Daniel Keller: Der Tod ist kein Vehikel, um Politik zu machen

Veröffentlicht am 03.12.2024 in Landespolitik

Die Sondersitzung des Brandenburger Landtages am 3. Dezember war von der Opposition als Prüfstein für die frisch gebackene Koalition von SPD und BSW gedacht. Das ist ihr gutes Recht. Der Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten, Daniel Keller parierte die parlamentarische Attacke in seiner Rede. Lesen Sie selbst.

Vor 1013 Tagen überfiel Russland die Ukraine und entfesselte einen Krieg. Auf beiden Seiten starben seither zusammen mehr als 200.000 Soldaten. Doch der Krieg schont auch die Zivilbevölkerung nicht. Nach Angaben des UNHCR starben in der Ukraine durch den Krieg bislang mehr als 10.000 Zivilisten.

  • Eltern verloren ihre Kinder.

  • Kinder verloren ihre Eltern.

  • Familien wurden zerrissen.

Jeden Tag, wenn es dunkel wird, beginnt die Angst in der Ukraine. So viele schutzsuchende Menschen wurden Opfer von russischen Raketen, Drohen und Luftangriffen. Jeden Tag wird das Land mehr zerstört, haben mehr Menschen keinen Strom, kein Wasser oder müssen frieren. Jeden Tag werden die Menschen in der Ukraine mehr zermürbt.

Das ist ein Ausmaß von Gewalt und Tod, wie sie Europa bereits überwunden glaubte. Umso wichtiger ist es, eines nicht zu vergessen. Diesen völkerrechtswidrigen Krieg hat Russland begonnen und führt ihn Tag für Tag weiter. Russland hat damit die Friedens- und Sicherheitsordnung in Europa mit einem Schlag zerstört und das Selbststimmungsrecht der Ukraine mit Füßen getreten. Bis heute gibt es dafür keine Rechtfertigung.

Weder sicherheitspolitische Überlegungen noch der Umgang der NATO mit Russland können auch nur ansatzweise als mildernder Umstand in dieser Schuldfrage herhalten.

Russland kann den Krieg beenden!

Und nach wie vor gilt uneingeschränkt, Russland kann diesen Krieg jederzeit beenden. Als Teil Europas können wir auch in Brandenburg nicht die Augen davor verschließen, was keine 2000 Kilometer von uns entfernt passiert. Ebenso wenig dürfen wir ignorieren, was viele Menschen in unserem Land bewegt, nämlich der Wunsch nach Frieden und Sicherheit.

Wir alle wissen: Brandenburg entscheidet nicht über Krieg oder Frieden, über Waffenlieferungen oder diplomatische Initiativen.

Die Koalition hat gemeinsame Einschätzungen

Dennoch ist klar, dass wir uns auch hier im Landtag über solch existentielle Fragen verständigen müssen. Wir haben dies in den Koalitionsverhandlungen bereits getan.

Mit Blick auf den Ukraine-Krieg und die Sicherheitslage in Europa ist die Koalitionsvereinbarung von einem Dreiklang aus gemeinsamen Einschätzungen, Absichten und Zuversicht geprägt:

  • Erstens haben wir gemeinsame Einschätzungen. So nehmen wir die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger vor einer Ausweitung des Krieges sehr ernst.
    Daher ist es wichtig, dass wir einen besonnenen Bundeskanzler haben, der sich bei der Entscheidung über Waffenlieferung nicht von einem medialen Überbietungswettbewerb treiben lässt. In diesem Zusammenhang gehört auch die Haltung des Bundeskanzlers in der Taurus-Frage. Wir haben als Koalition die Einschätzung, dass militärische Unterstützung für die Ukraine kein Selbstzweck ist, sondern einem Ziel dienen muss, und zwar der Beendigung des Krieges. So verstehe ich auch die Position der Ukraine.
    Nicht zuletzt haben wir die gemeinsame Einschätzung, dass die veränderte Sicherheitslage in Europa neue Anforderung an die Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr stellt.

  • Zweitens folgen aus diesen Einschätzungen gemeinsame Absichten. So setzt sich diese Koalition im Sinne der Charta der Vereinten Nationen und des Budapester Memorandums auf Bundesebene und auf Ebene der Europäischen Union für eine diplomatische Lösung des Ukrainekonflikts ein. Diese Bedingungen schließen für uns einen Diktatfrieden aus.

  • Wir haben weiterhin die Absicht, die Entwicklung Bundeswehrstandorte in Brandenburg zu unterstützen. Damit leistet Brandenburg seinen Beitrag zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit der Bundesrepublik.
    Und wir haben die Absicht, der Debatte über Fragen von Frieden und Sicherheit mehr Raum zu geben. Dazu gehört auch eines. Wir müssen unterschiedliche Position in der Frage aushalten, wie man zum Frieden kommt.

  • Drittens geben wir eine Zuversicht nicht auf.

  • Der Ukraine-Krieg kann beendet werden.

    Es kann Entspannung in Europa geben.

    Und es kann – wenn auch noch nicht morgen – eine neue Friedensordnung geben.

Und wir haben die Zuversicht, dass die Kraft des Zusammenhaltes in Brandenburg auch in Zukunft stark ist und wir Polarisierung und gesellschaftliche Gräben überwinden können. Dieser Dreiklang ist auch Gegenstand unseres vorliegenden Antrages.

Aber es gibt auch einen Antrag der AfD. Was daran bemerkenswert ist, sind nicht die üblichen Provokationen. Da wird das Kaliningrader Gebiet auch als ehem. Nordostpreußen bezeichnet. Nein, sie geben ganz offen zu, dass sie mit diesem Antrag nur die BSW-Fraktion auf die Probe stellen wollen.

Lassen sie uns demütig bleiben

Ein Antrag zum Ukraine-Krieg ist für sie lediglich ein politischer Lackmustest. Der Tod von Menschen verkommt bei Ihnen zum willkommenen Vehikel, um Politik zu machen. Wo Zynismus Inhalt ersetzt, dort endet die Menschlichkeit und dort beginnt AfD-Politik. Und dort, müssen wir gemeinsam Widerstand leisten.

Lassen Sie uns diese Diskussion heute und in Zukunft mit Bedacht führen. Lassen sie uns demütig bleiben. Denn:

  • Wir sind nicht im Krieg.

  • Wir müssen nicht um das Leben unserer Familien fürchten.

  • Wir müssen keine Angst haben, unsere Heimat zu verlieren.

Anders als die Menschen in der Ukraine.

 
 

Für Sie vor Ort

Landtagsbüro
Alter Markt 1
14467 Potsdam
Tel.: 0331/966 1330
Fax: 0331/966 1307
E-Mail: Joerg.Vogelsaenger@spd-fraktion.brandenburg.de
Wahlkreisbüro Erkner
Für Sie geöffnet

Montag: 13:00 bis 16:00 Uhr
Dienstag: 9:00 bis 12:00 Uhr
Donnerstag: 14:00 bis 18:00 Uhr

Dr.-Hans-Lebach-Str. 1a
15537 Erkner
Tel.: 03342/212 446
Fax: 03342/424 19 66
E-Mail: wk@JoergVogelsaenger.de
Wahlkreisbüro Neuenhagen
Für Sie geöffnet
Dienstag    14:00 - 18:00 Uhr
Mittwoch   14:00 - 18:00 Uhr
Freitag          9:00 - 12:00 Uhr

Ernst-Thälmann-Str. 32a
15366 Neuenhagen
Tel.: 03342/212 446
Fax: 03342/424 19 66

Bitte verabreden Sie rechtzeitig
einen Termin mit Ihrem
Landtagsabgeordneten Jörg Vogelsänger

Wo ist was los?

Alle Termine öffnen.

13.06.2026, 15:00 Uhr - 17:00 Uhr Fußball Herren, Landesliga Süd Brandenburg
Bitte beachten Sie den aktuellen Anpfiff eines Spiels FV Erkner 1920 – VfB Tr …

17.06.2026, 10:00 Uhr - 19.06.2026, 18:00 Uhr Plenum des Brandenburger Landtages
Die Plenar-Tage sind vorläufig eingeplant, außerplanmäßige Sitzungen sowie Änderungen gibt der Landtag ku …

24.06.2026, 17:30 Uhr - 22:00 Uhr Kreistag „Oder-Spree“

Alle Termine

Koalitionsvertrag SPD CDU

Verantworung für Brandenburg

Nachrichten

03.05.2026 15:23 Martin Rabanus zum Tag der Pressefreiheit
Tag der Pressefreiheit: Wir schützen Journalist:innen und stärken die Medienvielfalt. Martin Rabanus, kultur- und medienpolitischer Sprecher: Am Tag der Pressefreiheit zeichnet sich eine desolate Entwicklung für Journalist:innen weltweit ab. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert deshalb konsequenten Schutz und eine Digitalsteuer, die den Medienstandort Deutschland und Europa sichert. „Am Tag der Pressefreiheit geht es um mehr als um… Martin Rabanus zum Tag der Pressefreiheit weiterlesen

01.05.2026 15:23 Armand Zorn zum Tankrabatt
Wir entlasten schnell und spürbar Über die befristete Senkung der Energiesteuer ist es möglich, sehr schnell jene spürbar zu unterstützen, die es dringend brauchen. Jetzt kommt es darauf an, dass die Mineralölkonzerne die Steuersenkung an die Verbraucher:innen weitergeben und die Preise entsprechend senken. Mit der weiteren Schärfung des Kartellrechts muss rasch der dritte Teil unseres… Armand Zorn zum Tankrabatt weiterlesen

27.04.2026 15:26 Zum Tag der Arbeit: SPD-Spitze an der Seite der Gewerkschaften
Die SPD ruft zur Teilnahme an den diesjährigen Kundgebungen des DGB zum Tag der Arbeit am 1. Mai auf. Ganz im Sinne des diesjährigen Mottos „#GEMA1NSAM – Für gute Arbeit“ kämpft die SPD an der Seite der Gewerkschaften für eine Entlastung der Beschäftigten und eine sichere Rente, für mehr Tarifbindung, einen höheren Mindestlohn und eine… Zum Tag der Arbeit: SPD-Spitze an der Seite der Gewerkschaften weiterlesen

30.03.2026 18:07 Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken
Eine verlängerte Nutzung von Kohlekraftwerken nach 2038 wäre weder notwendig noch sinnvoll Die Erneuerbaren sind die sauberste, sicherste und kostengünstigste Form der Erzeugung.  Es bedarf allerdings nun auch des entschlossenen Willens der Koalition und der federführenden Bundeswirtschaftsministerin, die gesetzlichen Hebel weiter auf eine systemische Umstellung zur Nutzung Erneuerbarer Energien zu stellen. „Eine verlängerte Nutzung von… Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken weiterlesen

25.03.2026 17:51 Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm
67 Maßnahmen, sieben Ministerien, ein Klimaschutzprogramm Die aktuelle Weltlage mit Konflikten, die sich massiv auf unsere Energieversorgung auswirken, zeigt eindeutig: Wir müssen schnell unabhängig von fossilen Energieträgern werden. Das heute von Bundesumweltminister Carsten Schneider vorgelegte Klimaschutzprogramm zeigt einen fairen Weg zur Erreichung der Klimaziele 2030 sowie für mehr Versorgungssicherheit auf. „Dieses Klimaschutzprogramm ist für die… Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de