Brandenburgs Wälder in gutem Zustand - aber klimabedingte Schadereignisse nehmen aber zu

Veröffentlicht am 20.12.2017 in Umwelt

Brandenburgs Forstminister Jörg Vogelsänger hat Daten und Trends aus dem aktuellen Waldzustandsbericht vorgestellt. Die Wälder in Brandenburg zeigen sich überwiegend vital. Sie müssen aber zunehmend mit neuen Schaderregern und Witterungsextremen wie den beiden Herbststürmen „Xavier“ und „Herwart“ fertig werden.

„Wie die Ergebnisse der diesjährigen Waldzustandserhebung zeigen, geht es den Bäumen insgesamt gut“, betont Jörg Vogelsänger. „Vor allem die überdurchschnittlichen Niederschläge in diesem Jahr haben dazu beigetragen. Trotzdem ist die Gefahr für den Wald weiterhin groß. Von der Klimaerwärmung profitieren vor allem Pilze, die immer öfter Schäden wverursachen. Auch Witterungsextreme - wie die zwei kurz aufeinander folgenden Herbststürme in diesem Jahr - werden in Zukunft wahrscheinlich häufiger auftreten.“

 

Gegenwärtig weisen nur 9 Prozent der Waldfläche deutliche Schäden auf. 46 Prozent sind ohne Schäden. 45 Prozent sind der Warnstufe (Schadstufe 1) zuzurechnen. Damit gibt es gegenüber dem letzten Jahr keine Veränderungen und der Wald wird insgesamt als vital bewertet.

 

Bei den Baumarten gibt es jedoch Unterschiede. Die Kiefer konnte ihren Kronenzustand weiter verbessern. Der Anteil ohne Schäden ist um 3 Prozentpunkte gestiegen. Nur 5 Prozent weisen deutliche Schäden auf. Auch die Vitalität der Buchen hat sich weiter verbessert. 61 Prozent der Buchen sind ohne Schäden, 5 Prozent mehr als im Vorjahr. Nur 6 Prozent weisen deutliche Schäden auf.

 

Die noch im Vorjahr beobachtete Regeneration der Eichen setzte sich dagegen nicht fort. Nur ein Drittel der Eichen sind ohne Schäden, 5 Prozent weniger als 2016.

 

Insbesondere der Witterungsverlauf wirkt sich schnell und unmittelbar auf den Kronenzustand und damit auf die Vitalität der Bäume aus. Der kontinuierliche Anstieg der Lufttemperatur im 30-jährigen Mittel setzte sich auch in diesem Jahr fort. An den Waldklimastationen in Brandenburg wurde für die Niederschlagshöhe eine steigende Tendenz in den letzten Jahren festgestellt.

 

Pilzerkrankungen an Bäumen nehmen zu

 

Von einem feucht-warmen Klima profitieren vor allem pilzliche Schaderreger. So wurde in diesem Jahr erstmals das großflächige Auftreten der auch Nadelbräune genannten Rotbänderkrankheit im Süden Brandenburgs festgestellt. Der Pilz steht wegen seiner Gefährlichkeit auf dem Index der Quarantäne-Schadorganismen der EU. Auf der Südhalbkugel verursacht der Pilz vor allem an Kiefern erhebliche Schäden. Die Nadeln werden braun und die Bäume können nach mehrjährigem Befall absterben. In Brandenburg kommt die Rotbänderkrankheit gegenwärtig im Wald nur an Schwarz-und Bergkiefern, insbesondere auf den Kippenaufforstungen in Südbrandenburg, vor. Die heimische Kiefer ist bis jetzt nicht betroffen. Da eine Ausbreitung des Schaderregers durch Pilzsporen erfolgt, die durch Wind transportiert werden, sind Maßnahmen zur Eindämmung schwierig. Forstleute und Pflanzenschutzdienst arbeiten hier Hand in Hand, um eine Verbreitung auf andere Baumarten zu verhindern. Zuständig für die Überwachung von so genannten Quarantäne-Schädlingen ist der Pflanzenschutzdienst. Im Wald ist er dabei auf die Unterstützung der Förster angewiesen.

Übrigens auch andere pilzliche Schaderreger wie das Diplodia-Triebsterben verursachen, begünstigt durch das gegenwärtige Klima, erhebliche Schäden.

 

Überwachungsaufwand steigt

Der Aufwand für die Überwachung wird künftig weiter zunehmen. Forstleute und Pflanzenschützer wollen gemeinsam verhindern, dass sich fremde Arten mit hohem Schadpotenzial im Wald etablieren können.

 

Auf Grund der vorherrschenden Wuchsbedingungen sind die Kiefernwälder in Brandenburg durch Insekten und andere biotische Schaderreger sowie Waldbrand besonders stark gefährdet. Durch ein gezieltes Waldschutzmonitoring wird die Ausbreitung und Gefährlichkeit potenzieller Schaderreger überwacht. Über die Erfassung und Auswertung der Daten können zeitnah Prognosen zum Schadensverlauf abgeleitet und rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Moderne Technik hilft dabei. Bereits seit mehreren Jahren werden durch die Forstverwaltung dafür Satellitenbilder eingesetzt. Zukünftig sollen zur Erfassung großflächiger Schadereignisse und zur Überwachung von Schaderregern auch Drohnen zum Einsatz kommen. Darüber hinaus werden große Anstrengungen unternommen, um eine möglichst große Baumartenvielfalt zu schaffen, die Wälder fit für den Klimawandel machen.

 

Stürmische Zeiten

 

Neben den pilzlichen Schaderregern hatte der Wald in diesem Jahr unter den Herbststürmen „Xavier“ und „Herwart“ zu leiden. Mehr als eine Million Kubikmeter Sturmholz sind durch umgeworfene und abgeknickte Bäume angefallen. Der finanzielle Wert des geworfenen Holzes beläuft sich auf etwa 42 Millionen Euro. Der überwiegende Teil kann allerdings verwertet werden, sodass die Schadenssumme weitaus geringer ausfällt.

 

Einheitliches Bewertungsverfahren

 

Der Waldzustand wird jährlich mit einer Reihe von Indikatoren erfasst, aus denen ein Kronenzustandsindex abgeleitet wird. Die Vitalität wird auf einer Skala von „sehr gut“ über „gut“, „beeinträchtigt“, „beschädigt“ bis zu „gefährdet “ bewertet. Die Aufnahme erfolgt nach einer einheitlichen Methode an 42 Probepunkten eines systematischen Grundnetzes im Raster von 16 mal 16 Kilometern als Teil der bundesweiten Waldzustandserhebung (WZE). Eine Auswertung ist nur auf Landesebene möglich. Über das Auftreten von Schaderregern kann man sich im Internet auf der Seite des Landeskompetenzzentrums Forst Eberswalde (LFE) unter der Rubrik Waldschutz informieren.

 

Weitere Informationen: http://www.mlul.brandenburg.de unter dem Link Forst und Jagd

 

DIREKTLINK: http://www.mlul.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.385298.de

 
 

Für Sie vor Ort

Landtagsbüro
Alter Markt 1
14467 Potsdam
Tel.: 0331/966 1330
Fax: 0331/966 1307
E-Mail: Joerg.Vogelsaenger@spd-fraktion.brandenburg.de
Wahlkreisbüro Erkner
Für Sie geöffnet

Montag: 13:00 bis 16:00 Uhr
Dienstag: 9:00 bis 12:00 Uhr
Donnerstag: 14:00 bis 18:00 Uhr

Dr.-Hans-Lebach-Str. 1a
15537 Erkner
Tel.: 03342/212 446
Fax: 03342/424 19 66
E-Mail: wk@JoergVogelsaenger.de
Wahlkreisbüro Neuenhagen
Für Sie geöffnet
Dienstag    14:00 - 18:00 Uhr
Mittwoch   14:00 - 18:00 Uhr
Freitag          9:00 - 12:00 Uhr

Ernst-Thälmann-Str. 32a
15366 Neuenhagen
Tel.: 03342/212 446
Fax: 03342/424 19 66

Bitte verabreden Sie rechtzeitig
einen Termin mit Ihrem
Landtagsabgeordneten Jörg Vogelsänger

Wo ist was los?

Alle Termine öffnen.

24.07.2026, 16:00 Uhr - 18:00 Uhr Verkehrte Welt! Fahrgäste verabschieden einen Bahnhof

01.08.2026, 19:00 Uhr - 23:00 Uhr Tribute to U2 - Achtung Baby

09.08.2026, 09:45 Uhr - 14:00 Uhr Hoppegarten: Westminster 136.Preis von Berlin
Aktuelle Infos von der Rennbahn Sonntag, 09.0 …

Alle Termine

Koalitionsvertrag SPD CDU

Verantworung für Brandenburg

Nachrichten

03.07.2026 18:19 Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv
Zum aktuellen Reformpaket der Bundesregierung warnt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Gesundheit der SPD vor negativen Folgen. „Der von der Union durchgesetzte Punkt der Koalitionsausschusseinigung, dass künftig bereits ab dem ersten Tag eine ärztliche Krankschreibung eingeholt werden muss, ist völlig abenteuerlich“, erklärt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) Boris Velter. „Wenn nun… Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv weiterlesen

23.06.2026 19:06 Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission
Reform muss zu spürbaren Verbesserungen gegenüber dem Status quo führen Der Abschlussbericht der Rentenkommission ist eine gute Grundlage für eine umfassende Reform, die wir jetzt gründlich beraten und dann auf den Weg bringen wollen. „Die Kommission hatte die Aufgabe, Vorschläge zu entwickeln, wie insbesondere Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ihren Lebensstandard im Alter sichern… Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission weiterlesen

20.06.2026 12:14 Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag
117 Millionen Menschen auf der Flucht Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, wird daran erinnert, dass Millionen Menschen gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen mussten. Hinter den Zahlen stehen persönliche Geschichten und individuelle Schicksale. „Aktuell sind weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter viele Kinder, oftmals ohne die Begleitung… Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag weiterlesen

18.06.2026 12:25 „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“
Rechte Mehrheit im EU-Parlament stellt Vereinbarung für sauberes Wasser infrage Das Europäische Parlament hat heute eine Resolution zur Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) verabschiedet. Die in der vergangenen Legislatur beschlossene Vereinbarung zur Verbesserung der Wasserqualität sieht Vorschriften für eine durch Unternehmen gestützte Finanzierung der sogenannten 4. Reinigungsstufe vor. An dieser finanziellen Großaufgabe sollen vor allem Kosmetik-… „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“ weiterlesen

18.06.2026 12:16 Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz
Arbeitszeitgesetz: Flexibilisierung ist keine Einbahnstraße Im Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass die neue Arbeitszeitregelung keine Ausweitung der Arbeitszeit gegen den Willen der Beschäftigten sein darf, so Annika Klose. „Wir haben im Koalitionsvertrag explizit vereinbart, dass eine solche Reform auch und gerade im Sinne der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausgestaltet werden muss. Dass es also auch… Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de