Böttcher Denis Merten aus Neu-Zittau zeigt Jörg Vogelsänger, wie man ein Fass macht!
Dass ein Bürgermeister oder Minister Bier zapft oder ein Fass aufmacht, gehört inzwischen zum guten Ton. Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger geht inzwischen etwas weiter. Er bemüht sich, beim Fass machen dabei zu sein. Zu sehen war das auf der diesjährigen Grünen Woche.
Der Hintergrund der "Aktion Lehrling" ist weniger auf Effekthascherei ausgelegt. Den Beruf des Böttchers, Büttners, Fassküfers, Schäfflers, wie er in den verschiedenen Regionen heisst, gehört zu den seltenen in Deutschland. Denis Merten aus Neu Zittau ist einer der wenigen Handwerksmeister in Deutschland, die diesen Beruf noch ausüben. Für ihn ist es deshalb beinahe Pflicht, einem Publikum auf der Grünen Woche zu zeigen, wie er Holz und Eisenbänder zu Fässern, Kübeln, Ziergefäßen und Bottichen verarbeitet. Einer seiner größten Fans: Jörg Vogelsänger. Er lässt es sich nicht nehmen, mit ein paar Handgriffen als "Lehrling" dabei zu sein. Ihm geht es dabei mehr darum, für klassischen Handwerksberufe zu werben, die heute kaum noch jemand wahrnimmt.
Ein seltenes Handwerk, aber Böttcher und ihre Erzeugnisse sind gefragt. In Mertens Werkstatt „Böttcherei Messerschmidt“ stehen zwischen Fassböden und Metallreifen halbfertige Holzgefäße in fast allen Größen. "Den überwiegenden Teil stellen wir für die Industrie her, etwa für hochwertige Weine oder Spirituosen", berichtet Denis Merten. Seine Fäßchen können Sie jedoch auch einfach so anschauen: Viele seiner Fässchen stehen beinahe banal in deutschen Supermärkten. Für Essiggurken, offen und nicht im Glas.

