Ein Stück Geschichte Berlins und Brandenburg: Vogelsänger gratuliert zu 90 Jahren S-Bahn

Veröffentlicht am 07.08.2014 in Verkehr

Bernau/Berlin – Brandenburgs Verkehrsminister Jörg Vogelsänger und Berlins Verkehrsstaatssekretär Christian Gaebler tauften am 8. August, 12.15 Uhr den Jubiläumszug am Berliner Nordbahnhof auf die Namen „Brandenburg“ und „Berlin“. Zuvor war ein Zug bereits um 11.00 Uhr in Bernau mit dem Namen der Sttadt getauft worden. Denn am 8.8.1924 nahm die erste elektrischen Stadtbahn zwischen Bernau und Berlin Nordbahnhof ihren Dienst auf. Ein kurzer Rückblick auf 90 Jahre S-Bahn.

Die Entwicklung der S-Bahn reichte bis weit vor das Jahr 1924. Schon in den 1880er-Jahren erhielten die dampfbetriebenden Vorortzüge auf vielen Strecken eigene Gleise. Die Trennung vom Netz des Regional-, Fern- und Güterverkehrs charakterisiert bis heute eine Stärke der S-Bahn. Damals eine verkehrstechnische Sensation.

Bereits vor der Jahrhundertwende verkehrten deshalb schon zahlreiche Vorortzüge auf den nach Berlin führenden Bahnstrecken. Ein wichtiger Beitrag zur Mobilität und zum Aufstieg des Großraums Berlin zur wichtigsten Industrieregion Europas.Die rußenden Dampflokomotiven wurden auch damals schon als Umweltproblem erkannt. Der 1. Weltkrieg verzögerte die geplante Elektrifizierung der Vorortzüge erst einmal um ein Jahrzehnt.

Die Strecke zwischen Bernau und Berlin Nordbahnhof machte den Anfang. Bei der Elektrifizierung ab 1924 führten gleich zu Beginn zwei Strecken über die Berliner Stadtgrenze hinaus. Bernau (1924) und Oranienburg (1925). Erkner und Potsdam folgten wenige Jahre später (1928). In der jungen Weimarer Republik war das ein unglaublicher wirtschaftlicher Kraftakt. Technisch gesehen würden wir den Ausbau der S-Bahn heute als High-Tec bezeichnen. Zahlreiche S-Bahn-Züge aus dieser Zeit waren dann allerdings für über ein halbes Jahrhundert unterwegs.

Viele Metropolen der Welt beneiden auch heute noch die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg. Ein gut ausgebautes Angebot im öffentlichen Personennahverkehr mit dem Rückgrat S-Bahn hat nicht jedes Ballunsgebiet. Auch wenn zahlreiche technische Probleme den reibungslosen S-Bahn-Verkehr über Jahre behinderten: Die stetig steigende Zahl der Pendler belegt das Vertrauen in den schienengebundenen Nahverkehr. Mit dem Umzug vieler Berliner und Zuzügler in das Umland wächst auch die Bedeutung der S-Bahn.

Obwohl Brandenburg gewissermaßen nur der Juniorpartner der Berliner S-Bahn ist, war und bleibt sie für uns immer ein wichtiger Standortfaktor, mit dem Kommunalpolitiker, Unternehmen, Gewerbetreibende und Bildungs- und Kultureinrichtungen werben“, so Minister Jörg Vogelsänger. „Am Ende überwiegt bei allem, was Berliner und Brandenburger mit ihrer S-Bahn erlebt haben, der Stolz. Und der ist auch berechtigt“.

Dem Ausbau der elektifizierten S-Bahn in den Zwanziger Jahren folgte der Abstieg und Zerstörung im Dritten Reich. Doch schon in der Nachkriegszeit wurden trotz Spaltung Berlins neue Prioritäten gesetzt. Es erfolgten Netzergänzungen im Berliner Umland, beispielsweise nach Königs Wusterhausen, Teltow, dem Flughafen Schönefeld und Strausberg.

Die S5 nach Strausberg-Nord ist übrigens die längste Strecke von Berlin nach Brandenburg. Am 30.Juli übergab Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger den Zuwendungsbescheid zum Ausbau des Ausweichgleises. Damit wird auch nach Strausberg-Nord der 20-Minuten Takt möglich.

Der Berliner Ring der S-Bahn war in der Nachkriegszeit Schauplatz von Schmuggel und Fluchten in den Westen. Die Gören aus Ost und West machten sich einen Spaß für zwei Groschen auf dem Ring einmal um die Stadt zu fahren. Erwischen lassen durften sich alle nicht.

Der Mauerbau unterbrach ab 1961 den beliebten S-Bahn-Ring und die Strecken nach Potsdam, Oranienburg und Teltow. Im westlichen Teil fristete die S-Bahn jahrzehntelang ein Schattendasein. Sie wurde von den Westberliner boykottiert. Parallel wurden U-Bahnlinien errichtet, Busse fuhren die gleichen Strecken. Die S-Bahn - sie gehörte zur Deutschen Reichsbahn und war damit in DDR-Staatsbesitz - wurde klapprig. Nur eine Verbindung blieb im Bewusstsein der Menschen: Die Strecke zwischen Bahnhof Zoo und Friedrichstrasse mit dem Ausgang Tränenpalast. Das ist auch schon wieder 25 Jahre her.

Auch wenn die S-Bahn kurz vor der Wende noch den Besitzer wechselte und zu den (West)Berliner Verkehrsbetrieben gehörte. Erst nach der Wiedervereinigung begann die Wiedergeburt der S-Bahn. Es begann mit der Schließung von Lücken, die der Mauerbau auch bei der S-Bahn gerissen hatte.

Bald fuhren die S-Bahnen wieder nach Potsdam, Hennigsdorf, Teltow und stellten eine direkte Verbindung nach Oranienburg. her. Auch die nunmehr 90 Jahre alte Verbindung zwischen dem Berliner Stadtzentrum und Bernau wird seit 2001 wieder direkt befahren. Seit dem 30. September 1997 erschließt der neue Haltepunkt Bernau-Friedenstal ein nach der Wende neu entstandenes Wohngebiet. Dir kenn ick: Jute alte und ooch neue S-Bahn!

 
 

Für Sie vor Ort

Bürgerbüro NEUENHAGEN
Sprechzeiten
Dienstag    14:00 - 18:00 Uhr
Mittwoch   14:00 - 18:00 Uhr
Freitag          9:00 - 12:00 Uhr

Ernst-Thälmann-Straße 32A
15366 Neuenhagen bei Berlin
Telefon 03342/ 212 446
E-Mail wk(at)joergvogelsaenger.de

Bitte verabreden Sie rechtzeitig
einen Termin mit Ihrem
Landtagsabgeordneten Jörg Vogelsänger

Wo ist was los?

Alle Termine öffnen.

30.04.2026, 17:00 Uhr - 23:59 Uhr Tanz in den Mai
 

01.05.2026, 08:00 Uhr - 18:00 Uhr Tag der Arbeit
“Erst unsere Jobs, dann eure Profite” ist Motto des Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zum 1. Mai 2026. …

02.05.2026, 15:00 Uhr - 17:00 Uhr Fußball Herren, Landesliga Süd Brandenburg
Bitte beachten Sie den aktuellen Anpfiff eines Spiels FV Erkner 1920 – 1.FC …

Alle Termine

Brandenburg Koalitionsvertrag

Der Koalitionsvertrag im Wortlaut

Nachrichten

30.03.2026 18:07 Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken
Eine verlängerte Nutzung von Kohlekraftwerken nach 2038 wäre weder notwendig noch sinnvoll Die Erneuerbaren sind die sauberste, sicherste und kostengünstigste Form der Erzeugung.  Es bedarf allerdings nun auch des entschlossenen Willens der Koalition und der federführenden Bundeswirtschaftsministerin, die gesetzlichen Hebel weiter auf eine systemische Umstellung zur Nutzung Erneuerbarer Energien zu stellen. „Eine verlängerte Nutzung von… Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken weiterlesen

25.03.2026 17:51 Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm
67 Maßnahmen, sieben Ministerien, ein Klimaschutzprogramm Die aktuelle Weltlage mit Konflikten, die sich massiv auf unsere Energieversorgung auswirken, zeigt eindeutig: Wir müssen schnell unabhängig von fossilen Energieträgern werden. Das heute von Bundesumweltminister Carsten Schneider vorgelegte Klimaschutzprogramm zeigt einen fairen Weg zur Erreichung der Klimaziele 2030 sowie für mehr Versorgungssicherheit auf. „Dieses Klimaschutzprogramm ist für die… Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm weiterlesen

25.03.2026 17:50 Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts
Ich begrüße die Impulse von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil ausdrücklich. Deutschland steht an einem Wendepunkt. Wir brauchen ein neues Wirtschaftsmodell: eines, das konsequent auf Innovation setzt, technologische Führerschaft ermöglicht und zugleich dafür sorgt, dass Wohlstand in der Breite der Gesellschaft ankommt. „Innovation und Gerechtigkeit sind die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und breiten Wohlstand in Deutschland. Deshalb… Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts weiterlesen

11.02.2026 21:41 Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz
Barrierefreiheit nützt uns allen Die Bundesregierung treibt die Barrierefreiheit voran: Das Kabinett hat am Mittwoch eine Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes auf den Weg gebracht. SPD-Fraktionsvizin Dagmar Schmidt spricht von einem wichtigen Schritt. „Der Gesetzentwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes bedeutet einen wichtigen Schritt hin zu einer inklusiveren Gesellschaft. Er stärkt die Rechte von Menschen mit Behinderungen und… Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz weiterlesen

11.02.2026 21:39 Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus
Rekord im Tourismus – Strategie, gute Arbeit und verlässliche Politik zahlen sich aus Stefan Zierke, tourismuspolitischer Sprecher: Der Deutschlandtourismus erreicht mit 497,5 Millionen Gästeübernachtungen einen neuen Rekord. Klare Strategie, engagierte Beschäftigte und verlässliche Politik sorgen für Wachstum, stärken die Betriebe und sichern gute Arbeit – für einen wirtschaftlich starken, sozial gerechten und nachhaltigen Tourismus in allen… Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de