Corona: Vorschläge der SPD aus Oder-Spree

Veröffentlicht am 01.05.2020 in Allgemein

Es gibt keinen Grund, die Corona-Pandemie zu verharmlosen. Täglich infizieren sich trotz umfassender Schutzmaßnahmen Menschen neu. Die Zahl der Toten steigt weiter an. Eine freiheitlich demokratische Gesellschaft, die ethischen Grundsätzen verpflichtet ist, muss darauf reagieren.

Bisher haben wir fast alles richtig gemacht, sonst hätten wir eine Situation wie in den USA oder Großbritannien. Unsere Vorgehensweise findet weltweit große Beachtung. Mit der gleichen Konsequenz müssen wir nun aber auch die wirtschaftlichen und sozialen Folgen des Lockdowns bewältigen. Frank Steffen, Bürgermeister von Beeskow und Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Oder Spree fasst zusammen.

Zwei Grundsätze im Mittelpunkt stehen.

  • Besonders Gefährdete müssen besser geschützt werden, ohne sie zu isolieren.
  • Allen anderen, die kein größeres Risiko eingehen, können wir Freiheiten zurückgeben, ohne die keine Gesellschaft auf Dauer leben kann. Insbesondere, wenn es darum geht, den eigenen Lebensunterhalt bestreiten zu können.

Konkrete Maßnahmen

In den vergangenen zwanzig Jahren ist viel in den vorbeugenden baulichen Brandschutz investiert worden. Oft haben wir darüber gestöhnt, aber die Zahl der Brände in Gebäuden geht zurück. Ein ebensolches Vorgehen brauchen wir beim vorbeugenden Virenschutz. In erste Linie in Seniorenheimen, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Die dafür erforderlichen Investitionen wirken wie ein Konjunkturprogramm für die Wirtschaft. Die Planungen dafür müssen schon jetzt beginnen.

Platz schaffen

  • Überall dort, wo Menschen in der Regel auf engstem Raum zusammenkommen, müssen wir mehr Platz schaffen, um Abstand halten zu können. Das gilt für Busse und Bahnen ebenso wie für die Gastronomie, Stadien, Schwimmbäder, Schulen, Kitas und Museen.
  • Individuelle vorbeugende Schutzmaßnahmen für Pflegebedürftige, chronisch Kranke und sozial Schwache bedürfen der Finanzierung aus der Kranken- und Pflegeversicherung und den sozialen Sicherungssystemen.
  • Die Arbeitssicherheit muss um die Komponente Virenschutz erweitert werden, damit Unternehmen Maßnahmen zum Schutze ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter treffen.
Wir brauchen eine Vorgehensweise, die strukturell orientiert ist und sich nicht in Einzelmaßnahmen und Aktionismus verliert.

 

Was muss kurzfristig geschehen?

  • Menschen brauchen Sicherheit. Die simplen Schutzmaßnahmen, wie Abstandhalten, Hygiene, Mund- und Nasenschutz sollten konsequent eingehalten und kontrolliert werden. Sie sind leicht einzuhalten und haben sich bisher als erfolgreich erwiesen.
  • Lockerungsmaßnahmen müssen sich daran orientieren, welche Folgen für Wirtschaft, Arbeitsplätze und sozialen Zusammenhalt sie haben.
  • Wer individuellen Schutz sicherstellen kann, der soll auch seine Aktivitäten wieder aufnehmen können. Die Friseure beweisen das zurzeit. Allerorten werden Salons und Arbeitsbedingungen den neuen Verhältnissen angepasst.
  • Tourismus, Gastronomie und Sport sind dazu auch bereit und haben Konzepte vorgelegt. Wir sollten sie ermutigen, diese umzusetzen und einen konkreten Zeitpunkt in Aussicht stellen, wann sie wieder tätig werden können.
Wer nicht bereit ist, sich den neuen Bedingungen anzupassen, der muss weiterhin warten. Wer aber Konzepte vorlegt, der sollte auch davon profitieren.

 

Kinder wichtiger als Bundesliga

Unsere Kinder brauchen besondere Aufmerksamkeit. Ihnen fehlen nicht nur Spielplätze und der Kontakt zu Freunden. Sie vermissen auch die Schule, den Sport, die Jugendfeuerwehr und das Vereinsleben. Kinder sind besonders lernfähig. Ihnen lassen sich neue Regeln leicht vermitteln.

Es ist gut, dass ab 8.Mai die Spielplätze wieder öffnen.

In den Schulen lässt sich das enge Miteinander nur auflösen, wenn weniger Kinder gleichzeitig anwesend sind. Das wird nur aus einem Wechsel von Präsenz und Lernen zu Hause möglich sein, wie es sich für zahlreiche Bereiche des Berufslebens auch abzeichnet. Dafür brauchen wir schnell Voraussetzungen.

Kinder benötigen Tablets und Wochenlernpläne, wie es sie bereits in den Flexklassen vieler Grundschulen gibt. Den Pädagogen muss für das neue Lehren das erforderliche Handwerkszeug schnell vermittelt werden. Dann können auch besonders gefährdete Lehrerinnen und Lehrer an der Unterrichtsgestaltung vom heimischen Arbeitsplatz mitwirken.

Freiheit ist nie grenzenlos

Viele Grundrechte sind in der Krise eingeschränkt. Sie heißen aber Grundrechte, weil sie immer gelten. Egal, ob ein Virus grassiert oder der Klimawandel uns vor Herausforderungen stellt. Grundrechte stehen natürlich in Konkurrenz. Die freie Entfaltung der Persönlichkeit hat da ihre Grenzen, wo sie die körperliche Unversehrtheit anderer beeinträchtigt. Das ist so simpel wie logisch. Ein einziges Grundrecht gilt uneingeschränkt. Es ist die Würde des Menschen in Artikel 1 unseres Grundgesetzes. Damit haben wir eine klare Richtschnur.

Wer andere nicht gefährdet, der muss auch seine Grundrechte wieder ausüben dürfen. Ob ein Kind seine Oma besuchen darf, kann nicht davon abhängen, ob es der Ministerpräsident oder Landrat erlaubt. Wenn der individuelle Schutz gewährleistet ist, darf das nicht eingeschränkt werden.

Soviel Vertrauen muss ein Staat in seine Bürger setzen. Wenn dieser Maßstab gilt: Individueller Schutz ermöglicht Freiheit, dann ergeben sich die Konzepte für den Weg aus dem Lockdown von ganz alleine.
 
 

Für Sie vor Ort

Bürgerbüro NEUENHAGEN
Sprechzeiten
Dienstag    14:00 - 18:00 Uhr
Mittwoch   14:00 - 18:00 Uhr
Freitag          9:00 - 12:00 Uhr

Ernst-Thälmann-Straße 32A
15366 Neuenhagen bei Berlin
Telefon 03342/ 212 446
E-Mail wk(at)joergvogelsaenger.de

Bitte verabreden Sie rechtzeitig
einen Termin mit Ihrem
Landtagsabgeordneten Jörg Vogelsänger

Wo ist was los?

Alle Termine öffnen.

24.04.2026, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr Zwangsvereinigung KPD und SED, 1946

30.04.2026, 17:00 Uhr - 23:59 Uhr Tanz in den Mai
 

01.05.2026, 08:00 Uhr - 18:00 Uhr Tag der Arbeit
“Erst unsere Jobs, dann eure Profite” ist Motto des Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zum 1. Mai 2026. …

Alle Termine

Brandenburg Koalitionsvertrag

Der Koalitionsvertrag im Wortlaut

Nachrichten

30.03.2026 18:07 Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken
Eine verlängerte Nutzung von Kohlekraftwerken nach 2038 wäre weder notwendig noch sinnvoll Die Erneuerbaren sind die sauberste, sicherste und kostengünstigste Form der Erzeugung.  Es bedarf allerdings nun auch des entschlossenen Willens der Koalition und der federführenden Bundeswirtschaftsministerin, die gesetzlichen Hebel weiter auf eine systemische Umstellung zur Nutzung Erneuerbarer Energien zu stellen. „Eine verlängerte Nutzung von… Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken weiterlesen

25.03.2026 17:51 Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm
67 Maßnahmen, sieben Ministerien, ein Klimaschutzprogramm Die aktuelle Weltlage mit Konflikten, die sich massiv auf unsere Energieversorgung auswirken, zeigt eindeutig: Wir müssen schnell unabhängig von fossilen Energieträgern werden. Das heute von Bundesumweltminister Carsten Schneider vorgelegte Klimaschutzprogramm zeigt einen fairen Weg zur Erreichung der Klimaziele 2030 sowie für mehr Versorgungssicherheit auf. „Dieses Klimaschutzprogramm ist für die… Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm weiterlesen

25.03.2026 17:50 Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts
Ich begrüße die Impulse von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil ausdrücklich. Deutschland steht an einem Wendepunkt. Wir brauchen ein neues Wirtschaftsmodell: eines, das konsequent auf Innovation setzt, technologische Führerschaft ermöglicht und zugleich dafür sorgt, dass Wohlstand in der Breite der Gesellschaft ankommt. „Innovation und Gerechtigkeit sind die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und breiten Wohlstand in Deutschland. Deshalb… Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts weiterlesen

11.02.2026 21:41 Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz
Barrierefreiheit nützt uns allen Die Bundesregierung treibt die Barrierefreiheit voran: Das Kabinett hat am Mittwoch eine Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes auf den Weg gebracht. SPD-Fraktionsvizin Dagmar Schmidt spricht von einem wichtigen Schritt. „Der Gesetzentwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes bedeutet einen wichtigen Schritt hin zu einer inklusiveren Gesellschaft. Er stärkt die Rechte von Menschen mit Behinderungen und… Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz weiterlesen

11.02.2026 21:39 Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus
Rekord im Tourismus – Strategie, gute Arbeit und verlässliche Politik zahlen sich aus Stefan Zierke, tourismuspolitischer Sprecher: Der Deutschlandtourismus erreicht mit 497,5 Millionen Gästeübernachtungen einen neuen Rekord. Klare Strategie, engagierte Beschäftigte und verlässliche Politik sorgen für Wachstum, stärken die Betriebe und sichern gute Arbeit – für einen wirtschaftlich starken, sozial gerechten und nachhaltigen Tourismus in allen… Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de