Regionales: Von Kolonisten und Senioren

Veröffentlicht am 25.05.2025 in Veranstaltungen

Erkner: 31 Heimatfest

Erkner war am Wochenende wieder in ausgesprochener Feierlaune:  Vom 23. bis 25. Mai ging es um das 31. Heimatfest, ergänzt von einer großen Party. Zentrum war der Rathauspark zwischen Friedrichstraße und Dämeritzsee. Vereine und andere Ehrenamtliche trugen überall in der Stadt neben den Schaustellern zum riesigen Festprogramm bei. Beginnen wir bei denen, um die es ging:

Menschen mit Migrationshintergrund überall: Wir schreiben das Jahr 1747. König Friedrich II. (der Große) warb ganz offen Kolonistenfamilien „im Ausland“ an. Deutschland gab es noch nicht. Viele mussten wegen ihrer Religion aus ihrer alten Heimat fortziehen. Katholiken und Protestanten konnten vielerorts nicht miteinander. Heiraten zwischen den Konfessionen waren verboten (Mischehen). Andersgläubige konnten z.B. kein Stadtrecht erwerben, zahlten als Bürger zweiter Klasse aber Steuern.

Als erste siedelten im Raum Erkner Pfälzer das neu erbaute Dorf Müggelheim. Aus derselben Region folgten im darauf folgenden Jahr, als 1748 zehn Familien, die zunächst im fernen Oderbruch Höfe erhalten sollten – was sie ablehnten. Vorübergehend in Kagel untergebracht, konnten sie erst 1750 ihre neuen Höfe am Spreebord zwischen Mönchwinkel und Dämeritzsee beziehen. So die Chroniken.

Im heutigen Erkner siedelten die Familien Nehrsbach, Schneider und Keller auf dem Buchhorst (heute Neuseeland) etwa an der Ecke See- und Uferstraße. Ende 1761 brannten zwei der Höfe ab. Wahrscheinlich 1762 errichteten sie drei neue Höfe in der Nähe ihrer Äcker auf dem „Erknerschen Winkel“: der dann „Neubuchhorst“ genannt wurde. Das Gehöft am Sonnenluch beherbergt das heutige Heimatmuseum.

Der Zuzug aus der Fremde hat überhaupt Tradition in frederizianischen Preußen und dem heutigen Brandenburg. Grund genug, die Heimat zu feiern, in der wir gegenwärtig leben. Das 31. Erkneraner Heimatfest folgt die Tradition. Der Erkneraner Landtagsabgeordnete schaute natürlich vorbei.

Neuenhagen: Brandenburgische Seniorenwoche

Ein paar Kilometer weiter, in Neuenhagen (bei Berlin), wurden am Sonnabend, 24. Mai 2025 verdiente Senioren gewürdigt: Frauen und Männer mit Lebensleistung, die weiterhin ihren Beitrag für die Gesellschaft leisten möchten und auch tun. Ein wenig nach der Devise: Die Siebzigjährigen sind die neuen Sechzigjährigen

Diese Aussage hat Ursachen

  • Medizinischer Fortschritt: Bessere Gesundheitsversorgung, Prävention und Therapien halten viele Menschen länger gesund.

  • Gestiegene Lebenserwartung: Die durchschnittliche Lebenserwartung ist deutlich gestiegen – ein 70jähriger hat heute noch viele aktive Jahre vor sich.

  • Veränderter Lebensstil: Mehr Bewegung, gesündere Ernährung, geistige Aktivität und soziale Teilhabe wirken sich positiv aus.

  • Wandel des Altersbildes: Alter wird weniger mit Rückzug und Gebrechlichkeit, sondern zunehmend mit Aktivität und Selbstverwirklichung verbunden.

Unter dem Motto „Senioren in Brandenburg – inmitten der Gesellschaft und aktiv für gutes Leben, miteinander und füreinander – generationsübergreifend Zukunft gestalten“ trafen sich Seniorinnen und Senioren, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verbänden und der Zivilgesellschaft, um das Engagement älterer Menschen zu würdigen und über zentrale Fragen des Zusammenlebens zu diskutieren. So der Seniorenbeirat, Organisator der Brandenburgischen Seniorenwoche.

Schirmherr, Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke zeichneten mit Sozialministerin Britta Müller elf Senioren (m/w/d) sowie eine Seniorengruppe mit der Ehrenurkunde des Seniorenrates des Landes Brandenburg aus. (jv/gu)

Jörg Vogelsänger (MdL) stellte als Präsident der Brandenburger Verkehrswacht auf einem Stand das Thema Senioren im Straßenverkehr vor. Ein beliebter Anlaufpunkt: Ein Alukoffer mit man seine Reaktionsgeschwindigkeit über prüfen kann (eine jährliche Überprüfung für Senioren ist in Ländern wie Spanien übrigens Pflicht)

 
 

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