Der Wolf: Bestandsaufnahme 2016

Veröffentlicht am 14.12.2016 in Umwelt

Von 46 in Deutschland festgestellten Rudeln gibt es aktuell in Brandenburg 22 Rudel, zwei Paare und zwei Gebiete mit unklarem Status. Auch bundesweit leben nach neuesten Zählungen immer mehr Wölfe: Die 46 Rudel, 15 Paare und vier sesshafte Einzeltiere entsprechen etwa 120 bis 130 erwachsenen Wölfen. Im vorangegangenen Beobachtungsjahr waren es noch 110 erwachsene Wölfe und 31 Rudel.

Hohe Sterblichkeit bei Jungtieren

Brandenburg ist Wolfsland“, mit diesen Worten stellte Agrar- und Umweltstaatssekretärin Carolin Schilde Mitte Dezember in Potsdam anlässlich des 3. Wolfsplenums die aktuellen Zahlen vor. Im Zähljahr 2015/16 hat es in Brandenburg mit 52 nachgewiesenen Welpen den bislang meisten Nachwuchs gegeben. Jedes Jahr werden Wolfsnachweise im Land Brandenburg dokumentiert. Diese Karte zeigt die Wolfsterritorien auf Grundlage der Daten des jeweils abgelaufenen Wolfsjahres.

Doch viele der unerfahrenen Jungtiere haben in dichter besiedelten Regionen nur geringe Überlebenschancen. Die drei toten Jungwölfe im Potsdamer Raum Ende November und Anfang Dezember 2016 belegen diese These. Das Landesamt meldet bislang 15 Wölfe, die angefahren wurden und danach starben. Im Vorjahr waren es nur acht , im Jahre 2014 sieben. 

Die Jagd-Strecke auf der Straße

Nach der Verkehrsunfallstatistik des Jahres 2015 für Brandenburg ist jeder fünfte Unfall ein „Wildunfall“. Mit 15.944 gemeldeten Zusammenstößen mit Tieren des Waldes und der Flure eine Steigerung um fast acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. 196 Verletzte waren zu beklagen. (Es ist ein fast unheimliches Erlebnis, wenn du als Autofahrer nachts erlebst, wie eine Rotte Wildschweine eine Straße kreuzt. Sie kommen urplötzlich aus der Dunkelheit des Waldes. Sie sind hervorragend getarnt und nur an ihren Bewegungen zu erkennen. Du weißt nicht, wie viele es sind. Du hast einfach nur Glück, wenn sie weit genug entfernt sind und nicht in den Wagen laufen.)

Schadensbilanz: 15 Anträge

Für das Jahr 2016 haben in Brandenburg 15 Antragsteller aus Land- und Weidewirtschaft Schäden durch Wölfe gemeldet oder Beihilfen für Schutzzäune geplant. Sie erhielten insgesamt 200.000 Euro für gerissene Schafe, Kälber und Tiere in Wildfarmen oder für den Ausbau von Abwehrtechnik. Von 2008 bis Ende 2015 hat das Brandenburger Umweltministerium bereits Maßnahmen wie den Bau von wolfssicheren Zäunen in Höhe von 597.275 Euro unterstützt. Zur Verbesserung der Akzeptanz wurden Schäden bei Nutztieren, die durch Wölfe entstanden sind, ausgeglichen. In den vergangenen zehn Jahren waren dies 126.097 Euro.

Mit der „dynamischen Entwicklung der Wolfspopulation“ nehmen auch die Konflikte mit den Tierhaltern zu. Dem soll der Managementplan entgegenwirken, der 2017 evaluiert (sachgerecht bewertet) werden soll. Bei dem Sieben-Punkte-Plan geht es um Wolfsbestände, Möglichkeiten der Prävention vor Wolfsübergriffen in Nutztierhaltung und Ergebnisse der Arbeitsgruppen „Herdenschutz“ und „Wolf und Wildbestände“.

Vorbeugen ist angesagt

Das Wolfsmanagement in Brandenburg besteht aus den Säulen Monitoring, Öffentlichkeitsarbeit, Schadensprävention, Schadensausgleich, Zugriffsmaßnahmen. Es setzt auf eine enge Zusammenarbeit mit den ehrenamtlichen Wolfsbeauftragten sowie mit der Jägerschaft. Bei der Weiterentwicklung des Wolfsmanagements ist Brandenburg in Kontakt mit anderen Bundesländern. Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Brandenburg haben auf der November-Sitzung der Umweltministerkonferenz einen Antrag zum Thema Wolf eingebracht: Der Bund wird hierin aufgefordert, weitere populationsbezogene Betrachtungen zum Erhaltungszustand des Wolfs in Deutschland vorzunehmen und auf der 89. Umweltministerkonferenz zu berichten. Diese wird im Jahre 2017 unter Brandenburger Vorsitz stattfinden wird.

Nicht mehr ausgerottet

Carolin Schilde: „Die EU soll uns dabei unterstützen, dass Arten, die ihren günstigen Erhaltungszustand erreicht beziehungsweise überschritten haben und Schäden verursachen, die nicht mehr zu akzeptieren und zu finanzieren sind, vom höchsten Schutzstatus in einen geringeren Schutzstatus eingeordnet werden können“.

Die Staatssekretärin trat hierbei Befürchtungen entgegen, dass damit der Schutz nicht mehr ausreichend gewährleistet ist. Der Wolf bleibt geschützte Art, „aber seit der Verabschiedung der 1992 hat sich die Welt weiter entwickelt. Der Wolf war zu diesem Zeitpunkt als prioritäre Art in Anhang II eingeordnet worden – weil es ihn damals in Deutschland nicht mehr gab.“

Wolf auf der Suche nach neuen Revieren

Canis Lupus, so der wissenschaftliche Name, lässt sich offensichtlich nicht aufhalten. In der Bundesrepublik hat er inzwischen die meisten westlichen Bundesländer erreicht. Inzwischen wird das Raubtier (Carnivora) aus der Familie der Hunde (Canidae) auch in der Alpenrepublik Österreich beobachtet. Er wurde vom österreichischen Naturschutzbund sogleich zum Tier des Jahres 2017 ernannt.

Deren Begründung: „ Wolfssichtungen, -risse und sogar eine Wolfsfamilie haben in den letzten Monaten die Diskussion um die mögliche dauerhafte Rückkehr des Wolfes nach Österreich angeheizt. Der Naturschutzbund will nun mit der Kür des Wolfs zum Tier des Jahres sachliche Diskussionen ermöglichen und so gemeinsam mit allen Betroffenen zu einer für alle akzeptablen Lösung kommen“.

 
 

Für Sie vor Ort

Landtagsbüro
Alter Markt 1
14467 Potsdam
Tel.: 0331/966 1330
Fax: 0331/966 1307
E-Mail: Joerg.Vogelsaenger@spd-fraktion.brandenburg.de
Wahlkreisbüro Erkner
Für Sie geöffnet

Montag: 13:00 bis 16:00 Uhr
Dienstag: 9:00 bis 12:00 Uhr
Donnerstag: 14:00 bis 18:00 Uhr

Dr.-Hans-Lebach-Str. 1a
15537 Erkner
Tel.: 03342/212 446
Fax: 03342/424 19 66
E-Mail: wk@JoergVogelsaenger.de
Wahlkreisbüro Neuenhagen
Für Sie geöffnet
Dienstag    14:00 - 18:00 Uhr
Mittwoch   14:00 - 18:00 Uhr
Freitag          9:00 - 12:00 Uhr

Ernst-Thälmann-Str. 32a
15366 Neuenhagen
Tel.: 03342/212 446
Fax: 03342/424 19 66

Bitte verabreden Sie rechtzeitig
einen Termin mit Ihrem
Landtagsabgeordneten Jörg Vogelsänger

Wo ist was los?

Alle Termine öffnen.

24.07.2026, 16:00 Uhr - 18:00 Uhr Verkehrte Welt! Fahrgäste verabschieden einen Bahnhof

01.08.2026, 19:00 Uhr - 23:00 Uhr Tribute to U2 - Achtung Baby

09.08.2026, 09:45 Uhr - 14:00 Uhr Hoppegarten: Westminster 136.Preis von Berlin
Aktuelle Infos von der Rennbahn Sonntag, 09.0 …

Alle Termine

Koalitionsvertrag SPD CDU

Verantworung für Brandenburg

Nachrichten

03.07.2026 18:19 Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv
Zum aktuellen Reformpaket der Bundesregierung warnt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Gesundheit der SPD vor negativen Folgen. „Der von der Union durchgesetzte Punkt der Koalitionsausschusseinigung, dass künftig bereits ab dem ersten Tag eine ärztliche Krankschreibung eingeholt werden muss, ist völlig abenteuerlich“, erklärt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) Boris Velter. „Wenn nun… Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv weiterlesen

23.06.2026 19:06 Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission
Reform muss zu spürbaren Verbesserungen gegenüber dem Status quo führen Der Abschlussbericht der Rentenkommission ist eine gute Grundlage für eine umfassende Reform, die wir jetzt gründlich beraten und dann auf den Weg bringen wollen. „Die Kommission hatte die Aufgabe, Vorschläge zu entwickeln, wie insbesondere Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ihren Lebensstandard im Alter sichern… Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission weiterlesen

20.06.2026 12:14 Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag
117 Millionen Menschen auf der Flucht Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, wird daran erinnert, dass Millionen Menschen gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen mussten. Hinter den Zahlen stehen persönliche Geschichten und individuelle Schicksale. „Aktuell sind weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter viele Kinder, oftmals ohne die Begleitung… Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag weiterlesen

18.06.2026 12:25 „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“
Rechte Mehrheit im EU-Parlament stellt Vereinbarung für sauberes Wasser infrage Das Europäische Parlament hat heute eine Resolution zur Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) verabschiedet. Die in der vergangenen Legislatur beschlossene Vereinbarung zur Verbesserung der Wasserqualität sieht Vorschriften für eine durch Unternehmen gestützte Finanzierung der sogenannten 4. Reinigungsstufe vor. An dieser finanziellen Großaufgabe sollen vor allem Kosmetik-… „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“ weiterlesen

18.06.2026 12:16 Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz
Arbeitszeitgesetz: Flexibilisierung ist keine Einbahnstraße Im Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass die neue Arbeitszeitregelung keine Ausweitung der Arbeitszeit gegen den Willen der Beschäftigten sein darf, so Annika Klose. „Wir haben im Koalitionsvertrag explizit vereinbart, dass eine solche Reform auch und gerade im Sinne der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausgestaltet werden muss. Dass es also auch… Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de