Umweltdeponie Friedrichsthal: Jetzt wird geräumt

Veröffentlicht am 04.11.2015 in Umwelt

Über Jahre ist der Name des uckermärkischen Dorfes Friedrichsthal mit einem der größten Müllskandale des Landes verbunden. Auf dem Gelände einer ehemaligen Anlage für Viehhaltung lagern Unmengen illegal beseitigtem Müll. Jetzt beginnt hier das große Reinemachen. Kostenpunkt 1,5 Millionen Euro. Die Deponie ist eine von rund 100 Altlasten, die in Brandenburg noch geräumt werden müssen! (aktualisierte Fassung)

Das berüchtigte Oder-Schrott-Gelände im Gartzer Ortsteil Friedrichsthal wird nun geräumt. Dafür gaben Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger Am Montag 9. November gemeinsam mit Landrat Dietmar Schulze, Amtsdirektor Frank Gotzmann und Bürgermeister Norbert Dittmann den Startschuss.

Vorangegangen waren langjährige Bemühungen des Landes, des Landkreises und der Kommune, die Betreiber oder Flächeneigentümer zur Beräumung des Geländes zu zwingen bzw. das Gelände einer alternativen Nutzung zuzuführen. Als diese Bemühungen schließlich gescheitert und alle Rechtsmittel ausgeschöpft waren, hat Umweltminister Vogelsänger entschieden, die Beräumung mit öffentlichen Mitteln zu veranlassen. Dafür werden rund 1,5 Millionen zur Verfügung gestellt. 

„Der Gartzer Ortsteil Friedrichthal war zum Schauplatz für einen der schwersten Fälle von Umweltkriminalität in Brandenburg geworden. Land, Landkreis und Gemeinde haben mit vereinten Kräften dafür gesorgt, dass die Hinterlassenschaft von Wirtschaftskriminellen nun endlich beseitigt werden kann“, sagte Umweltminister Vogelsänger.

Auf dem Gelände im Gartzer Ortsteil Friedrichsthal hatten verschiedene Firmen, die inzwischen alle der Gesamtvollstreckung unterliegen, Schrott, Altreifen, Bauabfälle und Abfälle militärischen Ursprungs zurück gelassen, ohne diese je einer Entsorgung oder Weiterverarbeitung zuzuführen. Als Strafanzeige gegen die Betreiber gestellt worden war, haben diese das Gelände, ohne Ihrer Sicherungs- und Beräumungspflicht  nachzukommen, verlassen. Nach der Durchführung von Sicherungsmaßnahmen und einer teilweisen Entsorgung gefährlicher Abfälle durch das Land, verblieben 14, teilweise baufällige, Gebäude sowie mehrere Tausend Tonnen ungeordnet abgelagerte Abfälle auf dem Gelände.

Das Land geht davon aus, dass bei den Beräumungsarbeiten rund 1.200 Tonnen gefährliche Abfälle wie Asbest, Mineralwolle, Altholz und Boden sowie mehr als 10.000 Tonnen nicht gefährliche Abfälle wie Altreifen, Baumischabfälle, Dämmstoffe und mineralische Abfälle anfallen werden. Hinzu kommen Betonabfälle aus dem Abriss der Gebäude.

Nach einer Bestandsaufnahme und öffentlichen Ausschreibung in diesem Jahr wurde der Zuschlag für die Beräumung des Geländes und die ordnungsgemäße Entsorgung der Abfälle an die Otto Dörner Kies und Umwelt GmbH & Co. KG erteilt. Das beauftragte Unternehmen hat heute mit den Abriss- und Beräumungsarbeiten begonnen.

Auch Uckermark-Landrat Dietmar Schulze sieht die nun beginnende Räumung des Geländes in Friedrichsthal als Erfolg der gemeinsamen Anstrengungen von Land und Landkreis.  Nach der bereits erfolgten Beseitigung  des Geländes auf dem ehemaligen Flughafen Groß Dölln sind dann zwei von insgesamt fünf Anlagenstandorte mit gefährlichen Hinterlassenschaften beräumt. Auch für die drei weiteren Standorte in Schwedt, Pinnow und Blumenhagen zeichnen sich mittlerweile Lösungen ab. Auch hier werden Landkreis und Kommunen die Aktivitäten der zuständigen Landesbehörden unterstützen und begleiten.

 
 

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