Urlauber-Paradies: Für Familien und Individualisten Brandenburg besitzt einen Schatz, der noch im Verborgenen ruht: Es sind schiffbaren Kanäle, Seen und Flüsse südöstlich von Berlin bis hin zum Spreewald, zu Oder und Neiße. Die Märkische Umfahrt auf Spree, Dahme, Spree- Oder- Wasserstraße und Spree- Dahme - Umflutkanal mit den Abzweigen nach Rüdersdorf, Eisenhüttenstadt, Berlin, in den Spreewald, zum Teupitzer-, Mellen- und zum Scharmützelsee.
Früher waren sie einmal die Wirtschaftsadern des preußischen Staates. Fast alle Schwertransporte in die Haupt- und Residenzstaat Berlin führten über die Wasserwege, ehe diese von Schiene und dann Strasse ersetzt wurden. Schätze werden im Allgemeinen gehoben, dieser muss nur vernünftig erschlossen werden: Das System könnte ein einzigartiges Revier für Wasserwanderer werden Hier sind allerdings noch etliche Lücken zu schließen, zum Beispiel das Hebewerk bei Märkisch Buchholz. Dann wird das Feriengebiet Brandenburg seine Spitzenposition, die es in den letzten 25 Jahren errungen hat, auch halten können. „Das Hebewerk wäre eine Investition von der viele profitieren würden, nicht nur Märkisch Buchholz. Deshalb sollten alle Angebote in der neuen EU-Förderperiode geprüft werden“, so Jörg Vogelsänger: „Dann wäre eine großartige Wasserrundreise vom Erkneraner Seengebiet über Fürstenwalde, Beeskow, Königs Wusterhausen zurück nach Erkner möglich.“
Die Gäste kommen aus gutem Grund nach Brandenburg: Mehr als tausend Kilometer Radwege laden inzwischen ein. Beliebt sind die Radwanderrouten mit den vier Sternen: Oder – Neiße- Radweg (bundesweit am dritthäufigsten befahren), Spreeradweg, Oder – Spree Tour und der Oderbruchbahnradweg. Seit 1996 haben der Landkreis Oder – Spree, Kommunen und das Land aus dem Nichts dieses Radwegenetz ausgebaut. Wanderer zu Fuß entdecken zunehmend den 66-Seenwanderweg rund um Berlin und den Schlaubetal Rundwanderweg.
Ein besonderes Ausflugsziel sind unsere märkischen Kleinstädte. Die Stadtsanierung von Müllrose wurde mit über Millionen Euro Fördermittel angeschoben. Das Ergebnis muss man einfach gesehen haben. Gleich drei Burgen kann man besichtigen: Friedland/Niederlausitz, Beeskow und Storkow. Der Wiederaufbau der Burg Storkow wurde übrigens aus ländlicher Entwicklung und Städtebauförderung unterstützt, ein tolles Wahrzeichen einer Stadt mit über 800 Jahre Geschichte. Beeskow gehört zu den Städten mit historischen Stadtkern und ist immer eine Reise wert. Über 38 Millionen Euro Bundes und Landesmittel der Städteförderung sind von 1991 bis 2013 nach Beeskow geflossen, gut angelegtes Geld. Friedland gehört zu den kleinsten Städten in Brandenburg. Die Burg mit Gastronomie wurde ebenfalls mit Mitteln aus der ländlichen Entwicklung gefördert.
Brandenburg ist Reiseland geworden. Fast nebenbei. Übrigens kein Widerspruch zur Industrie in Eisenhüttenstadt und Frankfurt/Oder. Auch nicht zur Landwirtschaft und deren Verarbeitungsbetrieben. „Die Landwirtschaft bleibt ein unverzichtbares Rückrad im ländlichen Raum“, erklärt Jörg Vogelsänger. „Allein in den Jahren von 2010 bis 2014 ist die Beschäftigtenzahl in der Brandenburgischen Landwirtschaft um acht Prozent auf 39.40 0 Mitarbeiter gestiegen. Die Das Wirtschaftspotential im Bereich Tourismus sind längst noch nicht ausgeschöpft. Wir bleiben am Ball Landwirtschaft und Tourismus sind gemeinsam Zukunft für den ländlichen Raum.“
Die erfolgreichste Urlaubsregion im Land übrigens: Das Seenland Oder – Spree mit den Landkreisen Märkisch- Oderland und Oder – Spree. Aus Ferienheimen von FDGB oder den Parteien, Gästehäusern von Kombinaten und Regierung, verwahrlosten Herrenhäusern, alten Höfen und auf der grünen Wiese entstanden 224 Hotels und Herbergen mit insgesamt 14.179 Betten. Hinzu kommen unzählige kleine Pensionen und Ferienwohnungen. Im Jahre 2013 wurden 2.059.134 Übernachtungen gezählt. Macht 18 Prozent aller Übernachtungen in Brandenburg.
Hinzu kommen weitere Übernachtungen in kleinen Pensionen und Ferienwohnungen bis zu 9 Betten in der Größenordnung von 600.000, die nicht statistisch erfasst werden. Ein Wirtschaftszweig, der nicht auf Massentourismus sondern auf Individualität setzt.