Anmerkungen zu 25 Jahre MOL

Veröffentlicht am 26.02.2019 in Landespolitik

Der Landkreis Märkisches Oderland (MOL) feierte gerade sein 25jähriges Jubiläum. Der Landtagsabgeordnete und Minister für Umwelt und ländliche Entwicklung, Jörg Vogelsänger (Bild) kam als Vertreter der Landesregierung. Einige Auszüge aus seinem Grußwort:

Der Landkreis hat letztes Jahr 25 Jahre MOL gefeiert, also die Silberhochzeit der nach der Wende frisch gegründeten Landkreise SRB, SEE, FRW*. Im Jahre 1993 war das nicht unbedingt eine „Liebesheirat“. Gebietsreformen solcher Art werden selten geliebt, sind gelegentlich aber aus vielen Gründen notwendig. Trotz der Unterschiede in den ehemaligen Bezirken ist der neue Kreis gut zusammengewachsen. Die Vielfalt ist geblieben.

Vieles aus dem Landkreis MOL ist weit über die Landesgrenzen bekannt, nur einige Beispiele: Das Oderbruch als einzigartige Kulturlandschaft, der Museumspark in Rüdersdorf, der Naturpark „Märkische Schweiz“, die Rennbahn in Hoppegarten, die Obstbauversuchsanstalt Müncheberg und die Agrarforschungsanstalt ZALF in Müncheberg, der historische Stadtkern in Altlandsberg, sogar Sprungschanzen in Bad Freienwalde, in Hönow ein Anschluss an das Berliner U-Bahn-Netz (U5). Eine attraktive Region, eine gut erhaltene Natur also die Gunst der Lage sorgen für stetigen Zuzug, Tendenz steigend.

Dies ist zugleich eine große Herausforderung: Kitas, Schulen und soziale Einrichtungen müssen modernisiert, erweitert und neu gebaut werden; Wohnen muss bezahlbar bleiben, wir brauchen unbedingt mehr Projekte im sozialen Wohnungsbau, hier werden Bund und Land Brandenburg die Fördermöglichkeiten ausweiten. Gemeinsam gilt es, Projekte im Landkreis MOL zu entwickeln. Zudem müssen Schienen, Straßen und Radwege weiter ausgebaut werden.

Das Hauptaugenmerk gilt dabei den öffentlichen Verkehrsmitteln (ÖPNV). Wir haben die Ostbahn, die Oderbruchbahn, die S5, Straßenbahnen in Strausberg/Schöneiche-Rüdersdorf, das Busnetz des Landkreises und wie schon erwähnt, einen U-Bahn-Anschluss in Hönow

Vieles konnte in den letzten Jahren verbessert werden: Die S5 fährt im 20-Minuten-Takt bis Strausberg-Nord. Die Ostbahn fährt bis Ostkreuz. Wir haben barrierefreie Straßenbahnen. Um nur einige Beispiele zu nennen.

Aktuell will der Landkreis gemeinsam mit den Gemeinden den Busverkehr verstärken. Im Gespräch ist eine sogar neue Buslinie Neuenhagen – Schöneiche.

Obwohl MOL Heimat für viele Pendler ist, müssen wir dafür sorgen, dass es weiter eine flächendeckende Landwirtschaft gibt und der Landkreis auch Industriestandort bleibt. Es gilt dafür zu kämpfen, dass der gesetzliche Rahmen gepflegt wird und die neue EU-Förderperiode die Entwicklung unterstützt.

Natürlich kann jeder seinen besonderen Beitrag leisten. Ein gutes Beispiel ist die Umweltpartnerschaft Zementwerk Rüdersdorf. Gut unterwegs ist der aktuelle Förderplan bei der ländlichen Entwicklung. Die beiden lokalen Arbeitsgruppen leisten im Landkreis hervorragende Arbeit.

Landesweit sind im wichtigsten EU-Förderprogramm Leader über 1.000 Projekte bewilligt! Vielen Bewilligungen folgen dann Einweihungen mit Volksfesten, so auch hier am Sportplatz Seelow. Weitere Mittel wird es geben, da der Bund die Gemeinschaftsaufgabe für die ländliche Entwicklung geöffnet hat. Hiervon wird auch MOL profitieren.

Die LAG’s machen ihre Arbeit im Ehrenamt! An dieser Stelle möchte ich allen danken, die sich hier engagieren! Im sozialen Bereich, in Initiativen, die Flüchtlinge unterstützen, in den Vereinen, in Projekten, die die Lebensverhältnisse verbessern, im Einsatz für uns alle. Das macht alles nicht an der Landesgrenze halt!

Bei den verheerenden Waldbränden im vergangenen Jahr im Süden/Westen Brandenburgs habe ich viele Einsatzkräfte aus MOL getroffen. Bei allen materiellen Schäden ist es gelungen, dass keine Menschen ernsthaft zu Schaden gekommen sind, keine Orte durch Brand zerstört wurden. Dafür mein großer Dank und Respekt an die Einsatzkräfte von freiwilligen Feuerwehren und Rettungskräften.

Vieles wurde erreicht im Landkreis Märkisch Oderland. Vieles wartet noch auf einen Neubeginn, eine Erweiterung oder eine Änderung. Was von Menschenhand geschaffen, wird eben nie fertig. Menschen werden nie stehenbleiben.

Nur ein Beispiel, was noch erledigt werden könnte. Die Eisenbahn-Verbindung zwischen Paris über Berlin nach Petersburg verläuft in MOL immer noch einspurig. Ein zweites Gleis für Europa wäre doch ein gutes Signal!

Ein Wunsch für MOL und Europa

Nach erfolgreichen 25 Jahren MOL in Frieden und Freiheit wünsche ich weiter eine Grundeinstellung mit Optimismus und Zuversicht.

Wenige Wochen vor dem Brexit sage ich mit Überzeugung: Europa ist und bleibt unsere Zukunft – gerade auch in MOL.

Alles Gute den Bürgerinnen und Bürgern, alles Gute dem Landkreis MOL.

Vielen Dank!

Ihr Jörg Vogelsänger

* SRB, SEE, FRW: Die ehemaligen Landkreise Strausberg, Seelow und Freienwalde sind wieder im Straßenverkehr zu sehen. Als (freiwillige) Autokennzeichen.

 
 

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