Syrien-Krieg im 8. Jahr: Nichts ist in Ordnung!

Veröffentlicht am 15.03.2018 in Allgemein

++ In Syrien gibt es auch Orte, in denen man friedlich leben kann ++ Die jungen Männer sollen zurück und ihre Heimat verteidigen ++ Die Flüchtlinge liegen uns nur auf der Tasche ++ Sie nehmen unseren Leuten nur die Arbeitsplätze weg ++(*)

Was im Jahre 2011 als Aufstand gegen das Assad-Regime begonnen hat, geht nun als einer der grausamsten Kriege seit dem zweiten Weltkrieg in die Geschichte der Menschheit ein. Die Bilder von Homs, Aleppo und Rakkha ähneln denen, die im Jahre 1945 in Nürnberg, Köln, Hamburg und Berlin aufgenommen wurden.

Ein paar Zahlen aus einem Krieg, der von uns nur wenige Flugstunden (3700 Kilometer) entfernt ist, der keine klaren Fronten kennt und dessen Ausgang und Ende ungewiss ist. Ein paar Zahlen nach acht Jahren sinnlosem Gemetzel:

  • Etwa 400.000 Syrer haben nach Schätzungen der Vereinten Nationen ihr Leben gelassen. Die meisten sind Zivilisten, Frauen, Kinder, Alte.

  • Mehr als die Hälfte der 20 Millionen Syrer mussten flüchten, wurden vertrieben.

  • 5,5 Millionen Syrer flohen außer Landes, die meisten von ihnen hausen in Flüchtlingslagern der Türkei, Libanon, Irak und Ägypten (Schätzungen des Hilfsorganisationen).

  • Von den rund zehn Millionen syrischen Kindern sind 8,6 Millionen auf dringende Hilfe angewiesen. Sechs Millionen Kinder leben in Flüchtlingslagern. 2,5 Millionen haben keine Chance auf Schulunterricht.

  • Über 440.000 Zivilisten sind gegenwärtig in den Vorstädten von Damaskus eingekesselt. Das Assad-Regime bombardiert diese von Rebellen gehaltenen Regionen ohne Rücksicht auf Verluste.

  • Etwa ein Drittel der Wohnhäuser in Syrien sind zerstört, rund die Hälfte aller Gesundheitseinrichtungen und Schulen. (Daten der Weltbank, 2017)

Syrische Flüchtlinge in Deutschland

(* Mit Vorurteilen lässt es sich prächtig leben. Sie halten jedoch keinerlei Überprüfung stand.) Rund 700.000 Menschen aus Syrien sind seit Beginn des Bürgerkriegs im Jahre 2011 nach Deutschland geflohen (Dazu gezählt Personen mit ungeklärter Staatsangehörigkeit wie Kurden und Palästinenser aus Syrien. Stand Nov. 17). Im Jahre 2016 waren 68 Prozent (204.000 Personen) aller Asylbewerber mit syrischer Staatsangehörigkeit unter 30 Jahre alt, 27 Prozent (81.000 Personen) waren minderjährig. Frauen machten 2016 rund 36 Prozent (96.800 Personen) aus. Nach einer Studie verfügen syrische Geflüchtete über eine überdurchschnittliche schulische Qualifikation im Vergleich zu anderen Flüchtlingsgruppen. Derzeit leben etwa 600.000 anerkannte Flüchtlinge im erwerbsfähigen Alter in Deutschland. Viele nehmen an Integrationskursen oder Arbeitsmarktprogrammen teil. Sie gelten nach der Statistik nicht als arbeitslos, sondern als "unterbeschäftigt".

 
 

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