Endlich: Die Spargelsaison startet

Veröffentlicht am 09.04.2018 in Landwirtschaft

Am Donnerstag (12. April) ist Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger Gast beim offiziellen Start der Freiland-Spargelsaison 2018. Gastgeber der diesjährigen Saisoneröffnung ist der Spargelhof Märkerland in Schlunkendorf. Als spezielles Motto ist „Spargel & Natur“ vorgesehen. Der Beelitzer Spargelvereins e.V. möchte im Rahmen der Veranstaltung auf den Biotopverbund in Schlunkendorf und insbesondere auf das Blühstreifenprogramm hinweisen.

Etwas holprig beginnt die Spargelsaison in diesem Jahr schon. Die zahlreichen Verkaufsbuden an den Straßenrändern blieben lange verwaist. Lange und eiskalte Nachttemperaturen wollten den Spargel einfach nicht gedeihen lassen. Doch nun trauen sich die ersten Spargelspitzen aus dem Damm...

Wo kaufen die Brandenburger ihren Beelitzer Spargel?

Knapp 2,2 Kilogramm Spargel verzehren die Brandenburger je Haushalt. 84 Prozent des in Deutschland verkauften Spargels stammt aus inländischer Produktion.

Discounter: 26,1 Prozent
beim Erzeuger: 20,0 Prozent
Auf dem Wochenmarkt: 15,8 Prozent

Der Sand bringts

Die hervorragenden Wachstumsbedingungen durch den sandigen Bodens des Beelitzer Sanders und des kontinentalen Klimas sind Garant dafür, dass der Spargel sich hier besonders durch einen ausgewogenen Geschmack ohne Bitterkeit und Frische auszeichnet. Die Qualität des Beelitzer Spargels war Anlass, die regionale Spezialität schützen zu lassen.

Seit einigen Wochen ist der Beelitzer Spargel EU-weit geschützt. Die Europäische Kommission hat den Beelitzer Spargel am 15. März in die Liste der geschützten europäischen Produkte aufgenommen. Nur Spargel, der rund um die Stadt Beelitz im Land Brandenburg angebaut wird, darf damit das EU-Siegel „geschützte geografische Angabe“ (g.g.A.) tragen.

In jedem Jahr wird in Beelitz eine neue Spargelkönigin gekürt. Ausgewählt wurde vom Verein in diesem Jahr Lara Luisa Kramer, die in ihrer Amtsperiode 2018/2019 den Beelitzer Spargel für ein Jahr auf Veranstaltungen, Stadtfesten und Messen vertreten wird.

In Zahlen: Spargelanbau in Brandenburg

Der Beelitzer Spargel hat eine sehr lange Tradition, die vom Glasermeister und Ackerbauer Karl Friedrich Wilhelm Herrmann begründet wurde. 1861 wurde in Beelitz der erste Spargel auf dem Feld gepflanzt. In der Folge konnten die ersten Beelitzer Spargelstangen - ab 1870 in großen Mengen auch auf dem Berliner Markt - verkauft werden.

  • Aktuell gibt es eine deutliche Ausdehnung der Anbauflächen gegenüber dem Vorjahr, landesweit wird sogar die größte Anbaufläche seit 1991 erfasst.

  • In Brandenburg produzieren 99 Gartenbaubetriebe Spargel auf insgesamt 4.873 Hektar (2017). Davon stehen 3.881 Hektar tatsächlich im Ertrag (2015: 3.345 Hektar)

  • Mit 71 Prozent an der gesamten Gemüseanbaufläche ist Spargel in Brandenburg die bedeutendste Kultur in diesem Produktionsbereich.

  • Über die größte Anbaukonzentration verfügt mit 2.568 Hektar (2016) der Landkreis Potsdam-Mittelmark. Hier sind, insbesondere rund um Beelitz, auf Spargel spezialisierte Betriebe konzentriert. Zirka 30 große und kleine Betriebe bauen in der Region dieses Edelgemüse an. Insgesamt stehen hier allein 4.000 Hektar Spargelfläche stehen in der Produktion, also 90 Prozent der gesamten Spargelanbaufläche das Landes. Bundesweit wird nur noch in Niedersachsen mit 6.188 Hektar mehr Spargel angebaut.

  • Der durchschnittliche Ertrag des Jahres 2017 lag bei 56,6 Dezitonnen (5660 kg) je Hektar und damit knapp über dem deutschen Durchschnittsertrag von 56,4 Dezitonnen je Hektar. Damit war 2017 ein gutes Ertragsjahr, denn der Wert liegt über dem Mittel der letzten sechs Jahre (55,5 Dezitonnen je Hektar). Der Gesamtertrag lag im Vorjahr bei 22.000 Tonnen, der größten Erntemenge seit 1991.

 
 

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