Leben und Arbeiten in der Region: Zwei Dichtern auf der Spur

Veröffentlicht am 25.08.2016 in Allgemein

Im Gerhart Hauptmann Museum von Erkner (li); Fallada-Siedlung, Neuenhagen

Der brandenburgische Wahlkreis 31 wächst ebenso wie die Metropole Berlin. Siedlungen mit Einfamilienhäusern und Wohnblöcken entstehen. Die Konturen zwischen Land und Stadt verwischen. Zeit sich in den Spuren der Vergangenheit umzuschauen. Jörg Vogelsänger besucht die Wirkstätten zweier Dichter, die auf der einen Seite wie Vertreter längst vergangener Epochen scheinen, in ihren Arbeiten dennoch merkwürdig modern in ihren Theaterstücken, Erzählungen und Romanen und ihrem Leben. Gerhart Hauptmann lebte in einer herrschaftlichen Villa in Erkner, Hans Fallada in einem Reihenhaus in Neuenhagen.

Ein kurzer Rückblick an die eigene Schulzeit. Dichter des ausgehenden 19. und des 20. Jahrhunderts hatten in ihren Werken bedeutungsschwanger und morbide das bürgerliche Publikum zu belehren. Literatur durfte auf keinen Fall Spaß machen, so der Eindruck des heranwachsenden Jörg Vogelsänger und des Reporters (beide etwa eine Generation auseinander). Darin jedenfalls waren sich die Unterrichtsysteme in Ost und West einig.

Hauptmann und Fallada gehören zu den prominenten Literaten ihrer Zeit. Zum Hintergrund der beiden: Der Schlesier Gerhart Hauptmann, geboren am 15. November 1862 in Ober Salzbrunn (Szczawno-Zdrój, gestorben 6. Juni 1946 in Agnetendorf (Agnieszków) gelang n der Schule und den Akademien nicht besonders viel. Er kränkelte Zeit seines Lebens. Deshalb zog der junge Dichter im Jahre 1885 für vier Jahre in die Villa Lassen nach Erkner, um an den dort wabernden Teerschwaden aus der nahen Fabrik seine Lungen zu stärken. Die Schwindsucht, Rachitis und andere Lungenkrankheiten waren damals an der Tagesordnung. Die Medizin verordnete dagegen diese hocharomatische aber giftige Roßkur.

Hans Fallada, geboren 21. Juli 1893 in Greifswald; gestorben 5. Februar 1947 in Berlin hieß eigentlich Rudolf Wilhelm Friedrich Ditzen. Er war Sohn eines Richters und sollte auch Jurist werden. Heute würde man sagen, Herr Ditzen war unangepasst und missraten. Alki und Junki, saß wegen häuslicher Gewalttätigkeit im Gefängnis und war mehrfach suizidgefährdet. Förderer ermöglichten ihm, literarisch hochproduktiv zu sein; seine Werke werden der neuen Sachlichkeit zugerechnet

Hauptmann wohnte herrschaftlich: Das Museum nahe der Innenstadt von Erkner zeugt davon. Großzügige Räume, schwere Möbel und Bilder des großen Künstlers belegen Wohlstand. Ein Titan unter den Wortschöpfern eben, zumal seine erste Frau Marie, geb. Thienemann den Beginn der schriftstellerischen Aufstieg finanzierte und auch noch einiges in die Ehe einbrachte. Erkner ist mit dem Theaterstück „Bahnwärter Thiel“ verbunden. Das Häuschen an der Schranke ist verschwunden, den Übergang an der Verbindung zwischen Erkner und Frankfurt/oder gibt es noch.

An das Stück erinnert sich Jörg Vogelsänger. Hat es in der Schule gelesen. Den deutschen Schülern (Ost und West) des ausgehenden 20. Jahrhunderts sind wohl eher Hauptmanns „Die Weber“ haften geblieben. Das Elend der Textilarbeiter daheim, die angesichts der neu errichteten Webstühle in den Fabriken von Schlesien noch elender dahin vegetieren, hat nichts von seiner Aktualität verloren. Die „Webstühle“ stehen heute in Bangladesch, Indien und Pakistan. Das Elend hat sich globalisiert!

Hans Fallada lebte in einem Reihenhaus. In Neuenhagen, in einer heute leicht verwitterten Siedlung mit Charme. Die Architektur ist heute noch aktuell, eher liebevoller gestaltet als heutige Projekte. Hier entstand 1932 der Roman „kleiner Mann - was nun?“. Ein Bestseller, der ihm auch literarisch zum Durchbruch verhalf. An Fallada in der Schule kann sich Vogelsänger nicht erinnern. Der Schriftsteller war vielleicht zu heikel: Er beschreibt in seinem Spätwerk die Welt des Trinkers. Was für den Arbeiter- und Bauernstaat wohl kaum Vorbild war. Auch wenn der Schnaps auf den Datschen in Strömen floss. Zumindest gab es sein Gesamtwerk, gedruckt.

Hauptmann und Fallada haben nur kurze Zeit in der Region am Ostrand der Metropole Berlin gelebt. Haben aber ihre Spuren hinterlassen. Auch in ihren Werken. Vogelsänger: „Wir müssen aufpassen, dass mit der Verstädterung dieses kulturelle Erbe nicht verschwindet“.

 

 
 

Für Sie vor Ort

Landtagsbüro
Alter Markt 1
14467 Potsdam
Tel.: 0331/966 1330
Fax: 0331/966 1307
E-Mail: Joerg.Vogelsaenger@spd-fraktion.brandenburg.de
Wahlkreisbüro Erkner
Für Sie geöffnet

Montag: 13:00 bis 16:00 Uhr
Dienstag: 9:00 bis 12:00 Uhr
Donnerstag: 14:00 bis 18:00 Uhr

Dr.-Hans-Lebach-Str. 1a
15537 Erkner
Tel.: 03342/212 446
Fax: 03342/424 19 66
E-Mail: wk@JoergVogelsaenger.de
Wahlkreisbüro Neuenhagen
Für Sie geöffnet
Dienstag    14:00 - 18:00 Uhr
Mittwoch   14:00 - 18:00 Uhr
Freitag          9:00 - 12:00 Uhr

Ernst-Thälmann-Str. 32a
15366 Neuenhagen
Tel.: 03342/212 446
Fax: 03342/424 19 66

Bitte verabreden Sie rechtzeitig
einen Termin mit Ihrem
Landtagsabgeordneten Jörg Vogelsänger

Wo ist was los?

Alle Termine öffnen.

13.06.2026, 15:00 Uhr - 17:00 Uhr Fußball Herren, Landesliga Süd Brandenburg
Bitte beachten Sie den aktuellen Anpfiff eines Spiels FV Erkner 1920 – VfB Tr …

17.06.2026, 10:00 Uhr - 19.06.2026, 18:00 Uhr Plenum des Brandenburger Landtages
Die Plenar-Tage sind vorläufig eingeplant, außerplanmäßige Sitzungen sowie Änderungen gibt der Landtag ku …

24.06.2026, 17:30 Uhr - 22:00 Uhr Kreistag „Oder-Spree“

Alle Termine

Koalitionsvertrag SPD CDU

Verantworung für Brandenburg

Nachrichten

07.06.2026 19:19 Christos Pantazis zur Reform der Pflegeversicherung
Stabilisierung der Pflegeversicherung muss solidarisch sein Ohne fairen Ausgleich zwischen sozialer und privater Pflegeversicherung bleibt die Finanzkrise der Pflege ungelöst. „Der Entwurf enthält wichtige Ansätze zur Verbesserung der Versorgung pflegebedürftiger Menschen. Die stärkere Ausrichtung auf Prävention und Rehabilitation, die Unterstützung pflegender Angehöriger sowie Maßnahmen zur Entbürokratisierung gehen grundsätzlich in die richtige Richtung. Die zentrale Antwort… Christos Pantazis zur Reform der Pflegeversicherung weiterlesen

03.05.2026 15:23 Martin Rabanus zum Tag der Pressefreiheit
Tag der Pressefreiheit: Wir schützen Journalist:innen und stärken die Medienvielfalt. Martin Rabanus, kultur- und medienpolitischer Sprecher: Am Tag der Pressefreiheit zeichnet sich eine desolate Entwicklung für Journalist:innen weltweit ab. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert deshalb konsequenten Schutz und eine Digitalsteuer, die den Medienstandort Deutschland und Europa sichert. „Am Tag der Pressefreiheit geht es um mehr als um… Martin Rabanus zum Tag der Pressefreiheit weiterlesen

01.05.2026 15:23 Armand Zorn zum Tankrabatt
Wir entlasten schnell und spürbar Über die befristete Senkung der Energiesteuer ist es möglich, sehr schnell jene spürbar zu unterstützen, die es dringend brauchen. Jetzt kommt es darauf an, dass die Mineralölkonzerne die Steuersenkung an die Verbraucher:innen weitergeben und die Preise entsprechend senken. Mit der weiteren Schärfung des Kartellrechts muss rasch der dritte Teil unseres… Armand Zorn zum Tankrabatt weiterlesen

27.04.2026 15:26 Zum Tag der Arbeit: SPD-Spitze an der Seite der Gewerkschaften
Die SPD ruft zur Teilnahme an den diesjährigen Kundgebungen des DGB zum Tag der Arbeit am 1. Mai auf. Ganz im Sinne des diesjährigen Mottos „#GEMA1NSAM – Für gute Arbeit“ kämpft die SPD an der Seite der Gewerkschaften für eine Entlastung der Beschäftigten und eine sichere Rente, für mehr Tarifbindung, einen höheren Mindestlohn und eine… Zum Tag der Arbeit: SPD-Spitze an der Seite der Gewerkschaften weiterlesen

30.03.2026 18:07 Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken
Eine verlängerte Nutzung von Kohlekraftwerken nach 2038 wäre weder notwendig noch sinnvoll Die Erneuerbaren sind die sauberste, sicherste und kostengünstigste Form der Erzeugung.  Es bedarf allerdings nun auch des entschlossenen Willens der Koalition und der federführenden Bundeswirtschaftsministerin, die gesetzlichen Hebel weiter auf eine systemische Umstellung zur Nutzung Erneuerbarer Energien zu stellen. „Eine verlängerte Nutzung von… Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de