Schrott weg – der bittere Geschmack bleibt

Veröffentlicht am 21.11.2016 in Umwelt

Mehr als zwanzig Jahre hat es gedauert: Nun wird Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger, Mittwoch (23. November 2016), zwei Jahre nach dem Start der letzten Etappe, die Räumung der illegalen Hinterlassenschaft der ehemaligen Firma Oder Schrott bei Gartz, Ortsteil Friedrichsthal verkünden.

Friedrichsthal steht als prominentes Beispiel für ein Kapitel der Nachwendezeit, das Land, Städte und Gemeinden noch lange beschäftigen wird. Die neuen Bundesländer, damals auch mit der Bewältigung der zahlreichen Umweltsünden aus DDR-Zeiten befasst, boten ein breites Betätigungsfeld für Müllbeseitigungsunternehmen – darunter auch einige, die mit krimineller Energie unterwegs waren, gern auch als „Müllmafia“ bezeichnet.

Ab dem Jahre 1991 entwickelte sich das Mülllager in Friedrichsthal zu einem der schwersten Fälle von Umweltkriminalität. Strafanzeige wegen ungenehmigten Anlagenbetriebs wurde schließlich 1998 gestellt. Die Betreiber verließen dann im April 1999 das Gelände, ohne ihren Sicherungs- und Räumpflichten nachzukommen.

Das Spiel ist immer wieder das gleiche: Trotz aufwändiger Recherchen und Gerichtsverfahren gelingt es nicht, die früheren Eigentümer haftbar zu machen. Nachdem alle Rechtsmittel ausgereizt waren, wollten im Jahre 2015 das Land Brandenburg, der Landkreis und die Gemeinde Gartz nicht länger warten. Gemeinsam und abschließend ließen sie die Altlasten auf dem Gelände der ehemaligen Jungviehanlage räumen. Die juristische Voraussetzung: Die Gemeinde musste in Vorleistung gehen und die betroffenen Flächen erwerben.

So groß die Freude über den verschwundenen Schandfleck ist, es bleibt der bittere Beigeschmack! Die Gesellschaft, also der steuerzahlende Bürger musste wieder einmal für den Schaden einiger weniger (Krimineller) aufkommen!

 
 

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