Schrebergärtner dringend gesucht!

Veröffentlicht am 24.04.2018 in Allgemein

Die organisierten Kleingärtner suchen dringend NACHWUCHS! Gefragt sind junge Leute, insbesondere Familien mit Kindern aus Berlin und Brandenburg, die eine Parzelle übernehmen und sie auch (Langsfristig) bewirtschaften.

Das Thema Leerstand steht immer wieder auf der Tagesordnung des Beirats der Kleingärtner von Berlin und Brandenburg. Der Landesverband der Gartenfreunde bestätigt, dass allein die Zahl der über den Verband betreuten Kleingärten von 78.004 Parzellen im Jahr 1995 auf nunmehr 63.156 Parzellen zurückgegangen ist.

Es ist gibt zahlreiche Bemühungen dem Schwund des typischen Laubenpiepers entgegen zu wirken. Dazu gehören Integrierte Stadtentwicklungskonzeptionen in Verbindung mit Kleingartenentwicklungskonzeptionen wie in Cottbus, Wittenberge, Potsdam oder Rathenow sind erste gute Ansätze, die Anliegen der Kleingärtner langfristig zu berücksichtigen.

Gartenliege gegen Gemüseanbau.

Schrebergärten sollten ursprünglich die „unteren Schichten“ mit frischem Obst, Gemüse und Kräutern versorgen. In den Hinterhöfen der Großstädte wuchs schließlich nichts. Doch wozu mühsam anbauen, wenn der Supermarkt um die Ecke alles anbietet?

So liegt das Interesse etlicher Mitglieder heute in den Kleingartenvereinen eher in der Erholung als im jahrezeit-bestimmten Säen, Jäten und Ernten. Doch im Bundeskleingartengesetz (BKleingG) sind Kriterien verankert, dass zum Beispiel ein Drittel der Gartenfläche mit Obst und Gemüse anzubauen ist.

Die gärtnerische Paragraphenkeule

Sollte der Charakter einer Kleingartenanlage nach BKleinG nicht eingehalten werden, ändert sich der Status der Kleingartenanlage in Erholungs- oder Nutzgärten. So will es der Gesetzgeber. Die Folge wären beispielsweise höhere Pachtzinsen beziehungsweise in Städten wie Berlin die Erhebung einer Zweitwohnsitzsteuer. Übernachten ist (je nach Satzung) allenfalls erlaubt, (dauerhaftes) Wohnen verboten. Bei einer Datsche kann das schon ganz anders aussehen. Und: Man muss schon einen langen Atem haben, wenn die junge Familie sich eine eigene Parzelle rund eine Stunde entfernt von Wohnung und Kiez zulegt. Ein lauer Sommerabend in den Parks der Stadt hat auch seinen Reiz.

Datsche oder Kleingarten

Der Landesverband Brandenburg der Gartenfreunde e.V. zählt 62.700 organisierte Kleingärtner in 32 Verbänden und 1.265 Vereinen samt Kreis-, Bezirks- und Regionalverbänden (Mitgliedsverbände) auf rund 4.020 Hektar kleingärtnerischer Fläche. Er gehört seit seiner Gründung im Jahre 1990 zu den größten Vereinen im Land.

Über 940.000 Kleingärten gibt es in Deutschland. Zusammengeschlossen im Bund der Kleingartenfreunde nehmen sie eine Fläche von mehr als 46.000 Hektar (460 km²) ein. Eine Parzelle ist im Schnitt 370 m² groß. Die typische DDR-Datsche bestand aus einem Grundstück mit einem in Leichtbauweise errichteten Fertighaus. Auf dieser Basis entstand eine große Anzahl von Siedlungen, insbesondere an Ufern der zahlreichen Seen im Norden der DDR. Die Vergabe regelte der Staat. In der DDR gab es etwa 3,4 Millionen Datschen – „die weltweit höchste Dichte an Gartengrundstücken“.

Kleingärtner und Umweltminister treffen sich

Das Brandenburger Agrar- und Umweltministerium hat ,regelmäßig die Mitglieder des Landeskleingartenbeirats zu Gast. Dieser wurde erstmals 1994 durch das Brandenburger Agrarministerium berufen. Seither ist der jeweilige Landwirtschaftsminister Schirmherr und ständiger Gast dieses Beratungsgremiums. Auch die Sitzung am 25. April 2018 wurde mit einem Grußwort von Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger eröffnet.

 
 

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