Corona: Eher Heisser Herbst als milder Ausklang

Veröffentlicht am 09.09.2022 in Gesundheit

Auch wenn in den heißen Tagen des Sommers die Pandemie mit dem Namen SarsCov 19 weit entfernt schien: Nachbarn nuschelten verlegen „Corona“. Urlauber wurden recht einsilbig nach ihrer Rückkehr. Freunde sagten Termine ab. Krankenhäuser entließen kaum genesene Patienten recht schnell. Auch wenn die Infektionszahlen nach offizieller Statistik in den letzten Wochen sanken. Corona ist eben nicht vorbei! Eine Übersicht!  (Beitrag wird aktualisiert/gu)

Der Virologe Christian Drosten rechnet laut Süddeutscher Zeitun gmit einer starken Corona-Welle noch vor Dezember 2022. Selbst bei leichten Krankheitsverläufen werde dies wahrscheinlich zu erheblichen Arbeitsausfällen führen, sagte der Direktor der Virologie an der Berliner Charité. Für ihn von Entwarnung also keine Spur.

Nach den „lauen“ Alltagsauflagen in der Sommer-Saison sind für den Herbst wieder mehr Corona-Schutzvorgaben vorgesehen. Der Bundestag hat dazu die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes der Ampel-Koalition beschlossen. Es sieht vom 1. Oktober 2022 bis 7. April 2023 weitergehende Regeln zu Masken und Tests vor. Sie müssen voraussichtlich am 16. September 2022 den Bundesrat passieren.

Die Republik

Bundesweit gilt die FFP2-Maskenpflicht in Kliniken, Pflegeheimen und Arztpraxen, ebenso in Fernzügen. Für Kinder zwischen 6 und 13 Jahren reicht eine einfachere OP-Maske. In Flugzeugen fällt die Maskenpflicht ganz weg, der Bund kann bei steigenden Fallzahlen die Maskenpflicht im Luftverkehr wieder einführen.

Vor dem Zutritt zu Pflegeheimen und Kliniken muss zusätzlich ein negativer Test vorgelegt werden. Um den Schutz besonders gefährdeter Pflegebedürftiger zu wahren, müssen Heime Beauftragte benennen, die sich um Impfungen, Hygiene und Therapien für Erkrankte etwa mit dem Medikament Paxlovid kümmern.

Länder: Erste Stufe

Die Länder dürfen zusätzliche Auflagen erlassen:  Eine Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr oder öffentlich zugänglichen Innenräumen wie Geschäften und Restaurants.

Es gelten Ausnahmen. Wer einen aktuellen Negativ-Test vorlegen kann, muss keine Maske tragen: Dies gilt bei Freizeit-, Kultur- und Sportveranstaltungen sowie für die Gastronomie.

An Schulen und Kitas können Tests vorgeschrieben werden, auch Maskenpflicht in Schulen - ab der fünften Klasse.

Länder: Zweite Stufe

In Regionen mit kritischer Corona-Lage können die Länder weitere Vorgaben verhängen. Dazu zählen Maskenpflichten bei Veranstaltungen im Aussenbreich, wenn dort Abstände von 1,50 Metern nicht möglich sind. Vorgeschrieben werden können Hygienekonzepte für Betriebe und andere Einrichtungen. Außerdem sollen Besucher-Obergrenzen für Innenveranstaltungen möglich sein.

Dafür ist allerdings ein Landtagsbeschluss nötig. Bedingung ist außerdem, dass eine konkrete Gefährdung für das Gesundheitswesen oder andere wichtige Versorgungsbereiche für eine Region festgestellt wird.

Inkubationszeit

Bei der Omikron Variante BA.5 beträgt die Zeit von der Ansteckung bis zum Nachweis der Erkrankung durch einen Test etwas über drei Tage. Das Robert Koch-Institut rechnet bei allen anderen Varianten mit vier bis sechs Tagen.

Zusätzliche Pläne

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sieht darüber hinaus daneben eine neue Impfkampagne, einen schnelleren Einsatz von Medikamenten bei Erkrankten vor.

Neuer Booster! Für wen?

Die EU-Kommission hat jetzt zwei an die Omikron-Variante BA.1 angepasste Impfstoffe zugelassen, ab Anfang September 2022 sollen sie verfügbar sein.

Um welche Impfstoffe geht es?

Die Hersteller BioNTech/Pfizer und Moderna haben sogenannte bivalente Impfstoffe entwickelt. Bivalent heißt: Sie sollen sowohl gegen die ursprüngliche Form des Coronavirus als auch gegen den Omikron-Subtyp BA.1 wirken. Experten gehen davon aus, dass die Impfstoffe auch einen Vorteil gegen den in Deutschland derzeit dominierenden Subtyp BA.5 bringen.

Die beiden neuen Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna können bei Personen ab zwölf Jahren eingesetzt werden, die mindestens die Grundimmunisierung gegen Covid-19 erhalten haben.

Ungeklärtes aus Down Under

Deutschland ist nun mal keine Insel. Die Corona-Pandemie grassiert weltweit und springt von Region zu Region, meist mit neuen Varianten. Hier einige „ungeklärte Fälle“ und mögliche Szenarien, die auch oder gerade uns betreffen.

In Australien und Neuseeland – hier ist gerade Winter - wird eine Kombination von Influenza (echter Grippe) und Corona-Pandemie beobachtet. Für Virologen und hier insbesondere die US-Amerikaner ist dieser Pazifikraum Testfeld für das eigene Infektionsgeschehen. Stellt sich für uns die natürliche Frage: Wie hoch werden die Gefahren dieser (scheinbar weit entfernten) Pandemie-Situationen in „Down Under“ für Mitteleuropa eingeschätzt? Das ist alles Spekulation? Von wegen!

(Der US-Sender CNN hat über die COVID19/Influenza-Infektionen in den Pazifikstaaten Australien und Neuseeland berichtet. Die dortige Infektionslage wird von den US-Gesundheitsbehörden seit Jahren genau analysiert, da diese auf die Entwicklung in den Vereinigten Staaten hinweist. Siehe auch https://edition.cnn.com/2022/09/06/health/flu-covid-winter-us/index.html Es geht uns also an!)

Bierdunst-Blase über München

O’zapt ist’s. Heißt es in zwei Wochen auf der Münchner Theresienwiese. Nach zwei Jahren Corona-bedingter Pause. Und nach der zweiten Maß sind alle Vorsichtmaßnahmen vergessen. Bierselig drängen die Massen aus aller Herren Länder in die Enge der Zelte. Über sechs Millionen Gäste waren das jedes Jahr in den Zeiten vor Corona. Auf dem Oktoberfest hatten Erreger immer ein leichtes Spiel - und das nicht erst seit Corona.

Ein paar Tage nach dem Wiesnstart beginnt in München regelmäßig das Gehuste und Geschniefe: Wiesn-Grippe. Das war immer so, das gehört dazu. Seit über 100 Jahren jedes Jahr das selbe Phänomen. Allerdings, so die Mediziner handelt es sich meist um eine Grippe, keine Influenza!

Entwarnung also? Eher nicht! Wer sich auf der Wiesn auskennt, sollte seinen Blick rechts neben die Bavaria wenden. Dort steht das Hofbräuzelt. Traditionell versammeln sich dort die englisch sprechenden Gäste, trinkfreudig und in Feierlaune. Etliche werden aus Australien und Neuseeland anreisen. Und dort brütet gerade die Kombi von Corona und Influenza. Wie war das vor zwei Jahren in Ischgl, dem Karneval in NRW und Starkbierfesten im bierseligen Bavaria?

 
 

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