Flüchtlinge willkommen - nicht nur eine christliche Botschaft!

Veröffentlicht am 18.12.2014 in Allgemein

In diesen Tagen wird heftig um die Aufnahmen und Unterbringung von Flüchtlingen debattiert. Nicht um wie und wo man helfen kann. Sondern um die Gefahren, die scheinbar von diesen Menschen ausgehen.

Der bundesdeutsche Wutbürger redet von Islamisierung des Abendlandes, Überfremdung, wachsender Kriminalität und von den Wirtschaftsflüchtlingen. Die Schlagworte sind einprägsam, vor allem aber dumm.

Es geht um Menschen, die in mörderischen Kriegen ihre Heimat, ihre Kultur und ihre Existenz verloren haben.

In Dresden gingen am Wochenende fast 15.000 Menschen gegen die Islamisierung des Abendlandes auf die Straße. Das geschah in einer Stadt, in der kaum zwei Prozent der Bevölkerung ausländische Wurzeln haben. Von Überfremdung also keine Spur!

Es ist Weihnachtszeit und die christliche Botschaft wird in diesen Tagen eifrig verkündet. Es geht um Nächstenliebe und fehlende Heimstatt für ein obdachloses Elternpaar mit Kind.

Unsere wütenden Mitbürger: Trinken Glühwein, futtern Dresdner Stollen und singen fromme Weihnachtslieder. Die Flüchtlinge wünschen sie zum Teufel.

Unter den Flüchtlingen aus dem Irak und Syrien sind übrigens viele Christen, die die Weihnachtsbotschaft genauso kennen wie wir im ach so christlichen Abendland. Deren Gemeinden übrigens zu den ersten Anhängern Jesu überhaupt gehörten. Nachzulesen im Neuen Testament.

Auch Sozialdemokraten haben mit Fremdenfeindlichkeit nichts im Sinn. Wir sind eine Partei, deren Gründerväter sich auf die Fahnen geschrieben haben, Elend und Ausbeutung überall auf der Welt abzuschaffen. Es ging ihnen um gerechte Behandlung im Leben und die Möglichkeit zum sozialen Aufstieg. Ohne Ansehen von Geschlecht und Person. Für jeden. Dem ist wohl kaum etwas hinzuzfügen. Ja, es gab sogar einmal eine sozialistische Internationale!

Das Bittere an diesen Demonstrationen, die von Rechten, Demagogen und Populisten auch noch geschürt werden: Die Politik in allen Deutschlands (alte BRD, DDR und neue BRD) hat in den letzten Jahrzehnten etwas versäumt, was sich heute rächt.

Vor allem Konservative haben die Bundesbürger nicht auf eine Tatsache vorbereitet: Deutschland ist seit vielen Jahrzehnten ein Einwanderungsland. Rund acht Prozent unserer Bürger mit deutschem Pass haben einen Migrationshintergrund, wie es so schön politisch korrekt heißt. Übrigens: Im Jahr 2013 zogen rund 800.000 fort aus Deutschland, davon über 100.000 mit deutschem Pass. Gleichzeitig wurden rund 1,3 Millionen Zuzüge registriert. Wir sind ein Land von Aus- und Einwanderern, wie die meisten Staaten in Europa.

Für die Nationalisten: Sie sollten sich von dem Gedanken verabschieden, dass es früher einmal ein „rein deutsches Volk“ überhaupt gab. Die Geschichte der letzten 2000 Jahre ist eine lange Reihe von Zu- und Abwanderungen durch unsere Region, Seuchen und Kriege entvölkerten Landstriche, die wenig später von Neuankömmlingen besiedelt wurden. Das ist unsere Geschichte. Die Deutschlands und Brandenburgs.

Aber unser Wutbürger will das nicht sehen. Eine mögliche Erklärung: Psychologen sehen bei ihnen Angstverhalten und Unsicherheit bei Veränderungen. Angstkläffer eben.

Auch im Brandenburger Landtag wurde am 17. Dezember heftig debattiert. Die asylpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Sylvia Lehmann, wies auf die Not der Menschen hin, die vor Krieg und Verfolgung in ihrer Heimat nach Deutschland fliehen. Ihnen müsse durch geeignete Maßnahmen des Landes sowie der Kommunen und Landkreise geholfen werden. „Dabei werden wir insbesondere auch Familien und Kinder in den Mittelpunkt stellen“, sagte sie. „Flüchtlinge sind in Brandenburg willkommen. Sie sind eine Bereicherung für das Land  - wirtschaftlich, kulturell und menschlich sowieso.“

Zeigen wir als Bürger des toleranten Brandenburgs unserem „verängstigten Nachbarn“, wie man mit Menschen, die bei uns Zuflucht suchen, umgeht. Nehmen wir sie herzlich auf, helfen wir ihnen, wo wir können.

 
 

Für Sie vor Ort

Bürgerbüro NEUENHAGEN
Sprechzeiten
Dienstag    14:00 - 18:00 Uhr
Mittwoch   14:00 - 18:00 Uhr
Freitag          9:00 - 12:00 Uhr

Ernst-Thälmann-Straße 32A
15366 Neuenhagen bei Berlin
Telefon 03342/ 212 446
E-Mail wk(at)joergvogelsaenger.de

Bitte verabreden Sie rechtzeitig
einen Termin mit Ihrem
Landtagsabgeordneten Jörg Vogelsänger

Wo ist was los?

Alle Termine öffnen.

24.04.2026, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr Zwangsvereinigung KPD und SED, 1946

30.04.2026, 17:00 Uhr - 23:59 Uhr Tanz in den Mai
 

01.05.2026, 08:00 Uhr - 18:00 Uhr Tag der Arbeit
“Erst unsere Jobs, dann eure Profite” ist Motto des Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zum 1. Mai 2026. …

Alle Termine

Brandenburg Koalitionsvertrag

Der Koalitionsvertrag im Wortlaut

Nachrichten

30.03.2026 18:07 Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken
Eine verlängerte Nutzung von Kohlekraftwerken nach 2038 wäre weder notwendig noch sinnvoll Die Erneuerbaren sind die sauberste, sicherste und kostengünstigste Form der Erzeugung.  Es bedarf allerdings nun auch des entschlossenen Willens der Koalition und der federführenden Bundeswirtschaftsministerin, die gesetzlichen Hebel weiter auf eine systemische Umstellung zur Nutzung Erneuerbarer Energien zu stellen. „Eine verlängerte Nutzung von… Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken weiterlesen

25.03.2026 17:51 Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm
67 Maßnahmen, sieben Ministerien, ein Klimaschutzprogramm Die aktuelle Weltlage mit Konflikten, die sich massiv auf unsere Energieversorgung auswirken, zeigt eindeutig: Wir müssen schnell unabhängig von fossilen Energieträgern werden. Das heute von Bundesumweltminister Carsten Schneider vorgelegte Klimaschutzprogramm zeigt einen fairen Weg zur Erreichung der Klimaziele 2030 sowie für mehr Versorgungssicherheit auf. „Dieses Klimaschutzprogramm ist für die… Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm weiterlesen

25.03.2026 17:50 Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts
Ich begrüße die Impulse von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil ausdrücklich. Deutschland steht an einem Wendepunkt. Wir brauchen ein neues Wirtschaftsmodell: eines, das konsequent auf Innovation setzt, technologische Führerschaft ermöglicht und zugleich dafür sorgt, dass Wohlstand in der Breite der Gesellschaft ankommt. „Innovation und Gerechtigkeit sind die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und breiten Wohlstand in Deutschland. Deshalb… Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts weiterlesen

11.02.2026 21:41 Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz
Barrierefreiheit nützt uns allen Die Bundesregierung treibt die Barrierefreiheit voran: Das Kabinett hat am Mittwoch eine Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes auf den Weg gebracht. SPD-Fraktionsvizin Dagmar Schmidt spricht von einem wichtigen Schritt. „Der Gesetzentwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes bedeutet einen wichtigen Schritt hin zu einer inklusiveren Gesellschaft. Er stärkt die Rechte von Menschen mit Behinderungen und… Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz weiterlesen

11.02.2026 21:39 Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus
Rekord im Tourismus – Strategie, gute Arbeit und verlässliche Politik zahlen sich aus Stefan Zierke, tourismuspolitischer Sprecher: Der Deutschlandtourismus erreicht mit 497,5 Millionen Gästeübernachtungen einen neuen Rekord. Klare Strategie, engagierte Beschäftigte und verlässliche Politik sorgen für Wachstum, stärken die Betriebe und sichern gute Arbeit – für einen wirtschaftlich starken, sozial gerechten und nachhaltigen Tourismus in allen… Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de