30 Jahre: Schaufenster der Brandenburger Landwirtschaft feiert

Veröffentlicht am 02.10.2019 in Wirtschaft

Die Währungsunion im Jahre 1990 brachte den lang ersehnten Westen in die Läden von Kaufhalle, Konsum und HO. Plötzlich standen bunt bedruckte Joghurtbecher in den Regalen. Mit allen möglichen Geschmacksrichtungen. Butter, Käse, Wurst, Süßigkeiten. Alles musste von drüben sein. Was aus den LPGs, den Kombinaten und den VEB kam war plötzlich nicht mehr angesagt. Ostdeutsche (heute würde man sagen regional) Lebensmittel verschwanden vorübergehend aus den Regalen oder wurden zu Billigpreisen verramscht.

Eine Anleihe aus dem Westen sollte den heimischen Produzenten wieder auf die Standbeine helfen: Klassisches Marketing und Werbung waren angesagt: Die Brandenburger Produzenten und Verarbeiter versuchten Aufmerksamkeit zu erzielen, um wieder Marktanteile und Standplätze in den Supermärkten und Discountern zu gewinnen. Die bewährte Agra in Leipzig hatte zu wenig Wirkung auf den Berliner Markt. Etwas Brandenburgisches musste also her.

Der Standort für Tierschauen des früheren DDR-Bezirks Potsdam in Paaren sollte deshalb für die Region zum „Schaufenster für den ländlichen Raum“ werden. Märkisches Ausstellungs- und Freizeitzentrum Paaren (MAFZ ) so der neue Name, der auch die Aufgabe verriet. Seit dem Jahr 1991 ist das Havelland Gastgeber der Brandenburgischen Landwirtschaftsausstellung BraLa, die die mehrheitlich kreiseigene GmbH mit vielen Agrarverbänden ausrichtet.

Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger: „Die Geschichte der brandenburgischen Agrar- und Ernährungswirtschaft ist in besonderer Weise mit dem Dorf Paaren verbunden. Gerade die Ausrichtung einer Brandenburger Agrarmesse zählt zu den bis heute nachwirkenden Ideen der Nachwendezeit.“ Hinzu kam: Den Kunden dämmerte es auch, dass Westverpackungen zwar bunter waren, der Inhalt dennoch nicht viel besser schmeckte. Oder die heimischen Hersteller mächtig aufholten.

Das inzwischen 24 Hektar große Ausstellungsgelände mit Großparkplatz (zirka acht Hektar) bietet hervorragende Bedingungen für Aussteller und Besucher. Für Baumaßnahmen, insbesondere für die Messehallen, kamen seit 1995 Fördermittel der Ländlichen Entwicklung aus dem brandenburgischen Landwirtschaftsministerium zum Einsatz.

Über das Jahr zieht das Gelände mit weiteren Messen und Veranstaltungen Besucher an – viele davon mit landwirtschaftlichem Bezug wie Züchterschauen mit Kleintieren, Rindern, Pferden oder auch das „Brandenburger Schlachtefest“. Das Gelände kann ganzjährig besucht werden. Gerade Kinder- und Jugendgruppen zählen zu den Gästen des kleinen Haus- und Nutztierparks.

Auch Dank des Verbands pro agro – Verband zur Förderung des ländlichen Raumes in der Region Brandenburg-Berlin e.V., der auf dem MAFZ-Gelände seinen Sitz hat, wurde Paaren zu einer bekannten Adresse für Ansprechpartner in der Landwirtschaft, in der Ernährungsbranche, im Handel und in der Gastronomie sowie im Land- und Naturtourismus.

Paaren ist selbst ein Standort für die Direktvermarktung. Eine kleine Brauerei, ein Ableger des Templiner Brauhauses aus Potsdam, kredenzt handwerklich gebrautes Bier direkt aus dem Brautank des Messegeländes.

Was wäre das MAFZ ohne Förderer?

Jörg Vogelsänger wird auf Einladung des Paarener am Freitagabend (4. Oktober) im Märkischen Ausstellungs- und Freizeitzentrum Paaren (MAFZ ) in Schönwalde im Glien den festlichen Auftakt für das Jubiläumsjahr 2020 begleiten.

Der Paarener Förderverein will mit dem frühen Termin in diesem Jahr bewusst auf den Fall der Mauer 1989 anknüpfen. Denn bereits das Jahr von der Maueröffnung bis zur Wiedergründung des Landes Brandenburg am 3. Oktober 1990 war eine Zeit für Weichenstellungen in Richtung Gründung des MAFZ.

Vogelsänger: „Ohne den Förderverein Freunde des MAFZ Paaren im Glien e.V. wäre die erfolgreiche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen auf dem Gelände nicht umsetzbar. Viele der Mitglieder stammen aus landwirtschaftlichen Berufen. Paaren ist vor allem auch ein Musterbeispiel für die engagierte Arbeit dieser Havelländer im Ehrenamt.“

 
 

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