2.770 Menschen starben im 2024 auf den Straßen Deutschlands. Das waren getötete 69 Verkehrsopfer weniger als im Vorjahr. Verletzt wurden 365.000 Menschen, mehr als 50.000 von ihnen schwer. So die endgültigen Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes (Destatis).
Die meisten Verkehrsopfer sind immer noch auf Landstraßen zu beklagen. Hier ereigneten sich 57 Prozent aller tödlichen Unfälle. Überhöhte oder unangepasste Geschwindigkeit ist dabei die Hauptursache.„Alle 3 Stunden stirbt ein Mensch im Straßenverkehr. Jeden Tag werden 1.000 verletzt. Auch wenn sich die Bilanz leicht verbessert hat, bleiben wir auf einem inakzeptablen Niveau“, so Kirsten Lühmann, Präsidentin der Deutschen Verkehrswacht (DVW).
Ihre Forderung: „Wir brauchen ein Umdenken! Tempo runter und Fahrfähigkeit erhalten! Denn neben Geschwindigkeitsunfällen steigt die Zahl der Verkehrstoten bei Seniorinnen und Senioren. Die Erfahrung mit unseren Pedelec-Kursen, Rückmeldefahrten und Beratungsangeboten sind durchweg positiv. Für eine Trendwende muss es selbstverständlich werden, entsprechende Trainings in Anspruch zu nehmen.“
65 Plus im Risiko-Alter
Bei ungeschützten Verkehrsteilnehmern ist die Lage weiterhin angespannt, urteilt Destatis. Besonders ältere Menschen verunglücken häufiger. So stieg die Zahl der Getöteten Personen im Alter ab 65 Jahren auf 1.101. Die meisten kamen im PKW ums Leben (434 Getötete). Auf dem Fahrrad starben 285 Senioren, fast die Hälfte waren auf einem Pedelec („E-Bike“) unterwegs. Der Anteil älterer Menschen an der Gesamtzahl der Getöteten liegt mittlerweile bei 40 Prozent.
„Auch die Brandenburger Verkehrswacht bietet seit vielen Jahren Programme für ältere Menschen an. Bei Veranstaltungen informieren und beraten die Ehrenamtlichen zur individuellen Leistungsfähigkeit und sicheren Verkehrsteilnahme, geben Tipps für den Alltag und trainieren im Auto, auf dem Fahrrad und Rollatoren“, erklärt Jörg Vogelsänger, Präsident der Brandenburger Verkehrswacht.
Die Verkehrswacht spricht sich auch für obligatorische Rückmeldefahrten ab einem Alter von 75 Jahren aus. Das sind PKW-Fahrten mit einer qualifizierten Begleitung und zur Beurteilung der praktischen Leistungsfähigkeit mit Hinblick auf Fahraufgaben und die mentale und physische Fitness gedacht. Die Beurteilung hat einen empfehlenden Charakter. Restriktive Konsequenzen (z. B. Meldung an die Führerscheinstellen) gehören nicht dazu. Über 70-Jährige müssen in Spanien seit 2023 alle zwei Jahre einen Fähigkeitstest absolvieren. um den Führerschein zu erneuern.