Eine Million zweihundertfünfzigtausend Tonnen Müll in zehn Jahren. Das sind jeden Tag, einschließlich Wochenende und Feiertagen etwa zehn vollbeladene LKW, die nach Niederlehne rollten. Theoretisch jedenfalls. Denn soviel verarbeitete die Restabfallbehandlungsanlage beim Zweckverband Nuthe-Spree seit dem Jahr 2006. Was geschieht eigentlich mit dem Müll, was wird aus ihm? Lesen Sie selbst...
Mehr als 600.000 Tonnen Ersatzbrennstoff sind ein Ergebnis. Er kam überwiegend im Land Brandenburg in den Braunkohlekraftwerken von Vattenfall (Jänschwalde, Schwarze Pumpe), im Zementwerk Rüdersdorf (Cemex) und in den Ersatzbrennstoffkraftwerken der Papierfabriken in Eisenhüttenstadt und Schwedt zum Einsatz. Das Fachmann bezeichnet das als „energetisch verwertet“, der Laie verbrennt den Kohleersatz einfach.
Bei dem Energieerzeugervon Königs Wusterhausen handelt es sich um eine sogenannte mechanisch-biologische Stabilisierungsanlage (MBS).
„Diese Art der Abfallbehandlung war vor zehn Jahren noch eine echte Innovation und Brandenburg hatte mit der Inbetriebnahme eine Vorreiterrolle inne. Deshalb wurde diese Art der Abfallbehandlung auch als Brandenburger Weg der Abfallwirtschaft bezeichnet“, erklärt Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger.
Das MBS-Verfahren ist inzwischen in der Entsorgungsbranche etabliert. Gegenwärtig gibt es bundesweit 46 Anlagen, die mechanisch-biologisch arbeiten, davon fünf in Brandenburg. Auch in vielen anderen europäischen Staaten, insbesondere in Österreich, aber auch außerhalb Europas, findet diese Form der Restabfallbehandlung heute Anwendung.
Speziell bei dieser MBS wird der Abfall zuerst zerkleinert und biologisch getrocknet. Auch geannt: Behandlung nach dem Herhof-Trockenstabilatverfahren Nach einer mechanischen Aufbereitung entsteht der Ersatzbrennstoff, der in Kraftwerken und Zementwerken eingesetzt werden kann. Außerdem werden alle Metalle abgetrennt und wieder verwertet. Der verbleibende mineralische Rest in Höhe von etwa sieben Prozent wird deponiert.
Die MBS-Anlage hat eine genehmigte Kapazität von 150.000 Tonnen pro Jahr und eine jährliche Nenndurchsatzleistung von 135.000 Tonnen. Die Gesamtinvestition belief sich damals auf rund 50 Millionen Euro.
Im Jahre 2015 erzielte der Zweckverband mit knapp 142.000 Tonnen einen neuen Rekord in der Abfallannahme. Gut 1.250.000 Tonnen Abfälle wurden seit der Warminbetriebnahme am Standort angenommen und mehr als 600.000 Tonnen Ersatzbrennstoff erzeugt.
Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger wird Freitag (8. Juli) in Königs Wusterhausen ein Grußwort auf der Festveranstaltung anlässlich des 10. Jahrestages der Inbetriebnahme einer Abfallbehandlungsanlage beim Zweckverband Abfallbehandlung Nuthe-Spree (ZAB) sprechen. Bei der Veranstaltung werden auch Landrat Stephan Loge (Landkreis Dahme-Spreewald) und Landrat Manfred Zalenga (Landkreis Oder-Spree) anwesend sein.
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