Sachsen oder Brandenburg: Wer macht den besten Stollen?

Veröffentlicht am 30.10.2017 in Wirtschaft

Der überwältigenden Mehrheit der Deutschen wird im Zusammenhang mit Christ- oder Weihnachts-Stollen die Stadt Dresden einfallen. Doch es gibt eine kleine aber feine Konkurrenz! Aus Brandenburg.

Warum nur hält sich so hartnäckig das Gerücht, dass jedes Jahr zur Weihnachtszeit etliche Bewohner der schönen sächsischen Elbestadt den Freistaat Sachsen mit ihrem Auto verlassen und rund 45 Kilometer ins brandenburgische Frauendorf fahren? Um dort einen Kaiserstollen zu erwerben! Bei der Konditorei & Bäckerei Axel und Michaela Günther.

In der sechsten Generation – seit dem Jahr 1846 - backt die Familie Günther nun in Frauenburg. Ihre Stollen haben sich inzwischen zu einem Geheimtipp nicht nur in der Region entwickelt. Grund genug für den Minister des Brandenburger Ländlichen Raumes, Jörg Vogelsänger, im Oktober 2017 in der Backstube am Ende der Hauptstraße von Frauendorf vorbeizuschauen.

Die Stollenbäckerei ist Chefsache für Axel Günther. Rund 200 Stollen verlassen in der Saison jeden Tag die Backstube. Das Grundrezept stammt von der Großmutter Gertrud Günther. Soweit sei verraten: Aromen und Konservierungsstoffe haben im Teig nichts zu suchen. Das Stollenmehl kommt aus Dresden, der Butteranteil ist höher als beim sächsischen Exportschlager. Die Sultaninen sind sorgfältig ausgesucht und gewaschen. Sie wandern für drei Tage ins Rum-Bad. Das Meersalz stammt aus Frankreich. Zitronen und Bittermandeln sind echt.

Nicht nur an den Zutaten und Zubereitung hat Axel Günther lange getüftelt, sondern auch den Backtemperaturen und -zeiten. Saftig soll ein Stollen ja auch sein. Auf der Zunge zergehen. Gebuttert oder gezuckert ist zum Schluss im Ladengeschäft die Frage an die Kunden. Stollen gibts allerdings fast nur nur auf Vorbestellung.

Jörg Vogelsänger freut sich über den Erfolg des Frauendorfer Bäckermeisters: „Handwerkliches Können und ein gutes Konzept machen sich eben immer bezahlt.“ Und sehr viel Energie und Fleiß: Die Bäckerei öffnet an den Wochentagen um 5:30 Uhr am Sonnabend bereits um 5:00 Uhr.

Dresdner Weihnachtsstollen

Um das Original zu schützen, gibt es einen Schutzverband. Kulturerbe wie ein Weihnachtstollen muss eben verteidigt werden. Rund 120 Bäcker und Konditor dürfen ihr Produkt offiziell „Dresdner Stollen“ nennen, der 1474 erstmals urkundlich erwähnt wurde.

Und das gehört laut Satzung hinein: Rosinen, Butter, süße und bittere Mandeln, Orangeat, Zitronat, Mehl, Wasser und Hefe . Auch genehmigt: Vollmilch oder Vollmilchpulver, Kristallzucker, Butterschmalz, Zitronenschalenpaste, Speisesalz, Puderzucker, Stollengewürz und Spirituosen. Zutaten wie Margarine, künstliche Konservierungsstoffe oder Aromen sind tabu. Allein die Menge an Butter und Zucker machen den Stollen haltbar.

 
 

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