Brandenburgs Zukunft: Savanne an der Ostsee?

Veröffentlicht am 21.09.2019 in Umwelt

Es wird immer wärmer. Das seereiche Land droht, dramatisch Wasser zu verlieren. Der Meeresspiegel steigt hingegen stark, sodass Bad Freienwalde zur Jahrhundertwende – also in 80 Jahren - an der Ostsee liegt. Das ergibt der erste regionale Klimareport für ein deutsches Binnenland wie Brandenburg. Dieser wurde seit längerer Zeit vorbereitet und gilt als Grundlage für Maßnahmen gegen Folgen des Klimawandels.

Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) hat den Klimareport gemeinsam in Potsdam mit Mitarbeitern des DWD am (ohne Absicht) ersten globalen Friday for Future vorgestellt: „Es wird immer deutlicher, dass der Klimawandel sich beschleunigt hat. Die negativen Wirkungen haben zugenommen. Brandenburg steht ohne Wenn und Aber zur Umsetzung der national und international verabredeten Klimaschutzziele."

Der Klimareport des Deutschen Wetterdienstes (DWD) rechnet in den kommenden Jahrzehnten mit weiteren Extremen für Brandenburg. Demnach droht das Land, dramatisch an Wasser zu verlieren. Gleichzeitig könnte den Forschern zufolge der Meeresspiegel so stark steigen, dass Bad Freienwalde (Märkisch-Oderland) zur Jahrhundertwende an der Ostsee liegt.

Streusandbüchse Brandenburg

In den zwölf klimatischen Teilregionen Deutschlands sei Brandenburg, so der Bericht, das "Kernland einer trockener fallenden Zone". "Brandenburg gilt als gewässerreich und niederschlagsarm", so der Minister. „Hoch- und Niedrigwasser forderten die Region immer wieder heraus.“ "Deshalb zeichnet sich nicht nur mit Blick auf 2018 und aktuell in diesem Jahr ab, dass die Wasserverfügbarkeit die größte Herausforderung für Brandenburg sein wird", betont Minister Vogelsänger. Die von LfU und DWD ausgewerteten Klimamodellierungen bestätigten diese Einschätzung.

Seit der Aufzeichnung der Wetterdaten im Jahr 1881 bis 2018 ist die durchschnittliche Jahrestemperatur um 1,3 Grad gestiegen. Von 1961-1990 lag der Jahresmittelwert in Brandenburg bei 8,7 Grad. Im vergangenen Jahr stieg er demnach auf den Rekordwert von 10,8 Grad. Wie merkt der Bürger das: die Frosttage nehmen ab, die Menge der Sommertage und die Hitzewellen und Regengüsse wie in den vergangenen beiden Jahren dagegen zu.

Forderungen Fridays For Future

Millionen junger Menschen sind am Freitag, 20.09.2019 auf die Straßen der Metropolen gegangen. Es sind beeindruckende Bilder einer globalen Demonstration. Und das wollen sie für Deutschland erreichen: Einhaltung der Ziele des Pariser Abkommens und des 1,5°C‑Ziels (Begrenzung der Klimaerwärmung). Das bedeutet eine Netto-Null bis zum Jahr 2035, den Kohleausstieg bis 2030 und 100% erneuerbare Energieversorgung bis 2035 zu erreichen.

Entscheidend für die Einhaltung des 1,5°C‑Ziels ist, die Treibhausgasemissionen so schnell wie möglich stark zu reduzieren. Deshalb fordern sie bis Ende 2019 das Ende der Subventionen für fossile Energieträger und Abschaltung eines Viertels der Kohlekraftwerke.

Dazu eine Steuer auf alle Treibhausgasemissionen. Der Preis für den Ausstoß von Treibhausgasen muss schnell so hoch werden wie die Kosten, die dadurch uns und zukünftigen Generationen entstehen. Laut Umweltbundesamt wären das 180€ pro Tonne CO2.

Das hat die Bundesregierung zum Klimawandel beschlossen

Die große Koalition in Berlin hat sich unter anderem darauf geeinigt, den geplanten CO2-Preis zur Verteuerung von Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas ab 2021 auf 10 Euro pro Tonne Kohlendioxid (CO2) festzulegen. Bis zum Jahr 2025 soll der Preis dann schrittweise auf 35 Euro steigen. Das geht aus einem 22 Seiten langen Eckpunkte-Papier hervor.

Die KFZ-STEUER soll ab 2021 für Autos mit höherem CO2-Ausstoß steigen. Damit sollen Kaufprämien für E-Autos unter 40.000 Euro finanziert werden. Die LKW-MAUT wird ab 2023 stärker am CO2-Ausstoß ausgerichtet und bezogen auf jetzige Lastwagen verdoppelt.

Das finanziell angeschlagene Staatsunternehmen BAHN erhält über das Eigenkapital jährlich bis 2030 einen Zuschuss von einer Milliarde Euro, insgesamt also zehn Milliarden Euro. Die Umsatzsteuer auf Fernbahn-Tickets soll ferner auf sieben Prozent reduziert werden.

FLÜGE zu Dumpingpreisen werden untersagt. Tickets müssen mindestens so viel kosten wie Gebühren, Steuern und andere Entgelte anfallen. Inlandsflüge dürften so dann mindestens 30 Euro kosten. Dazu soll die Flugticketsteuer in dem Maße erhöht werden, dass sie die Umsatzsteuer-Senkung bei der Bahn gegenfinanzieren kann.

Der STROMPREIS soll im Gegenzug zur Belastung von Sprit und Heizöl sinken. Ab 2021 soll dafür die Umlage zur Förderung des Ökostroms (EEG) um 0,25 Cent pro Kilowattstunde sinken. 2022 wird sie um den gleichen Betrag gekürzt und 2023 dann um insgesamt 0,625 Cent.

Bei ERNEUERBAREN ENERGIEN wird die Begrenzung der Förderung auf insgesamt 52 Gigawatt Leistung aufgehoben. Der Ausbau der Windenergie auf hoher See (offshore) wird um fünf Gigawatt auf mindestens 20 Gigawatt bis 2030 beschleunigt. Windräder an Land dürfen generell nur noch im Abstand von 1000 Metern von Siedlungen gebaut werden. Länder können Ausnahmen erlauben. Kommunen sollen künftig eine finanzielle Beteiligung an den Erlösen der Windparks erhalten.

Die DÄMMUNG und SANIERUNG von Gebäuden für den Klimaschutz wird ab 2020 steuerlich gefördert. Dabei soll nicht nur eine Komplettsanierung von der Steuer abgesetzt werden können, sondern auch Teilsanierungen wie ein neues Dach oder neue Fenster.

Der Austausch alter HEIZUNGEN soll mit bis zu 40 Prozent gefördert werden. Ab 2026 dürfen Ölheizungen dann gar nicht mehr eingebaut werden.

Klimawandel: Mythos oder Realität?

Da verbietet ein US-Präsident dem Staat Kalifornien die Umsetzung von Maßnahmen gegen den Umweltschutz. Wer einmal den Smog in der Sonnenstadt Los Angeles erlebt hat, kann sich über diesen Klimaleugner nur wundern. Die Rußschwaden von nasser schwefelhaltiger Braunkohle, samt den Auspuffgasen von Trabi und Wartburg sind den älteren noch in Erinnerung. Ebenso die Industrieabgase über dem Chemiedreieck aber auch dem Ruhrpott. Dennoch wird er bestritten der Klimawandel. Die gängigsten Thesen hat Spektrum der Wissenschaft widerlegt.

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