Landpartie 2016: Fröhliches Fest mit großen Sorgen

Veröffentlicht am 11.06.2016 in Landwirtschaft

Die Brandenburger Landpartie ( www.brandenburger-landpartie.de ) ist für einen Landwirtschaftsminister Pflicht. Jörg Vogelsänger besuchte am Sonnabend einige Stationen. Reporter Hajo Guhl begleitete ihn. Die Anlaufpunkte: Ein Hof in Rietz-Neuendorf und die Agrargenossenschaft Ranzig in Tauche.

Bei Landwirt Mathias Schulze im Ortsteil Görzig geht es zu wie auf einer Dorf-Kirmes. Es fehlen eigentlich nur Losbude und Schießstand. Doch das Karussell ersetzen Pony reiten und Kutsche fahren. Dazu einen Blick in den Kuhstall und die anderen Einrichtungen eines Hofes. Oder die riesigen Trecker, die inzwischen über die Felder fahren.

Kulinarisch hat der Hof aufgefahren! Der Rinderbraten allein bewegt sich in der Kategorie Sterne Restaurant. Die Rindsbratwurst und der Schweinebraten: einfach lecker. Über 1000 Besucher, freut Mathias Schulze. Die Gäste kauften zu guten Preisen: Kartoffeln, Rindfleisch, Honig und vor allem Milch. Frische, frische Milch…

Sie geben es freimütig zu. Die Bauern haben in den letzten Jahren gut verdient. Erträge und Ernten in Brandenburg waren gut. Wer gut gewirtschaftet hat, konnte sich freuen. Jetzt ist alles anders! Die Preise für Milch im Keller. Das Fleisch wird im Supermarkt verramscht.

Brandenburg ist Agrarland. Abseits der guten Laune der Besucher  reden die Landwirte deshalb mit dem Agrarminister Vogelsänger und der Landtagsabgeordneten Elisabeth Alter: Es geht für viele Höfe in Brandenburg ums Überleben. Steuervorauszahlungen, die wegen der Krise unrealistisch sind. Zahlungen für die Altersvorsorge. Hinzu kommt.  Höfe, die aufgeben müssen, weil es keinen Nachfolger gibt.Was sie jetzt brauchen: Echte Hilfen, um über die Runden zu kommen.

„Wenn der Milchpreis um einen Cent sinkt, dann ergeben sich für die Landwirte Einnahmensverluste von 100 Millionen Euro“, erklärt Vogelsänger. Für den Endverbraucher geht es um ein paar Cent. Für den Landwirt geht es aber ums Überleben. Für Brandenburg geht es um einen wichtigen Wirtschaftszweig. Und für Europa, die anderen Länder sind nämlich genauso betroffen, geht es um eine sichere Grundversorgung mit den Lebensmitteln.“

Die zweite Station, die Agrargenossenschaft Ranzig. Kurz vor 16 Uhr haben sich die Reihen hier schon etwas gelichtet. Die Blasmusik spielt. Die Besucher freuen sich über den Ministerbesuch. Vogelsänger launig: "Brandenburg feiert heute seinen 859. Geburtstag. An diesem Tag hat Alfred der Bär die Mark Brandenburg gegründet."

Nachtrag und nicht ganz politisch korrekt: Warum ist man (auch der Reporter) eigentlich zu faul, um direkt auf einem Hof einzukaufen? Wie geht’s Ihnen?

 
 

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