Heute, 3. Juni ist der Europäische Tag des Fahrrads. Doch viele Kinder können schlecht oder gar nicht Radfahren. Das wirkt sich nicht nur auf ihre Sicherheit im Straßenverkehr aus. Es fehlt die Bewegung und das Gefühl für Rhythmus auf dem Rad, sondern auch an Übungen für die Koordination. Radfahr-Vereine bieten dagegen ein spezielles Kids-Rad-Diplom an.
Mit Profis richtig Radeln
Das Kids-Rad-Diplom ist das „Seepferdchen des Radfahrens“. Entwickelt von German Cycling (vormals Bund Deutscher Radfahrer) und seinen Partnern, hilft es Kindern, das sichere Radfahren in einem Radsportverein mit Gleichaltrigen zu erlernen. Das Kids-Rad-Diplom ist ein Programm, das Kindern spielerisch die Grundlagen des sicheren Radfahrens vermittelt. In diesem Kurs erlernen Kinder wichtige Fahrtechniken, um sicher und mit Spaß unterwegs zu sein.
Wie läuft das Kids-Rad-Diplom ab?
In sechs praktischen Trainingseinheiten erlernen die Kinder grundlegende Fahrtechniken. Am Ende des Kurses steht eine praktische Fahrprüfung, in der sie ihr Können an zehn Stationen unter Beweis stellen. Die 10 Kids-Rad-Diplom-Stationen sind
+ Fahrradtechnik-Check
+ Richtig losfahren
+ Sicher und kontrolliert Bremsen
+ Balance halten
+ Spur halten
+ Slalom und Spitzkehren fahren
+ Bewegungssicherheit
+ Bordsteinhohe Hindernisse überwinden
+ 1-Kilometer-Ausdauerfahrt und die
Abschlussprüfung (alle Stationen in einem Parcours bewältigen).
Aktiv gegen Bewegungsmangel
Eine Studie von Verkehrswacht und Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) zeigt, dass sich die motorischen Voraussetzungen von Kindern bei der Radfahrausbildung verschlechtern und immer mehr sogar kaum noch oder gar nicht sicher auf dem Rad sind. Rückmeldungen aus Schulen und von der Polizei bestätigen den Eindruck. Gründe sind unter anderem der wachsende Bewegungsmangel bei Kindern und fehlende Möglichkeiten, im Wohnumfeld praktische Erfahrungen zu sammeln. "Das Fahrrad ist Teil der Mobilitätsstrategie in Brandenburg. Also müssen wir unsere Kinder auch darauf entsprechend vorbereiten", so Jörg Vogelsänger, Präsident der Landesverkehrwacht in Brandenburg. Er verweist auch auf die Trainingskurse der Verkahrswachten vor Ort.
Steigende Unfallzahlen
Besonders nach dem Schulwechsel in die Sekundarstufe legen Kinder vielerorts mehr und längere Wege mit dem Rad zurück. Dann steigen allerdings auch die Unfallzahlen. Von den verunglückten Kindern im Alter zwischen 10 und 15 Jahren sind etwa die Hälfte mit dem Fahrrad unterwegs. Um dem entgegenzuwirken, muss es eine kontinuierliche Radfahrerziehung bis in die Sekundarstufe und eine intensive Grundlagenarbeit geben. (jv/gu)