Bürokratieabbau: Brandenburg auf gutem Weg

Veröffentlicht am 02.06.2026 in Wirtschaft

Wie kann Verwaltung schneller, digitaler und praxisnäher arbeiten? Diese Frage stand im Mittelpunkt der IHK-Podiumsdiskussion „Weniger Bürokratie, mehr Wirtschaft“. Am 1. Juni 2026 in der IHK Berlin diskutierte Vertreter*innen aus Verwaltung, Wirtschaft, Politik und Rechnungshof über Wege zu schnelleren Verwaltungs- und Genehmigungsverfahren.

Jörg Vogelsänger nahm als Mitglied des Sonderausschusses Bürokratieabbau des Landtages Brandenburg an dem Treffen teil. Er berichtetes von den Erfahrungen aus Brandenburg, die parlamentarische Begleitung des Bürokratieabbaus sowie die Frage, wie Verfahren für Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger spürbar einfacher und verlässlicher gestaltet werden können.

Deutlich wurde: Bürokratieabbau bedeutet nicht weniger Staat, sondern einen handlungsfähigen Staat. Gerade kleine und mittlere Unternehmen sind darauf angewiesen, dass Genehmigungen zügig bearbeitet, Nachweispflichten sinnvoll gebündelt und Verwaltungsleistungen digital sowie verständlich zugänglich gemacht würden. Entscheidend sei dabei, bestehende analoge Abläufe nicht lediglich zu digitalisieren, sondern Verfahren insgesamt neu und praxistauglicher zu denken.

Vogelsänger: "Der Ausschuss nimmt konkrete Hinweise aus Wirtschaft, Landwirtschaft, Verwaltung, Kammern, Verbänden und weiteren Organisationen auf und prüft, wo Vorschriften vereinfacht, Verfahren beschleunigt und Verwaltungsabläufe effizienter gestaltet werden können. Ziel ist nicht der pauschaler Abbau von Bürokratie, sondern eine moderne Verwaltung, die klare Regeln schneller umsetzt".

In der Diskussion wurden auch aktuelle Beispiele aus Brandenburg angesprochen. Dazu zählen unter anderem einheitliche Ansprechpartner mit zahlreichen Online-Services für Unternehmen, die Weiterentwicklung digitaler Wirtschaftsservices, sowie Überlegungen zum Abbau von Berichts- und Nachweispflichten. Lebhaft diskutiert wurde die unterschiedliche Handhabung der Verwaltungen der Bundesländer Berlin und Brandenburg beim für den im Frühjahr auftretenden und für den Menschen gefährlichen Eichen-Prozessionsspinner.

Ein Ergebnis der Runde: Bürokratieabbau kann nur im Zusammenspiel von Verwaltung, Wirtschaft und Parlament gelingen. Denn die Dauer von Verfahren ist längst zu einem wichtigen Standortfaktor geworden. Es gelte auch, Anregungen aus der Praxis ernst zu nehmen und konkrete Verbesserungen Schritt für Schritt umzusetzen.

Jörg Vogelsänger dankte der IHK Berlin für die Einladung und den konstruktiven Austausch: „Brandenburg ist beim Thema Bürokratieabbau auf einem guten Weg, gleichzeitig bleibt die Aufgabe dauerhaft wichtig. Eine moderne, leistungsfähige Verwaltung ist eine zentrale Voraussetzung für Investitionen, wirtschaftliche Entwicklung und Vertrauen in staatliches Handeln“. (mh)

 
 

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