund um die Metropolregion Berlin positiv auf die Bevölkerungszahl aus . Es zogen 20 900 Menschen mehr nach Brandenburg als das Land verließen. Außerdem wurden in Brandenburg 20 900 Kinder geboren. Das ist der höchste Wert seit der Wiedervereinigung.

Seit der Wende ist in Brandenburg nicht nur die Lebenserwartung des einzelnen gestiegen. Die Gesellschaft wird insgesamt älter. Im Vergleich zum Vorjahr stieg 2016 das durchschnittliche Alter der Brandenburger Bevölkerung um 32 Tage auf knapp 46,9 Jahre an.

Wir werden älter

Das Durchschnittsalter variiert zwischen den Kreisen zum Teil sehr deutlich. 2016 war, wie bereits im Vorjahr, Potsdam der mit Abstand jüngste Verwaltungsbezirk in Brandenburg. Hier waren die Menschen im Durchschnitt 42,7 Jahre alt. Der zweitjüngste Verwaltungsbezirk war der Landkreis Havelland mit einem Durchschnittsalter der Bevölkerung von 45,7 Jahren.

Über sechseinhalb Jahre älter als in der Landeshauptstadt waren die Menschen im Landkreis Spree Neiße. Dort betrug das durchschnittliche Lebensalter 49,3 Jahre.

Die Landeshauptstadt boomt

Potsdam war nicht nur der jüngste Verwaltungsbezirk in Brandenburg. Er ist auch der einzige, in dem ein Geburtenüberschuss (390) verzeichnet wurde. Außerdem wuchs die Landeshauptstadt stärker als alle anderen kreisfreien Städte und Landkreise. Der Bevölkerungszuwachs betrug gegenüber dem Vorjahr fast 4 100 Personen. Das höchste Geburtendefizit wies der Landkreis Elbe-Elster (–850) auf.

Was wird getan? Womit müssen wir rechnen?

Dazu erklärt die Sprecherin der SPD-Fraktion für Demografie, Britta Müller: „Brandenburg erlebt einen Anstieg der Geburtenzahlen auf den höchsten Wert seit 1990 – das ist die beste Nachricht. Immer mehr Menschen vertrauen offenkundig in die Zukunft unseres Landes und bekommen Kinder. Dies zeigt auch, wie gut die öffentliche Daseinsvorsorge in diesem Bereich ist – von der Schwangerenbetreuung über die Netzwerke Gesunde Kinder bis hin zur frühkindlichen Bildung. Der Geburtenanstieg bringt zugleich die Herausforderung mit sich, in den nächsten Jahren für mehr Plätze in Kitas und Schulen zu sorgen. Nicht alle Regionen Brandenburgs wachsen allerdings, und das Durchschnittsalter steigt insgesamt. Deshalb müssen wir auch die Versorgung und Angebote für ältere Menschen aufrechterhalten und ausbauen; bei Ärzten, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen ebenso wie bei der gesellschaftlichen und kulturellen Teilhabe. Beiden großen Aufgaben stellen wir uns mit dem kommenden Nachtragshaushalt für 2018 und weiteren Weichenstellungen: So werden Kitas und Schulen mit Landesmitteln ausgebaut und personell gestärkt; zugleich investiert Brandenburg zusätzliches Geld an den Klinikstandorten. Unser Land ist auf dem richtigen Weg – und es ist attraktiv.“

Quelle: Erste Bevölkerungszahlen zum Stichtag 31.12.2016 sind in den statistischen Berichten unter www.statistik-berlin-brandenburg.de abrufbar.

 
 

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