Brandenburgs Landwirtschaft ist geprägt von der Rinderzucht und der Milchproduktion. Eine Bestandsaufnahme und ein paar Eckdaten.
Brandenburgs Landwirtschaft ist geprägt von der Rinderzucht und der Milchproduktion. Eine Bestandsaufnahme und ein paar Eckdaten.
Zum Stichtag 3. Mai 2014 gab es in Brandenburg 569 300 Rinder also 7.800 Tiere mehr (1,4 Prozent) als im November 2013. Das ist nach vielen Jahren wieder ein Zuwachs beim Rinderbestand. Die Zahl der Milchkühe erhöhte sich gegenüber November 2013 um knapp 2.400 auf 165.000 Tiere (1,5 Prozent). Damit war der Zuwachs bei den Brandenburger Milchkühen stärker als auf Bundesebene (ein Prozent). Mit rund 9.200 Kilogramm Milch pro Kuh und Jahr liegt die Leistung auf Vorjahresniveau.
Brandenburg verfügt mit durchschnittlich 224 Milchkühen über größten Betriebe. Es folgen Mecklenburg-Vorpommern mit 214 und Sachsen-Anhalt mit 194 Milchkühen je Haltung. Bundesweit liegt dieser Wert bei 56 Milchkühen im Schnitt.
Der Bestand der Tiere, die als sonstige Kühe erfasst werden - in Brandenburg sind dies fast ausschließlich Mutterkühe - nahm um 600 auf 92.700 Tiere zu (0,7 Prozent). In keinem anderen Bundesland werden so viele Mutterkühe gehalten. Regional gibt es die größten Bestände im Nordwestbrandenburg. So wurden im Landkreis Prignitz 72.200 und in Ostprignitz-Ruppin 60.500 Rinder erfasst.
Zum selben Stichtag wurden in Berlin 774 Rinder gezählt. Das waren 7,4 Prozent mehr Rinder als im November des Vorjahrs. Davon gehörten 121 Tiere zu den Milchkühen (15,6 Prozent) und 195 Tiere zu den sonstigen Kühen (25,2 Prozent). Zu den Fleischnutzungsrassen zählten 484 Tiere (62,5 Prozent). Hauptsächlich werden die Rassen Limousin, Highland und Büffel gehalten. Weitere 235 Rinder gehörten zu den Milchrindrassen (30,4 Prozent), vor allem der Rasse Deutsche Holstein Schwarzbunt. Die weiteren Rinder sind den Doppelnutzungsrassen (Milch/Fleisch) zuzurechnen.
Tierhalter ohne Anbauflächen für Futter sind in Brandenburg von staatlichen Förderungen ausgeschlossen. Antragsteller haben je nach Tierart und Anzahl genügend eigene Flächen als Futtergrundlage und Auslauf nachweisen. In der neuen EU-Förderperiode im Rahmen der Agrarinvestitionsrichtlinie müssen sich Tierhalter in Brandenburg auf neue Schwerpunkte einstellen. Dabei geht es nicht nur um Verbesserungen bei der Energieeffizienz von Ställen und Anlagen. Bei der artgerechten Haltung und damit dem Tierwohl gelten sowohl in der Basisförderung wie auch in der Premiumförderung höhere Kriterien als gesetzlich vorgeschrieben.
Der Anteil der Brandenburger milcherzeugenden Betriebe, die sich an der Milchleistungs- und Qualitätsprüfung (MLP) des Landeskontrollverbands beteiligen, ist seit Jahren auf einem hohen Niveau. Die Prüfdichte beträgt 95 Prozent. Die Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Maßnahmen zur Verbesserung von Gesundheit und Robustheit landwirtschaftlicher Nutztiere unterstützt die Merkmalserfassung und Auswertung zur Verbesserung der Tiergesundheit und des Tierwohls. Als Landesmaßnahme wird es in der Tierzuchtrichtlinie zur Verbesserung der genetischen Qualität ab 2015 wieder eine Unterstützung der Landestierzucht geben.
Alljährlich findet Mitte Oktober im Märkischen Ausstellungs- und Freizeitzentrum im havelländischen Paaren/Glien Brandenburgs größtes Rinderzüchtertreffen statt. Die Milchrindschau „Blickpunkt Rind“ hat sich als Schaufenster der heimischen Rinderzucht weit über die Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht. Zur Jubiläumsschau werden nach Angaben der Veranstalters, der Rinderzuchtverband Berlin-Brandenburg eG und die RBB Rinderproduktion Berlin-Brandenburg GmbH, etwa 1.000 Besucher erwartet, darunter auch eine Gruppe polnischer Rinderzüchter sowie weitere internationale Gäste.
„Mit Stolz können wir das 20. Jubiläum dieser traditionellen Tierschau begehen“, so Minister Jörg Vogelsänger in einem Grußwort: „Mit großer Anerkennung ist festzuhalten, dass der Rinderzuchtverband Berlin-Brandenburg eG mit seinen Mitgliedern die mehr als hundertjährige Tradition Brandenburgischer Rinderzucht erfolgreich fortsetzt. Das Schwarzbuntzuchtprogramm der RBB ist eines der erfolgreichsten in ganz Deutschland. Brandenburger Spitzengenetik wird weltweit nachgefragt.“
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