Der Wolf: Die Liebe wächst mit der Entfernung

Veröffentlicht am 05.02.2017 in Umwelt

In traumhafter Winterkulisse auf der Trainierbahn von Neuenhagen interviewte ein rbb-Team Jörg Vogelsänger zum Thema „Umgang mit Wölfen in Brandenburg“. Einige Zitate, und Anmerkungen notiert und fotografiert von Marianne Hitzges.

„Die Probleme bestehen überall dort, wo der Wolf den Nutztieren und Siedlungsbereichen zu nahe kommt. Diese Konflikte mit dem Wolf sind zu minimieren“, betonte der Landesminister und amtierende Vorsitzende der bundesdeutschen Umweltministerkonferenz. In Brandenburg leben zur Zeit etwa 22 Rudel, Paare und Einzeltier, insgesamt rund 100 Exemplare des canis lupus

Hat er überhaupt bei uns etwas zu suchen?
Er wurde einst brutal ausgerottet Die Obrigkeit hat damals Prämien für den Abschuss bezahlt. Die Wälder Brandenburgs gehören jedoch zu seinem Lebensraum. Er kommt einfach zurück.“

Doch was ist, wenn der Wolf sich dem Menschen nähert?
Die Liebe zum Wolf wächst mit der Entfernung. Soll konkret heißen: Ein Waldbesucher sollte unbedingt Abstand halten und jede Annäherung vermeiden. In Siedlungsbereichen hat der Wolf allerdings nichts zu suchen. Entweder ist er zu fangen oder zu entnehmen.“

Wie hoch ist das Risiko überhaupt einem Wolf zu begegnen?
Die meisten Spaziergänger im Wald werden nie einen Wolf zu Gesicht bekommen! Der Handlungsbedarf im Umgang mit Wildschweinen ist weitaus größer, sie dringen in Großstädte wie Berlin ein. Im Stadtgebiet fühlen sich nach Schätzungen der Berliner Forstverwaltung rund 4000 Tiere wohl, in Brandenburg wurden im Jahr 2015 rund 10.000 Exemplare geschossen. Im Straßenverkehr sind Wildschweinrotten vor allem in der dunklen Jahreszeit eine echte Bedrohung...

Was sonst zum Thema
Auf der letzten Umweltministerkonferenz wurde von den Ländern einstimmig beschlossen, eine Wolfsverordnung zu schaffen. Das Anliegen: Erhaltungszustand des Wolfes überprüfen und Erkenntnisse aus den Diskussionen über den Umgang und Maßnahmen mit dem Wolf aufzunehmen.

Für gerade geschaffenen Stellen der beiden Wolfsbeauftragten von Brandenburg gingen rund 100 Bewerbungen ein - ungefähr so viele, wie es Wölfe in der Mark gibt. Die Fachleute sollen Tierhalter beraten, mit welchen Maßnahmen sie Wolfsattacken auf Nutztiere verhindern oder erschweren können. Auch sollen sie Förderanträge für Wolfsschutzanlagen prüfen - und die Öffentlichkeit über das Leben der Wölfe aufklären und informieren.

 
 

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