Seltener Gast in Brandenburg: Die Esskastanie!

Veröffentlicht am 03.11.2017 in Umwelt

„Heiße Maroni!“ Meist auf süddeutschen Weihnachtsmärkten erschallt der Ruf. Eine kleine Bude, ein großer Kupferkessel, in denen die Esskastanien geröstet werden. Das reicht für den Verkauf. In kleinen Tüten mit acht Stück reichen die Frauen und Männer in dicken Mänteln, Schals und großen Mützen verpackt ihre Spezialität an die hungrigen Marktbesucher. „Heiße Maroni, esst heiße Maroni!“ Nun wurde die Esskastanie (Castanea sativa) zum Baum des Jahres 2018 gekürt.

Der Blick des Botanikers richtet sich im kommenden Jahr auf eine eher seltene Baumart in Deutschland. Sie ist hier Gast! Zumeist im klimatisch wärmeren Südwestdeutschland. Das Kuratorium Baum des Jahres hat den Jahresbaum 2018 vorgeschlagen. Die offizielle Ernennung erfolgte jetzt in Berlin. Die Esskastanie ist bereits der 30. Baum, der einen Jahrestitel erhielt. In diesem Jahr (2017) war es die Fichte (Picea abies).

Ess- und Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) haben wenig gemein, obwohl der Name es zunächst nahelegt. Doch die Esskastanie ist eng mit den Buchen und Eichen verwandt. Die Rosskastanie gehört dagegen zu den Seifenbaumgewächsen und stammt übrigens auch aus dem Ausland, nämlich vom Balkan. Was beide eint: Im Herbst wachsen an den Bäumen stachelige Kugeln, die mahagonibraune Früchte verbergen. Auf einen Geschmackstest mit Rosskastanien sollte der Mensch jedoch verzichten.

In Brandenburg stehen nur vereinzelt Exemplare der Castanea sativa in Gärten und Parks sowie wenige Versuchsanbauten in den Wäldern. Wo sie wächst, überrascht sie mit ihrer reizvollen Blütenpracht. Der Esskastanie sagt das kontinentale Klima in Brandenburg mit heißen, trockenen Sommern einerseits aber auch kalten Wintern nicht so recht zu. Die Maroni-Ernte fällt entsprechend mager aus. So muss man hierzulande auf Import-Ware zurückgreifen, wenn man gebackene Maronen zur Winterzeit (hier geht es auch zu den Rezepten) genießen oder das sehr dauerhafte Holz zum Beispiel im Gartenbau verwenden möchte.

Das Wurzelsystem der Esskastanie ist kräftig ausgeprägt, sie bildet eine Pfahlwurzel, die jedoch nicht sehr tief reicht. Junge Esskastanien weisen eine glatte, gräuliche Rinde auf die im Alter tief zerfurcht und borkig wird. Die knapp 20 Zentimeter langen Blätter sind elliptisch geformt und mit einem feinen Stachelkranz bewehrt. Diese finden besonders in der Naturheilkunde Anwendung. Manche machen aus den Blättern der Esskastanie auch Tee.

 
 

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