Sonne und 20 Grad – Waldbrandgefahr steigt deutlich

Veröffentlicht am 06.04.2018 in Umwelt

Der Wetterdienst hat für das kommende Wochenende die ersten warmen Tage über 20 Grad angekündigt. Mit den Temperaturen steigt die Waldbrandgefahr in den Brandenburger Wäldern rasant an. Besonders die Mitte und der Süden von Brandenburg ist gefährdet.

Kein offenes Feuer im Wald

Eigentlich selbstverständlich: Jeder Bürger kann zum Waldbrandschutz beitragen. Dazu gehört vor allem das Verbot von offenem Feuer im Walde beziehungsweise in Waldnähe (Grill- und Lagerfeuer, Rauchen). Zudem sollten Autofahrer keine Zigarettenkippen aus dem Fenster werfen. Und vor allem: Nicht einfach weglaufen! Waldbrände melden! (110).

Waldbrandgefahrenstufen im Internet

Die aktuelle Waldbrandgefahrenstufe wird durch das Brandenburger Forstministerium sowie den Landesbetrieb täglich auf den Internetseiten bekannt gegeben. Für jeden Landkreis werden Wetterdaten regional erfasst und ausgewertet. Aus den Tageswerten und der Prognose für den Folgetag wird die tägliche Gefahrenstufe festgelegt. Diese gilt ab Mitternacht für jeweils 24 Stunden.

Kälte und kein Schnee: Die vergangenen Wochen haben Wald- und Heideflächen ausgetrocknet. Der stürmische Wind hat dem Waldboden noch einmal viel Feuchtigkeit entzogen. Das trockene Gras und Laub aus dem letzten Jahr sind deshalb eine große Brandgefahr. Bereits am 1. März kam zum ersten Waldbrand des Jahres in der Gemeinde Uebigau-Wahrenbrück im Landkreis Elbe-Elster. Mit den ersten Frühlingstagen steigt die Waldbrandgefahr noch einmal deutlich an.

Gefahrenstufe 4: hohe Waldbrandgefahr

Der Landesbetrieb Forst Brandenburg rechnet damit, dass bereits am Samstag oder spätestens Sonntag in vielen Landkreisen die Gefahr deutlich ansteigt, so dass die Stufe 4 ausgerufen wird. Nur der Norden von Brandenburg hat durch den Niederschlag der vergangenen Tage noch etwas mehr Feuchte. Aber auch dort wird die Waldbrandgefahr steigen und die Stufe 3 - mittlere Gefahr - erreicht werden.

Waldbrandüberwachung wieder eingeschaltet

Der Landesbetrieb Forst Brandenburg überwacht jedes Jahr vom 1. März bis zum 30. September die Waldflächen mit dem modernsten Kameraüberwachungssystem (Fire Watch). 107 Sensoren scannen die Waldgebiete über den Baumkronen und registrieren dabei jede Rauchentwicklung. Die Informationen laufen in den sechs Waldbrandzentralen des Landesbetriebes Forst zusammen. Danach werden im Brandfall sofort die regionalen Leitstellen der Feuerwehren alarmiert.

Im Durchschnitt mehr als 250 Waldbrände

Das waldreiche Land Brandenburg ist mit seinen ausgedehnten Kiefernwäldern und den trockenen Sandböden nach wie vor in Deutschland die Region mit der höchsten Waldbrandgefahr. Die EU-Kommission führt die Waldflächen des Landes in der gleichen höchsten Waldbrandgefährdungsstufe wie Griechenland, Spanien, Portugal und Südfrankreich. In den vergangenen Jahren wurden durchschnittlich 250 Waldbrände in Brandenburg verzeichnet. Durch den regenreichen Sommer 2017 hat es im vergangenen Jahr weniger Waldbrände gegeben. Bei 138 Waldbränden wurden 285 Hektar Forstfläche geschädigt. Die Forstleute hoffen, dass im Jahr 2018 nicht wieder ein so extremes Waldbrandjahr wird, wie im Jahrhundertsommer 2003 mit 697 Waldbränden in Brandenburg.

 
 

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