RE 1 im Fokus: Pendler brauchen verlässliche Lösungen

Veröffentlicht am 13.06.2026 in Verkehr

Der Ausschuss für Infrastruktur und Landesplanung des Landtags Brandenburg beriet in seiner 15. Sitzung die Entwicklung der Ausfälle und Verspätungen des RE 1. Es ging auch um die Folgen der angekündigten Bauarbeiten und Vollsperrungen im Jahre 2029. Diese sind jedoch nach Darstellung der Bahn vom Tisch.

Matthias Steinfurth, Wahlkreisabgeordneter für Frankfurt (Oder), und Jörg Vogelsänger, Wahlkreisabgeordneter für Erkner und die Region, begleiten die geplanten Maßnahmen entlang des RE 1 sehr aufmerksam. Für beide ist klar: Die notwendigen Investitionen in die Schieneninfrastruktur müssten umgesetzt werden. Gleichzeitig dürften die Pendlerinnen und Pendler nicht allein die Last der Bauarbeiten tragen.

Der RE 1 ist eine der wichtigsten Bahnverbindungen in Brandenburg. Vor allem Pendler entlang der Strecke sind auf die zentrale Verbindung nach Berlin, Frankfurt (Oder), Erkner, Fürstenwalde und in die umliegenden Orte angewiesen. Umso größer und ärgerlicher sind die Belastungen, wenn Züge ausfallen, sich verspäten oder längere Sperrungen angekündigt werden.

Modernisierung überfällig

Die Situation auf der Strecke ist seit vielen Jahren angespannt. Die Verbindung ist stark ausgelastet. Neben den Regionalzügen fährt auch auch der Fern- und Güterverkehr auf der Strecke. Notwendige und vor allem überfällige Modernisierungen sind angesagt unter anderem an Bahnhöfen, Brücken sowie an der Leit- und Sicherungstechnik. Dazu kommen Verlängerungen der Bahnsteige, wie zum Beispiel in Fangschleuse.

Bahn: Ohne Vollsperrungen geht es nicht

Die Vertreter der Deutschen Bahn machten im Ausschuss deutlich, dass die Strecke stark beansprucht wird und die technischen Anlagen erneuert werden müssen. Bis ins Jahr 2029 erwarte man rund 100.000 Lasttonnen pro Tag. Die letzte größere Erneuerung liegt bereits viele Jahre zurück - neben der Instandsetzung sollen auch moderne Leit- und Sicherungstechnik sowie weitere Infrastrukturmaßnahmen umgesetzt werden. Nach Darstellung der Bahn wird es dabei voraussichtlich nicht ohne Vollsperrungen gehen. Zugleich werde geprüft, ob Sperrzeiten verkürzt, aufgeteilt oder besser mit anderen Bauvorhaben abgestimmt werden können.

Gesicherte Planung ab August 2026

Der RE 1 ist für Frankfurt (Oder) und die gesamte Region von enormer Bedeutung. Viele Menschen sind jeden Tag auf diese Verbindung angewiesen. Deshalb brauchen wir eine gute Vorbereitung, klare Kommunikation und belastbare Ersatzangebote für Frankfurt“, erklärt Matthias Steinfurth.

Im Ausschuss wurde deutlich, dass die Deutsche Bahn und die beteiligten Stellen derzeit verschiedene Varianten prüfen. Gleichzeitig sollen mögliche Verkürzungen oder Aufteilungen der Sperrzeiten weiter untersucht werden. Ab August 2026 soll mehr Planungssicherheit bestehen.

„Alle Möglichkeiten sollten ernsthaft betrachtet werden“, so die Abgeordneten. Dazu gehörten ein leistungsfähiger Schienenersatzverkehr, eine frühzeitige Abstimmung mit den Straßenbaulastträgern, eine bessere Einbindung der betroffenen Kommunen und Pendler sowie die Prüfung möglicher Ausweichstrecken. Auch die Abstimmung mit der Autobahn GmbH sei wichtig, da Bauarbeiten an Straße und Schiene nicht isoliert voneinander betrachtet werden dürfen.

Rücksicht auf Pendler nehmen

„Auch für Erkner, Fürstenwalde und die umliegenden Orte ist der RE 1 eine Lebensader. Die Menschen müssen frühzeitig wissen, was auf sie zukommt. Wer täglich pendelt, braucht verlässliche Informationen und praktikable Alternativen. Wir werden die weiteren Planungen eng begleiten und darauf drängen, dass die Interessen der Region berücksichtigt werden“, betont Jörg Vogelsänger.

Matthias Steinfurth und Jörg Vogelsänger werden sich auch dafür einsetzen, dass die Region bei den weiteren Abstimmungen gehört wird und tragfähige Lösungen für die Zeit der Bauarbeiten gefunden werden. „Die geplanten Baumaßnahmen sind notwendig, um die Strecke langfristig leistungsfähiger und zuverlässiger zu machen. Entscheidend ist jedoch, dass die Umsetzung so organisiert wird, dass die Belastungen für die Pendlerinnen und Pendler möglichst gering bleiben. (Maurice Heilmann)

 
 

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