„Sanierungskonzept für einen Altlastenstandort“, heisst es so schön im Amtsdeutsch. Dahinter steckt jede Menge Ärger für die in der Nähe wohnenden Bürger, erhebliche kriminelle Energie bei den ehemaligen Betreibern und allerlei juristische Finessen, um überhaupt mit der Räumung solcher Umweltschweinereien beginnen zu können. Beispiel Deponie Neuendorf/Fläming.
Ungesicherte Altlasten sind tickende Zeitbomben. Ein ekliger Ort und gefährlicher Platz für spielende Kinder. Seuchengefahr durch Ratten und Ungeziefer droht. Häufig kommt es zu Bränden wie in Neuendorf im November und Dezember 2011. Und abgelagerter Müll zieht anderen Müll an. Vor diesem Hintergrund werden in den kommenden Jahren nach und nach weitere illegale Deponien aus dem Weg geräumt.
Neuendorf gehört wie das vor wenigen Wochen beräumte Friedrichsthal (Uckermark) zu den Altlastenstandorten im Land, bei denen alle Rechtsmittel ausgeschöpft sind. Die ehemaligen Betreiber der Fläming Sortieranlage haben sich abgesetzt, oder können sonst nicht selbst haftbar gemacht werden. Eine Grundvoraussetzung für die Räumung solcher Altlasten: Das Areal muss der Gemeinde gehören.
In Neuendorf sollen 5.700 Tonnen Abfall liegen.
(Landesweit sollen es bis zu 70.000 Tonnen auf illegalen Deponien sein.) Die Kosten werden zwischen drei und fünf Millionen Euro kalkuliert. Vor Überraschungen sind die Entsorger bei derartigen Projekten nie sicher. Nach dem Ende der Beräumung wird die Fläche an ein schon vorhandenes Naturschutzgebiet eingegliedert.
„Bei diesen Altfällen aus den Neunzigerjahren stehen wir als Land immer vor der Frage, ob und wie viele Steuermittel wir einsetzen“, so Minister Jörg Vogelsänger: „Für die betroffenen Gemeinden sind solche Sanierungen meist nicht zu stemmen und nicht überall gibt es Investoren, die im Gegenzug für die Übernahme solcher Flächen Geld für die Beräumung bereitstellen“.
Gemeinsam mit dem Ministerium für Umweltschutz und dem Landesamt für Umwelt hat die Gemeinde Rabenstein/Fläming für Neuendorf ein Sanierungskonzept erarbeitet. Im Doppelhaushalt 2017/2018 stehen die notwendigen Gelder bereit. Die Gemeinde hat das 3,2 ha große Areal als Eigentümer übernommen. Damit sind die weiteren Voraussetzungen geschaffen: Das Amt Niemegk schreibt das Projekt aus. Die sachgerechte Entsorgung der Altlasten wird wird Frühjahr 2017 beginnen.