Heizen sparen lernen - der Winter kommt bestimmt!

Veröffentlicht am 10.08.2022 in Allgemein

Die "Spezialoperation" Russlands bei seinem Nachbarn Ukraine dauert nun schon über ein halbes Jahr. Der Ausgang des Krieges in Europa! ist ungewisser denn je. Zu den Drohgebärden der post-zaristischen Großmacht unter Putin gehören Lieferausfälle oder -Kürzungen bei Erdöl, Gas und Kohle. An den Börsen und im Handel schießen die Preise für Energie in die Höhe. Mehr oder minder hektisch bereiten sich die Europäer auf die kalte Jahreszeit vor. Eine Übersicht! (Der Beitrag wird wird ständig ergänzt, die Redaktion/gu)

Wie spart Europa?

Die Mitglieder der Europäischen Union haben sich in bester Tradition auf einen kleinsten gemeinsamen Nenner geeinigt: Das ZDF hat zusammengefasst, was die Mitgliedsländer vorhaben: Notfallplan für Gas: So will Europa sparen

Wie spart Brandenburg?

In Berlin und Potsdam gehen nachts an den Denkmälern die Lichter, in den Rathäusern und Gemeindeverwaltungen werden Heizung, Licht und (Warm)-Wasser herunter gedreht. Der rbb hat es in einem Beitrag recherchiert: Wo Kommunen in Südbrandenburg bei Strom, Wasser und Gas den Rotstift ansetzen.

Der Brandenburger Landtag stellt gerade seine Klimaanlage und Heizung um. Abgeordnete und Mitarbeiter müssen sich künftig u.a.in den Sommermonaten auf Raumtemperaturen bis zu 26 °C statt 23 °C einstellen. An eine Reduzierung der möglichen Temperaturen in den Büro- und Besprechungsräumen in der Heizperiode auf 20 °C wird gerade gearbeitet. Das warme Wasser in den WC-Räumen (außer Behinderten-WCs) sowie allen Pantrys in den Büroräumen wird abgeschaltet. Die Außenbeleuchtung auf dem Innenhof des Landtags wird reduziert. Die Beleuchtung auf LED umgestellt.

Wie können wir sparen? Freiwillig!

Wie Sie Haushalt Gas und Strom sparen können, haben die Verbraucherzentralen in ihren Tipps zusammengestellt. Oder schauen Sie sich die Hinweise der Bundesregierung an!

Mal ganz ehrlich: Haben Sie im letzten Jahr genau geschaut, wie viel Sie heizen? Die Temperaturen in unseren Räumen lagen immer bei 21 °C. Zuviel, haben meine Frau und ich beschlossen. Die Gasheizung wird auf 19 °C herunter gedreht (Verspielte können das mit einem Computer gesteuerten Thermostat regeln). Wird´s „saukalt“ kommt der (zusätzliche) Holzofen zum Zuge. Zugegeben, das hat nicht jeder und ist auch nicht besonders umweltfreundlich. Aber er reduziert vorerst den Gasverbrauch.

Auch unsere beliebten Koch-Marathons sind erst einmal gestrichen. Es muss nicht immer Eintopf sein, aber auch kein Acht-Stunden-Braten (Schade)!

Der große Kilowatt-Fresser im Privathaushalt ist übrigens der Warmwasserhahn. Auch wenn das Vollbad deutlich mehr Entspannung und Komfort vermittelt, häufig tut´s die Dusche (mit Sparventil) auch. Der 5-Liter-Boiler unter der Spüle ist nicht sparsam – auch wenn es einen Sparmodus gibt.

Zu den kleinen Verbraucher gehören Geräte im Stand-by-Modus, zum Beispiel Fernseher, Stereo-Anlagen, Computer etc.: Wer länger das Haus verlässt, sollte diese ausschalten. (Guhl)

Gasumlage in Deutschland

Die zeitlich befristete Gas-Umlage für eine sichere Wärmeversorgung im Herbst und Winter ist auf dem Tisch. Das Bundeswirtschaftsministerium hat die Notwendigkeit einer Gasumlage detailliert begründet. Sie kann je nach je nach Verhalten und Verbrauch in einem Haushalt tiefe Löcher in die Kasse reißen. Noch wird darüber debattiert, ob die Mehrwertsteuer für die Umlage entfallen soll.

Die Gasumlage in Kurzform

  • Russland entzieht sich seinen vertraglichen Verpflichtungen für Gaslieferungen. Viele Gasimporteure müssen daher auf dem Weltmarkt zu deutlich höheren Kosten einkaufen, um ihren Lieferverpflichtungen gegenüber Energieversorgungsunternehmen – Stadtwerken beispielsweise – nachzukommen. Wegen vertraglicher Regelungen können sie diese Kosten derzeit aber nicht an ihre Kunden weitergeben. In der Folge drohen Insolvenzen dieser Unternehmen und damit der Zusammenbruch der Gasversorgung für private und gewerbliche Verbraucher. 

  • Um dies zu verhindern hat das Wirtschaftsministerium das Energiesicherungsgesetz konkretisiert. Das heißt: Ab Oktober befristet bis 1. April 2024 können Gasimporteure die höheren Kosten an die Kunden weitergeben. Das ist die Gasumlage. Bis Oktober müssen die Importeure die Verluste noch selbst tragen.

  • Die Gasumlage soll dann gleichmäßig auf vielen Schultern verteilt werden, zunächst auf die Energieversorger, die dann frei sind, die erhöhten Kosten an die privaten und gewerblichen Verbraucher weiterzugeben.

  • Weil die Menschen und die Betriebe durch ohnehin schon massiv gestiegene Energiepreise stark belastet sind, müssen sie an anderer Stelle zusätzlich entlastet werden. Nicht mit der Gießkanne, sondern wirksame Entlastungen, die gezielt bei denen ankommen, die sie besonders brauchen.

Noch was Deftiges aus dem Süden!

Hörenswert auch noch mal zur Erinnerung der Deutschlandfunk zur Frage, warum Bayern der Blackout droht, was die CSU und Söder damit zu tun haben: https://share.deutschlandradio.de/dlf-audiothek-audio-teilen.html?audio_id=dira_DLF_adffd923

Und speziell Markus Söder, was er einst rund um den AKW-Ausstieg versprach: https://www.welt.de/politik/deutschland/article13395920/Streit-um-Atomausstieg-Soeder-droht-mit-Ruecktritt.html

 
 

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