Bevölkerungsentwicklung: Die Berliner kommen, die Brandenburger gehen...

Veröffentlicht am 25.11.2015 in Landespolitik

Berlin wird in einigen Jahren vier Millionen Einwohner zählen. Der Wahlkreis 31, am Ostrand der deutschen Hauptstadt wird von dem Wachstumskurs profitieren. Das gesamte Land Brandenburg wird langfristig schrumpfen, auf etwas über zwei Millionen Bürger. Für das Ministerium Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Umwelt bedeuten die Zahlen nur eines: Viel Arbeit.

Nach der „Bevölkerungsprognose 2014 bis 2040“ werden danach in 25 Jahren nur noch 2,167 Mio. Menschen im Land Brandenburg leben. Zwei Entwicklungen sind seit längerer Zeit gut zu erkennen: Während im Berliner Umland die Einwohnerzahl bis etwa 2026 um sechs Prozent wächst und danach weitgehend stabil bleibt, schrumpft die Bevölkerung im anderen Teil des Landes um mehr als ein Fünftel.

Für den Landkreis Oder Spree erwarten die Statistiker insgesamt ein Minus von rund 17 Prozent. Die Einwohnerzahl soll von 176.900 Einwohnern im Jahre 2013 auf 146.200 im Jahre 2040 schrumpfen. Die Region zwischen Erkner, Neuenhagen und Hoppegarten (Wahlkreis 31) wird dagegen zu den Gewinnern in der Bevölkerungsentwicklung gehören Die Nähe zur Metropole Berlin machts. Im Osten von LOS sieht es dagegen ganz anders aus.

Das Brandenburger Wachstum setzt sich, wie am Beispiel von LOS zu sehen, weitgehend aus Zuzügen aus der Bundeshauptstadt zusammen. Dann kommen Bürger aus osteuropäischen EU-Staaten. Erst seit 2010 seien vermehrt Zuwanderer aus Berlin zu beobachten. Allein 2014 lag der Überschuss bei knapp 10.000.

Ein paar Gewinne und Verluste in Kürze: Die Landeshauptstadt Potsdam erlebt mit plus 15,3 Prozent einen regelrechten Boom. Die Landkreise Dahme-Spreewald (-1,5), Potsdam-Mittelmark (-1,8), Havelland (-3,4) und Oberhavel (-5,9) halten in etwa das Niveau. Die übrigen kreisfreien Städte büßen deutlich zwischen 14,9 und 19,5 Prozent ein. Die größten Verlierer sind laut Prognose Prignitz (-26,3), Elbe-Elster (-26,2) und Spree-Neiße (-28,8).

Etliche Regionen werden nach UN-Definition menschenleer sein – dort werden weniger als 16 Menschen pro Quadratkilometer leben. Denn bis zum Jahr 2040 wird fast die Hälfte der Bevölkerung auf etwa zehn Prozent der Landesfläche leben. Dabei werden die Brandenburger im Schnitt immer älter: Im Jahr 2040 sind 800.000 Bewohner älter als 65 Jahre. Das sind 37 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Die Statistiker mussten ihre Prognose zur Bevölkerungsentwicklung übrigens kurzfristig anheben. Entgegen der bisherigen Annahmen soll die Einwohnerzahl bis 2018 erst einmal auf 2,465 Millionen ansteigen. Nach der kurzen Wachstumsphase erwartet das Landesamt für Statistik wieder eine rückläufige Entwicklung. Wie schon in den Jahren seit 2001 zu beobachten war. Der Schrumpfungsprozess verzögert sich also nur. Im Jahre 2040 sollen noch 2,167 Millionen Menschen in Brandenburg leben, was ein Minus von 11,5 Prozent im Vergleich zum Referenzjahr 2013 bedeutet.

Trotz der steigenden Zahl von Flüchtlingen ist der Einfluss auf die Bevölkerungsentwicklung mit vielen Fragezeichen zu versehen. Ungewiss ist schon, wie viele überhaupt Dauer in Brandenburg bleiben werden. Eine Beispielrechnung: Wenn jeder Zweite langfristig in Brandenburg bleibt und sich die Zahl der Asylsuchenden bis zum Jahre 2022 auf das langjährige Mittel abschwächt, könnte Brandenburg 2040 noch 2,302 Millionen Einwohner zählen. Rund 130.000 Brandenburger mehr als in der Rechnung ohne die Neuankömmlinge.
 

 
 

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