Biene Maja wird sich freuen: 1. Weltbienentag am 20. Mai

Veröffentlicht am 17.05.2018 in Umwelt

Die Vereinten Nationen haben den Sonntag (20. Mai) erstmals zum Weltbienentag ausgerufen. Als Hinweis auf die große Bedeutung der kleinsten Nutztierart. Aber auch auf die Gefahren für das wohl wichtigste Insekt für die Menschheit. Eine Übersicht, wie es um den Honiglieferanten in Brandenburg steht.

In Brandenburg stieg im Jahr 2017 die Zahl der Honigbienenvölker leicht an. Ebenso die der Imker. Bei einem geschätzten Honigertrag von 30 Kilogramm pro Volk lieferten die Immen rund 1.600 Tonnen Honig. „Wenn nicht zuletzt auch dank der Unterstützung des Landes das Interesse an der Imkerei wieder steigt und nach dem dramatischen Einbruch in den Nachwendejahren die Zahlen erfreulicherweise wieder nach oben gehen, bleibt noch viel zu tun“, betont Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger: „Beispielsweise müssen die Imker um junge Leute werben. Zurzeit dominieren vor allem die älteren Jahrgänge die märkische Imkerschaft.“

Kulturpflanzen und Honigbienen gehen in jedem Frühjahr und Sommer eine enge Verbindung ein. Damit diese Verbindung fruchtbar bleibt, kommt es darauf an, dass Landwirte und Gartenbesitzer erlaubte Pflanzenschutzmittel nicht nur sparsam, sondern vor allem bienengerecht einsetzen. Die Blüte ist auch die Zeit, in der viele Schadorganismen aktiv sind. Bei unumgänglichen Pflanzenschutzmaßnahmen während der Blüte von Kulturpflanzen ist dem Schutz der Honigbiene und anderer Blütenbesucher besondere Aufmerksamkeit zu widmen.

Das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Entwicklung (LELF) bietet über seinen Pflanzenschutzdienst Weiterbildung und Beratung für Landwirte an, die gut angenommen werden. „Eine gute Kommunikation zwischen dem Landwirt oder Gärtner und den in der Umgebung wirtschaftenden Imkern gewinnt zunehmend an Bedeutung und sollte zur Selbstverständlichkeit werden“, so der Minister.

Über eine gelungene Kooperation im Dörfchen Lausitz bei Bad Liebenwerda informiert beispielsweise die vom Agrar- und Umweltministerium inzwischen in mehrfacher Auflage herausgegebene Broschüre „Blütezeit in der Mark – Bienen und Imkerei in Brandenburg“.

Bienen Bestand in Brandenburg

2017 gab es in Brandenburg rund 5.100 Imker mit rund 52.600 Bienenvölkern. An der Gesamtentwicklung hatte der Landesverband Brandenburgischer Imker e.V. (LVBI) mit 2.648 Bienen haltenden Mitgliedern (plus 5,7 Prozent zum Vorjahr) und 26.111 gemeldeten Bienenvölkern einen bestimmenden Anteil. Die 74 Imker des Landesverbandes der Buckfastimker Berlin-Brandenburg e.V. (LBBB) halten zusammen rund 3.455 Bienenvölker. Der Organisationsgrad der Imker in Vereinen und Verbänden beträgt 60 Prozent bis 70 Prozent.

Wildbienen nicht vergessen

Die Honigbiene verfügt darüber hinaus über eine weit verzweigte Verwandtschaft. 550 Wildbienenarten werden deutschlandweit gezählt, die sich insbesondere bei Pflanzen nützlich machen, die Honigbienen weniger beachten, darunter viele seltene Arten. Probleme bereiten in Deutschland vor allem die Wildbienenbestände. Für deren Schutz kann jede und jeder schon mit einfachen Mitteln etwas tun – durch naturnahe, artenreiche Garten- und Grüngestaltung oder durch die Bereitstellung künstlicher Nisthilfen. Tipps enthält die bereits erwähnte Broschüre „Blütezeit in der Mark“. Die „Rote Liste Bienen“, herausgegeben vom Landesamt für Umwelt, ist als Heft vergriffen, aber online über die Seiten des Brandenburger Agrar- und Umweltministeriums abrufbar:

Länderinstitut für Bienenkunde (LIB)

Hohen Neuendorf ist Standort des Länderinstituts für Bienenkunde. Neben Brandenburg sind Berlin, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen Gründungsmitglieder der Einrichtung und tragen es bis heute durch Projektförderung. Mit der Mehrländerfinanzierung gelang es, in Hohen Neuendorf eine in den neuen Bundesländern einmalige Forschungseinrichtung für die praxisorientierte Bienenforschung zu etablieren. Zu den Aufgaben des LIB zählt die Beratung von Behörden und Institutionen, von Imkern und der interessierten Öffentlichkeit. Insgesamt sind gegenwärtig am LIB rund 50 Mitarbeiter beschäftigt

Gemeinsame Projekte der Länder Brandenburg, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Berlin zur Entwicklung von quantitativ genetischen und molekulargenetischen Methoden zum Erhalt der genetischen Vielfalt und Verbesserung der Krankheitsresistenz und Leistungsfähigkeit von Honigbienenpopulationen unterstützt Brandenburg mit jährlich 188.000 Euro. Für ein Projekt zu Bienenkrankheiten stellt Brandenburg pro Jahr 176.500 Euro zur Verfügung. Das Länderinstitut konnte in den vergangenen Jahren mit EU- und Landesmitteln grundsaniert werden. Insgesamt wurden am Standort 4,8 Millionen Euro investiert.

Wanderausstellung im BARNIM PANORAMA

Das BARNIM PANORAMA in Wandlitz, in dem auch das Besucherzentrum des Naturparks Barnim seinen Sitz hat, zeigt bis zum 25. Oktober die Ausstellung „Stadt - Land - Biene“. Die als Kooperationsprojekt der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, des Brandenburger Umweltministeriums und des Berlin-Brandenburger Naturparks Barnim entstandene Wanderausstellung thematisiert die Unterschiede von Bienenhaltung in Stadt und Land. Sie informiert über die Wildbienen im Ballungsraum Berlin. Vor allem aber bringt sie dem Betrachter das faszinierende Leben der Honig- und Wildbienen in unserer direkten Nachbarschaft eindrucksvoll nah.

Gezeigt wird, worin sich Wild- und Honigbienen unterscheiden, was Bienen zum Überleben brauchen und wie sie mit den Lebensräumen Stadt und Land zurechtkommen. Die Ausstellung zeigt zudem, wie Bienen ihre Umwelt wahrnehmen und miteinander kommunizieren oder was Bienen eigentlich im Winter machen. Auch auf das  Bienensterben wird eingegangen. Nicht zuletzt geht es um eine bienenfreundliche Umwelt und die Fragen, wie sich Landwirtschaft umgestalten lässt und was jeder - egal, ob in der Stadt oder auf dem Land - zum Schutz der Bienen beitragen kann.

Die Ausstellung wird von einer Vortragsreihe begleitet, die einen weiten Bogen von der Geschichte der Imkerei bis zu aktuellen Fragen der Imkerei und des Wildbienenschutzes spannt. Der Schaugarten des BARNIM PANORAMAS bietet begleitend über die Saison Anregungen zur Gestaltung eines bienenfreundlichen Gartens, vertieft durch thematische Führungen des Vereins zum Erhalt historischer Nutzpflanzen VERN e.V.

 
 

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