Bio-Vielfalt: Wie sieht es in den Wäldern der sandigen Mark aus?

Veröffentlicht am 22.05.2018 in Umwelt

Der Tag der biologischen Vielfalt ist für Brandenburgs Forstleute ein Anlass, um für ihr wichtigstes Projekt eine Zwischenbilanz zu ziehen. Das Waldumbauprogramm des Landes ist und bleibt ein Generationenprojekt. Erst nach dem Mauerfall konnten Forstwissenschaftler die notwendige Umwandlung von reinen Kiefernwäldern in Laub-Nadelholzwälder in Angriff nehmen.

Fakten Zahlen Ergebnisse

  • Brandenburg verfügt über 1,1 Millionen Hektar Wald. Mit einem Baumartenanteil von über 70 Prozent Kiefer gehört Brandenburg zu den Ländern mit den strukturärmsten Wäldern. Die sind besonders gefährdet gegenüber Forstschadinsekten und Waldbränden.
  • Bereits 1990 begann in Brandenburg der systematische Waldumbau. In den vergangenen 27 Jahren bepflanzten Waldarbeiter rund 84.000 Hektar mit Setzlingen unterschiedlicher (Laub-)Baumarten. Bislang zahlten EU-, Bund- und das Land Mittel in Höhe von 503 Millionen Euro.
  • Die Wahl einer Baumart für den Waldumbau ist vom Standort und von der Wasserversorgung der Böden abhängig. Nicht alle Baumarten sind auf allen Böden gleichermaßen gut für den Waldumbau geeignet. Für die richtige Entscheidung stehen dem Waldbesitzer Hilfestellungen in Form von geeigneten Bestandszieltypen zur Verfügung.
  • Für die Kiefer, die - wo sie gute Standortbedingungen findet – weiter der „Brotbaum der märkischen Forstwirtschaft“ bleibt, sowie für Eiche und Buche wurden die Waldbaurichtlinien bereits überarbeitet. Weitere Baumarten folgen in Kürze. Die Entscheidungshilfen sind im Internet unter der Rubrik Forst und Jagd zu finden.

Mischwald als Schutz vor Wetterkapriolen

Durch Klimaveränderungen werden die Naturgefahren wie Sturmschäden, Waldbrände und Insektenkalamitäten zunehmen. Kiefernreinbestände sind stärker gefährdet als Mischbestände.

Der Waldumbau trägt zur Stabilisierung der Waldbestände und zur Risikominimierung bei. Die Ergebnisse der 2012 durchgeführten landesweiten Waldinventur zeigen, dass für die nächsten 20 bis 30 Jahre noch ein umfangreiches Umbaupotenzial vorhanden ist. Wirtschaftlich sinnvoll ist der Waldumbau erst in mittelalten und alten Beständen.

Neben der Saat und Pflanzung von Laubbäumen hat auch die Nutzung der Naturverjüngung eine große Bedeutung, die jedoch nur gelingt, wenn eine intensivere Bejagung des Schalenwilds erfolgt. Gegenwärtig ist fast die Hälfte der jungen Pflanzen noch durch Wildverbiss geschädigt.

Der Waldumbau ist Voraussetzung, um die Lebensräume waldbewohnender Tier- und Pflanzenarten zu etablieren, er begünstigt die Grundwasserneubildung und leistet bei der Renaturierung von Waldmooren einen wichtigen Beitrag.

Durch naturnahe Waldbaustrategien und die Integration von Biodiversität fördernden Maßnahmen soll die Vielfalt der norddeutschen Wälder in den Folgejahren weiterentwickelt werden.

Maßnahmen sind unter anderem die Fortführung des Waldumbaus, die Erhöhung des Tot- und Altholzanteils, Moorschutz sowie die Erhaltung forstlicher Genressourcen. Zur Prüfung der Wirksamkeit dieser Maßnahmen ist ein Monitoring auf Basis der Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur vorgesehen.

 
 

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