Ende von Corona oder kommt die dritte Welle?

Veröffentlicht am 12.02.2021 in Landespolitik

„Die Pandemie ist ein Marathonlauf“, meinte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke heute zu Beginn der Aussprache zu den Entscheidungen der Kanzlerrunde zur Corona-Krise. Woidke warb um Verständnis für den verlängerten Lockdown bis zum 7. März 2021. Ein Kommentar von Hajo Guhl

Das gegenwärtige Sinken der Infektionszahlen sei auch ein Verdienst der Menschen im Land, das man nicht aufs Spiel setzen dürfe. „Für Lockerungen" sei die Zahl der Corona-Infizierten noch zu hoch, sagte Woidke. Die Einhaltung der Regeln bleibe die wichtigste Währung im Corona-Marathon, die Impfungen würden zusätzlichen Rückenwind verleihen.

"Wir wollen am 22. Februar 2021 die Grundschulen wieder öffnen - aber nur wenn die Zahlen es dann noch gestatten", erklärte Woidke am Donnerstag. Anfang März 2021 seien Lockerungen etwa im Einzelhandel in einer bundeseinheitlichen Perspektive geplant. Am 3. März 2021 sei dazu ein weiteres Bund-Länder-Treffen geplant, kündigte Woidke an.

Auch wenn die Sieben-Tage-Inzidenz gegenwärtig nach unten zeigt sollten wir bei der Forderung nach Öffnungen Schulen, Geschäften und Freizeiteinrichtungen nicht vorschnell lautstark werden. Ein Blick nach Tschechien oder nach Tirol sollte reichen. Dort schießt die Zahl der Erkrankten wieder in die Höhe, Mutationen des Corona-Virus sind ansteckender als ursprünglich befürchtet. Die Warnung vor der dritten Welle ist keine Stimmungsmache von Wissenschaftlern in einer weltfremden Forschungseinrichtungen oder von Politikern, die von Talkrunde zu Talkrunde wandern. Denn fast jeder fünfte Corona-Infizierte in Düsseldorf trägt die britische Mutation. Die ersten Geimpften sind bereits an einer der neuen Corona-Variante erkrankt.

Walter-Borjans: „Licht am Ende des Tunnels“

Aber schauen wird uns erst einmal an, wie der Stand der Dinge bei der Bekämpfung der Pandemie überhaupt ausschaut. Beim Corona-Gipfel ging es um Planbarkeit und Verlässlichkeit! So zu lesen auf der Seite der Sozialdemokraten aus dem Willy-Brandt-Haus (spd.de).

„Vor diesem Hintergrund sind die gefassten Beschlüsse eine verantwortungsbewusste Fortschreibung des eingeschlagenen Weges“, begrüßt SPD-Chef Norbert Walter-Borjans die Ergebnisse des Corona-Gipfels. „Wenn wir den Fuß zu früh von der Bremse nehmen droht die Gefahr, dass die Schussfahrt in die Überlastung unseres Gesundheitswesens mit vielen vermeidbaren Todesopfern unvermittelt weitergeht.“ Umfragen belegen: Die Mehrheit der Deutschen hält sich nach Umfragen bewusst an die Auflagen und die Ausgangsbeschränkungen. Sie fordern allerdings: Klarheit in den Aussagen, wie es weiter gehen soll!

„Doch reichen die Beschlüsse, um die neue Dynamik durch Mutanten zu stoppen?“ Fragt das Magazin „Der Spiegel“. Es ist sein gutes Recht, den Beschluss der Kanzlerin und der 16 Ministerpräsidenten vom 10. Februar 2021 in Frage zu stellen. Bei allen Erfolgen um die Entwicklung von wirksamen Impfstoffen und anderen Medikamenten, ausreichend Intensivbetten und Quarantäne-Maßnahmen, eine vernünftige Antwort kann keiner geben.

So wie die spanische Grippe zum Ende des Ersten Weltkrieges über den Erdball fegte, so wird die Corona-Epidemie sich immer wieder wellenartig ausbreiten, bis das Virus erst einmal „erschöpft“ ist. Und dann in einer neuen Variante (Hongkong Virus 1969) wieder neue Opfer ( ca. 50.000 in beiden Deutschlands) holt. Was geblieben ist, ist der jährliche Piecks gegen eine neue Influenza-Variante!

Wir können aber auch den Kopf einfach in den Sand stecken. Wie die "lustigen Erzieherinnen" aus Nordrhein-Westfalen, die dieser Tage hinter  verschlossenen Türen ihrer Kita fröhlich in den Fasching hinein feierten.

 
 

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