Brandgefährlich wie am Mittelmeer!

Veröffentlicht am 09.07.2015 in Umwelt

In Brandenburgs Wäldern hat es in diesem Jahr so häufig gebrannt wie lange nicht mehr. Wenig Regen und eine erste Hitzewelle steigern das Risiko. Doch der Hauptschuldige ist der Mensch. Die meisten Brände gehen auf Leichtsin und Unachtsamkeit zurück. Schon eine weggeworfene Kippe reicht.

Zu wenig Niederschläge in der ersten Jahreshälfte 2015. Dann die hohen Temperaturen der letzten Wochen. Sie haben in diesem Jahr schon zu mehr Waldbränden geführt als das ganze letzte Jahr. Während im Jahre 2014 nur 27,4 Hektar betroffen waren und es 115-mal brannte, zählte die Forstverwaltung bis Mitte Juli bereits 195 Brände. Rund 290 Hektar Waldfläche kamen zu Schaden. Der größte Waldbrand der letzten 20 Jahre ereignete sich 1993 in der Nähe von Peitz mit 295 Hektar Waldfläche.

Brandenburg ist mit einem Anteil von 70 Prozent Kiefern an der Waldfläche und leichten Sandböden besonders brandgefährdet. Die EU stuft Brandenburg in die höchsten Waldbrandgefahrenklassen ein und stellt es damit auf die gleiche Stufe wie Spanien, Italien, Griechenland und die anderen südeuropäischen Länder.

Vogelsänger: „Wir wissen alle, dass Brandenburg aufgrund seiner Gegebenheiten die Waldbrandstatistik in Deutschland anführt. Was wir aber in den vergangenen Tagen erleben mussten, stellte die Brandbekämpfer vor Herausforderungen wie seit Jahren nicht. Ohne den Einsatz der ehrenamtlichen und Berufsfeuerwehrleute, die selbst in gefährliche Situationen geraten können, wären die Schäden um ein Vielfaches höher gewesen. In diesen Dank schließe ich auch ausdrücklich die Familien, die Arbeitgeber und Kollegen der Mitglieder der freiwilligen Wehren ein, die es möglich machen, dass unsere ehrenamtlich tätigen Kameraden mit dem ersten Signal in den Einsatz ziehen können. Kommt es zu einem Waldbrand, sind viele Helfer, schnelles Handeln und gute Ortskenntnis gefragt.“

Feuerwehren des Landes Brandenburg und der Landesbetrieb Forst Brandenburg arbeiten Hand in Hand, um den Brandenburger Wald vor größeren Verlusten bei Waldbränden zu schützen. Seit 2007 sind die Verantwortlichkeiten und Aufgaben klar geregelt. Die Förster sind für alle Maßnahmen zur Waldbrandvorbeugung zuständig. Die Waldbrandbekämpfung liegt in der Zuständigkeit der Feuerwehren, die auch die Einsatzleitung im Falle eines Brands stellt. Zur Waldbrandvorbeugung gehört neben der Anlage von Löschwasserentnahmestellen und befahrbaren Wegen, die flächendeckende Überwachung des Waldes durch Kameras.

Waldbrand-Früherkennung funktioniert

Mit 108 Kamera-Systemen überwacht der Landesbetrieb Forst Brandenburg flächendeckend 1,1 Millionen Hektar Wald aller Eigentumsarten und Waldbesitzer. Die Bilder der Kameras laufen in sechs Waldbrandzentralen zusammen und werden von geschulten Forstmitarbeitern ausgewertet. Steigt irgendwo über den Baumwipfeln Rauch auf, erkennen die Sensoren die Rauchwolken bis zu einer Entfernung von 20 Kilometern. Sobald mehrere Kameras die Rauchwolken erfasst haben, wird automatisch der Brandort ermittelt. Nur wenige Sekunden vergehen von der Erkennung des Rauchs bis zur Alarmierung der Feuerwehrleitstelle.

Das Brandenburger Forstministerium informiert über seine Internetseite über die jeweils aktuell geltenden Waldbrandgefahrenstufen, die seit 2014 bundesweit in fünf Stufen erfasst werden.

http://www.mlul.brandenburg.de/info/waldbrandgefahrenstufen

http://www.mlul.brandenburg.de/wgs/text

Informationen zu Waldbrandschutz und Waldbrandgefahr:

http://www.mlul.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.392059.de

 
 

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