Märkischer Strauß bleibt Brandenburger

Veröffentlicht am 14.03.2018 in Umwelt

Der Schutz der Großtrappen zeigt erste Erfolge. Die schwerste der heimischen Vogelarten ist in Deutschland wieder mit 259 Exemplaren vertreten. Vor zwei Jahrzehnten waren gerade einmal 57 Exemplare der Otis tarda übrig geblieben. Neu aufgelegt: Eine Broschüre zum Thema Großtrappen in Brandenburg (zum Download).

Sie zählen zu den schwersten flugfähigen Vögeln der Welt. Mit ihrem Gewicht von bis zu 16 Kilogramm müssen Märkische Sträuße wie Flugzeuge gegen den Wind starten. Bis zu 20 Jahre können Großtrappen alt werden. Als Einwanderer in Brandenburg sind sie dem Menschen gefolgt, als der im Mittelalter die Wälder rodete um Acker zu schaffen. Sich die Erde Untertan machte (oder verwüstete – je nach Sichtweise).

Denn der ursprüngliche Lebensraum der Großtrappen lag in den weiträumigen Steppenlandschaften. Die Puten ähnlichen und mit den Kranichen verwandten Trappen benötigen weite, übersichtliche und störungsarme Gebiete ohne Bebauung. In der Brut- und Aufzuchtzeit gehören sie zu den anspruchsvollsten Vögeln.

Sie kamen mit dem Ackerbau

Mit dem Abholzen im 11. und 12. Jahrhundert entstanden ausgedehnte Acker-, Wiesen- und Weidelandschaften. Eingewanderte Deutsche aus dem Westen des Reiches leisteten ganze Arbeit. Dies waren für Trappen attraktive Lebensräume, die sie schnell besiedelten. Bis ins 18. und 19. Jahrhundert gehörten die großen Vögel zu den typischen, weit verbreiteten Arten in den mitteleuropäischen Agrarlandschaften.

Ihre Brut- und Aufzuchtzeit zieht sich über viele Wochen hin, in denen die am Boden brütende Art besonders gefährdet ist. Zudem ist der Hunger der Küken in den ersten Wochen enorm: etwa tausend große Insekten pro Tag benötigten sie. Dies erfordert eine artenreiche Pflanzenwelt, in der viele Insekten, Spinnen, Würmer und andere wirbellose Tierarten leben.

Trappe als Wildbret und Feind im Garten

Brandenburg war eine Hochburg der Großtrappen in Deutschland. Das ist auch der Grund für den Spitznamen „Märkischer Strauß“. Das Verhältnis zum Vogel war zwiespältig: Junker und Jagdherren schätzten die Vögel aus jagdlicher und kulinarischer Sicht. Bauern klagten, dass sich Großtrappen an ihren Gemüsekulturen gütlich taten. Mit Genehmigung Friedrich II. gingen die Märker deshalb ab dem Jahr 1753 daran, die Großtrappen zu vertreiben. Noch Anfang des 20. Jahrhunderts mussten Schulkinder Trappen-Eier auf den Feldern sammeln.

Im Jahre 1939 lebten in den Grenzen der Mark Brandenburg noch etwa 3.400 Trappen. Das war mehr als die Hälfte der damals in Deutschland heimischen Tiere. In den folgenden Jahrzehnten sanken dann die Bestände rapide. Denn intensive Landnutzung, das immer dichter werdende Straßennetz, Bebauung und Strommasten machen der Art zu schaffen. Den Rest erledigen Raubtiere wie der Fuchs und Marder.

Landwirte als Schützer der Großtrappen

Ein erstes Schutzprogramm startete schon zu DDR-Zeiten. In den Siebzigerjahren, als es noch weit über tausend Großtrappen gab. Es beschränkte sich jedoch auf ausgewählte Gebiete. Dies waren das Havelländische Luch, die Belziger Landschaftswiesen und grenzübergreifend mit Sachsen-Anhalt das Fiener Bruch. Vergeblich: Mitte der Neunziger Jahre schien das Schicksal der Art in Deutschland mit nur noch 57 Vögeln besiegelt. Nur noch fünf Vögel gab es in Sachsen-Anhalt.

Es folgte ein neuer Anlauf der der Arterhaltung: Der Schutz umfasst ein breites Spektrum an Verbesserungen des Lebensraumes. Störungen durch den Menschen werden minimiert, die kontrollierte Beobachtung der balzenden Trappen aber möglich. Der Bestand wurde durch Auswilderung von Jungvögeln aufgepäppelt. Die Aufzucht von Menschenhand gelang.

Wilde Wiesen für viele Arten

Eine extensive Bewirtschaftung von geeigneten Äckern, Wiesen und Brachflächen und kommt auch vielen anderen Tier- und Pflanzenarten zugute. Auf diesen Flächen wurden bereits zahlreiche Rote-Liste-Arten nachgewiesen, darunter auch solche, die in Brandenburg bereits als ausgestorben galten.

Die Landwirte in den drei Großtrappenschutzgebieten bleiben damit die wichtigsten Verbündeten für die Vogelschutzwarte und den Förderverein Großtrappenschutz, so ein Fazit. „Ein Wermutstropfen bleibt die Tatsache, dass außerhalb der gezäunten Areale nur zwei Jungvögel flügge geworden sind“, heißt es in der Bilanz für 2015 der Vogelschutzwarte.

Daher sehen die staatlichen Naturschützer Fuchs-sichere Einzäunungen von 15 bis 30 Hektar Umfang als derzeit beste Strategie an, um mit dem hohen Druck auf die Bruten durch Beutegreifer umzugehen. Mit dem Gespür für Sicherheit suchen viele freilebende Hennen diese eingezäunten Flächen gezielt zur Brut auf. Sobald die Jungvögel fliegen können, nutzen viele der Vogel-Familien die umliegenden Flächen. Der Anfang scheint gemacht. Vielleicht gelingt es, eine verlorene Flora und Fauna wieder zurück zu bringen.


 

 
 

Für Sie vor Ort

Landtagsbüro
Alter Markt 1
14467 Potsdam
Tel.: 0331/966 1330
Fax: 0331/966 1307
E-Mail: Joerg.Vogelsaenger@spd-fraktion.brandenburg.de
Wahlkreisbüro Erkner
Für Sie geöffnet

Montag: 13:00 bis 16:00 Uhr
Dienstag: 9:00 bis 12:00 Uhr
Donnerstag: 14:00 bis 18:00 Uhr

Dr.-Hans-Lebach-Str. 1a
15537 Erkner
Tel.: 03342/212 446
Fax: 03342/424 19 66
E-Mail: wk@JoergVogelsaenger.de
Wahlkreisbüro Neuenhagen
Für Sie geöffnet
Dienstag    14:00 - 18:00 Uhr
Mittwoch   14:00 - 18:00 Uhr
Freitag          9:00 - 12:00 Uhr

Ernst-Thälmann-Str. 32a
15366 Neuenhagen
Tel.: 03342/212 446
Fax: 03342/424 19 66

Bitte verabreden Sie rechtzeitig
einen Termin mit Ihrem
Landtagsabgeordneten Jörg Vogelsänger

Wo ist was los?

Alle Termine öffnen.

25.10.2026, 02:00 Uhr - 03:00 Uhr Zeitumstellung
In der Nacht auf Sonntag, den 25. Oktober, wird uns wieder eine Stunde "geschenkt". Dann werden die Uhren von 3 au …

07.11.2026, 13:00 Uhr - 14:45 Uhr Heimspiel FV Erkner, Landesliga Süd Brandenburg
FV Erkner – 1.FC Guben

09.11.2026 - 09.11.2026 Schicksalstag
9. November 1848 9. Novemb …

Alle Termine

Koalitionsvertrag SPD CDU

Verantworung für Brandenburg

Nachrichten

12.10.2026 17:43 Matthias Miersch zum Rücktritt von Bärbel Bas
Ich danke Bärbel Bas von Herzen für ihren Einsatz, ihre Haltung und ihr Engagement. Wir kämpfen weiter gemeinsam für die soziale Demokratie. „Bärbel Bas hat heute Morgen ihren Rücktritt von Partei- und Ministeramt erklärt. Ich habe großen Respekt vor ihrer Entscheidung. Sie trifft sie aus persönlichen Gründen, die ich zutiefst respektiere. Als Ministerin und Vorsitzende… Matthias Miersch zum Rücktritt von Bärbel Bas weiterlesen

09.10.2026 17:40 Wichtiges Signal für den Wohnungsbau
Die Fortführung und Aufstockung des EH55 Programms bis zum Jahresende ist ein wichtiges Signal für die Bauwirtschaft. Nun sollten die neuen Fördermöglichkeiten konsequent genutzt werden, um den dringend benötigten Neubau anzukurbeln. „Die Aufstockung der Förderung für den Neubau im Effizienzhausstandard 55 Plus und die Fortführung des Programms bis zum Jahresende sind ein wichtiges Signal für… Wichtiges Signal für den Wohnungsbau weiterlesen

26.09.2026 19:01 Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung
Jetzt braucht es einen gemeinsamen Aufbruch für Olympia. München setzt sich durch. Nachdem die Evaluierungskommission die Konzepte von München und KölnRheinRuhr nahezu gleichauf bewertet hatte, haben sich die Delegierten der außerordentlichen Mitgliederversammlung nun für München als deutsche Bewerberstadt entschieden. Wir gratulieren München und allen Beteiligten zu diesem überzeugenden Konzept. Sonja Eichwede, stellvertretende Vorsitzende: „Herzlichen Glückwunsch… Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung weiterlesen

25.09.2026 19:03 Wegge/Heselhaus zu EU-Regeln gegen Greenwashing
Umsetzung von EU-Regeln gegen Greenwashing: Koalition schafft pragmatische Lösung für Altwarenbestände Am 27. September 2026 treten neue Regeln in Kraft, nach denen Umweltaussagen in der Werbung oder auf Produktverpackungen jetzt klar und nachvollziehbar belegt werden müssen. Um einen pragmatischen und verhältnismäßigen Umgang mit Altbeständen sicherzustellen, justieren wir nach. Carmen Wegge, rechts- und verbraucherpolitische Sprecherin: „‘Einfach… Wegge/Heselhaus zu EU-Regeln gegen Greenwashing weiterlesen

14.09.2026 17:56 Zollkodex
Jeden Tag kommen Millionen Kleinsendungen aus Drittstaaten in die EU. Die enorme Menge erschwert wirksame Kontrollen erheblich. Allein im Jahr 2024 wurden 4,6 Milliarden Pakete mit einem Warenwert von weniger als 150 Euro in die EU eingeführt – 91 Prozent davon über chinesische E-Commerce-Plattformen. Das sind mehr als doppelt so viele wie noch 2023, als… Zollkodex weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de