
Es ist eines der Herzensprojekte für Schöneiche! Die Idee entstand bereits im Jahre 2013 bei der SV Germania, es folgte die Abstimmung mit den anderen Vereinen wie der Interessengemeinschaft Leichtathletik und TSGL. Im vergangenen Juni erfolgte der erste Spatenstich, heute konnte am Haus des Sports an der Berliner Straße Richtfest gefeiert werden.
Was wurde gebaut
Hier entstehen nicht nur dringend benötigte Umkleidekabinen und sanitäre Anlagen, sondern auch ein großzügiges Vereinsheim und Räumlichkeiten für Sportgruppen. Ein Haus für alle Vereine und alle Generationen.
Infos zum Bau
- Im Jahre 2021 erfolgte die Abstimmung über verschiedene Bauvarianten.
- 2020 wurden die Verfahren für Flächennutzungsplan und Bebauungsplan angeschoben.
- Das Haus entsteht zum Teil in Holzbauweise und wird mit einem Gründach, einer Solaranlage und einer Sole-Wärmepumpe ausgestattet.
- die Baukosten betragen insgesamt 5,9 Mio.€; 2,7 Mio.€ erhielt die Gemeinde als Förderung aus dem Förderprogramm "Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur" des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.
- die Gemeinde hat das Grundstück von einer Eigentümergemeinschaft gekauft,
Wer hat angeschoben, mit gewirkt, Geld organisiert? Maria Kampermann, stellvertretende Vorsitzende der Gemeindevertretung von Schöneiche, hat notiert, wer sich alles für das Projekt eingesetzt hat. Ein Beispiel, dass manches gemeinsam besser geht. Ihre Rede zum Richtfest:
Sehr geehrte Damen und Herren,
wenn bei uns in der Gemeindevertretung sachliche Debatten mit persönlicher Historie verbunden werden und dann erstmal ein langer biografischer Abriss folgt, finde ich das ehrlich gesagt immer etwas anstrengend.
Aber manche Anlässe verdienen es einfach, dass man etwas weiter ausholt/ etwas weiter zurückblickt und einen größeren Bogen schlägt. Ich würde sagen, heute ist so ein Anlass.
Ich könnte mich jetzt als Gemeindevertreterin hier hinstellen und erzählen, was wir auf der politischen Ebene für eine tolle Idee hatten. Doch das würde nicht stimmen.
Denn die Idee des Haus des Sports wurde nicht in der Gemeindevertretung geboren, sie entstand bei den Vereinen, maßgeblich bei der Germania Schöneiche.
Und wenn man Vereinsmitglieder der Germania nach dem Haus des Sports fragt, wird ein Name immer wieder genannt: Uwe Kegel.
Uwe Kegel, der leider viel zu früh gestorben ist, war nicht nur 15 Jahre lang im Vorstand der Germania, sondern blieb dem Verein auch danach immer treu verbunden.
Er war, so wurde mir gesagt, nicht der Typ, der auf dem Sportplatz große Reden schwang und sich noch vorne drängte. Stattdessen lud er gerne auf ein, zwei, drei Bierchen zu sich nachhause ein.
Seine Ideen entstanden eher still und heimlich, doch sie waren groß. Ihm ist es zu verdanken, dass wir heute überhaupt hier stehen, denn er war es, der die Idee des Haus des Sports auf den Weg gebracht hatte.
Dabei ging es ihm nicht nur um weitere Umkleidekabine für seine Fußballer. Er wollte einen Ort schaffen, an dem alle Vereine, alle Sportlerinnen und Sportler und auch alle Generationen zusammenkommen.
Das war 2013. Damals hieß der Bürgermeister noch nicht Röll, und auch nicht Steinbrück, damals hieß der Bürgermeister noch Heinrich Jüttner. Ja, ist schon eine Weile her.
Die Idee entwickelte sich immer weiter und landete schließlich bei uns in der Gemeindevertretung.
Für uns gab es dann erstmal einiges zu tun: das Grundstück musste gekauft werden, 2020 wurden die Verfahren zur Änderung des Flächennutzungs- und Bebauungsplans angeschoben, 2021 wurde über die verschiedenen Bau-Varianten abgestimmt.
Während dieser Verfahren, das kann man wohl sagen, gab es nicht immer Einigkeit in der Gemeindevertretung. Vereinsheim oben oder unten, Schwimmbecken oder kein Schwimmbecken, Lärmschutzwand ja oder nein. All das waren Fragen, die oft lang und breit diskutiert wurden.
Doch auch wenn bei diesen Fragen die Meinung manchmal auseinander geht, war sich der Großteil der Gemeindevertretung immer einig: wir wollen dieses Projekt.
Doch wie so oft galt: ohne Moos nix los. Denn die Baukosten von 5,1 Mio. € bezahlt auch unsere Gemeinde nicht mal eben aus der Portokasse.
Darum möchte ich auch noch einen zweiten Namen hervorheben, ohne den wir heute nicht hier stehen würden, und zwar unseren Bundestagsabgeordneten Mathias Papendieck.
Nachdem andere Fördermöglichkeiten bereits gescheitert waren, hat er Ende 2022 mit unermüdlichem persönlichen Einsatz dafür gesorgt, dass der Haushaltsausschuss des Bundestages Fördermittel für das Projekt freigibt und hat der Gemeinde damit knapp 2,7 Millionen Euro eingebracht.
Und da die Planungen bereits in der Schublade lagen und der Bauantrag gestellt war, konnte es dann ganz schnell gehen:
Es folgte die Vergabe von Bauleistungen, im Juni 2024 der erste Spatenstich und heute nun das Richtfest. Es geht voran und das ist für alle sichtbar.
In den Unterlagen steht immer etwas trocken „Funktionsgebäude“ oder „Ersatzneubau“
Das ist beides richtig, doch ich bin mir sicher, unser Haus des Sports wird noch viel mehr als das: es wird eine Trainingsstätte, ein Vereinsheim, ein Ort des Triumpfs und manchmal auch der Niederlage. Hier werden wir gemeinsam feiern und vielleicht auch mal über Schiedsrichter schimpfen.
Aber vor allem wird es ein Ort des Zusammenkommens, über Vereins- und Altersgrenzen hinweg.
Im Namen der Gemeindevertretung danke ich allen, die das möglich gemacht haben, allen voran natürlich der SV Germania und der IGL für ihren jahrelangen Einsatz.
Und auch wenn Uwe Kegel die Vollendung dieses, seines Projekts nicht mehr miterleben kann, so schaut er heute vielleicht doch mit einem kleinen Lächeln auf uns herab.