Brandenburg erhält zum vierten Mal in Folge das begehrte Zertifikat für nachhaltige Waldbewirtschaftung zu erhalten. Die Regionale Arbeitsgruppe PEFC Brandenburg wird am kommenden Dienstag (13. September) in Potsdam das Zertifikat an Brandenburgs Forstminister Jörg Vogelsänger überreichen und den zugehörigen Waldbericht vorstellen.
„Nachhaltige Waldbewirtschaftung ist in Brandenburg, wo auf 37 Prozent der Fläche Wald steht, eine Selbstverständlichkeit aber auch eine sehr anspruchsvolle Aufgabe“, so der Minister.
Der Zertifizierung zugrunde liegt der Waldbericht zur Entwicklung von Brandenburgs Wäldern in der Zeit von 2011 bis 2016. Der Bericht beschreibt auch Ziele und Maßnahmen zur weiteren Entwicklung bis zum Jahr 2021. Das PEFC-Zertifizierungssystem ist das weltweit größte und unabhängige System zur Überprüfung der Standards, Ziele und Erfolge der Waldbewirtschaftung.
Nachhaltige Waldbewirtschaftung unter den Aspekten des Klimawandels und einer in Hinblick auf die Nutzung natürlicher Ressourcen ist eine der größten forstwirtschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Und das bei einer Öffentlichkeit, die sehr kritisch geworden ist.
So sieht nachhaltige Waldbewirtschaftung aus:
- Es wird nicht mehr Holz geschlagen als nachwächst.
- Wo Bäume gefällt wurden, wird auch wieder aufgeforstet.
- Der Wald bleibt ein sicherer Lebensraum für Tiere und Pflanzen.
- Die Artenvielfalt im Wald bleibt erhalten.
- Ein nachhaltig bewirtschafteter Wald behält seine Funktion als natürlicher Schutz von Gewässern, Böden und Klima.
- Die legale Herkunft des Rohstoffs Holz ist garantiert.
- Bei allen Waldarbeiten werden die hohen Standards der Arbeitssicherheit eingehalten.
- Die Arbeitnehmerrechte werden gewahrt.
- Die Rechte der Menschen, die vom Wald leben und/oder von ihm abhängen wie etwa Waldbauern werden gesichert.
„Das Land Brandenburg ist mit 270.000 Hektar größter Einzelwaldbesitzer in der Region und Vorreiter für eine vorbildliche, erfolgreiche und auch allen ökologischen Erfordernissen genügende Waldbewirtschaftung. Ich freue mich besonders, dass das nun schon zum vierten Mal in Folge durch unabhängige Auditoren mit dem PEFC-Label anerkannt wird“, sagte Vogelsänger. Gegenwärtig sind in Brandenburg 39 Forstbetriebe und forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse zum Tragen des PEFC-Siegels berechtigt.
Brandenburg investiert seit seiner Gründung Millionenbeträge in eine nachhaltige, ökologisch vorbildliche und ökonomisch erfolgreiche Waldbewirtschaftung und unterstützt auch private Forstbetriebe. Das intensive Engagement des Landes als Investition in die Zukunft Brandenburger Wälder soll auch in Zukunft fortgesetzt werden, um die Wälder insgesamt stabiler gegen schädigende Einflüsse und die Folgen des Klimawandels zu machen.
PEFC ist eine internationale Organisation: Das Kürzel steht für „Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes". Zu Deutsch: "Programm für die Anerkennung von Waldzertifizierungssystemen". Es verfolgt über Ländergrenzen hinweg ein Ziel: die weltweite Verbesserung der Waldnutzung und Waldpflege.
Die Regionale PEFC-Arbeitsgruppe (RAG) ist ein eingetragener Verein. Der Vorsitz der RAG Brandenburg wird durch einen Mitarbeiter des Landesbetriebes Forst wahrgenommen, sein Dienstsitz ist gleichzeitig Sitz der Geschäftsstelle. Hauptaufgabe der RAG ist die Erarbeitung des Regionalen Waldberichts, die Entwicklung eines Handlungsprogramms mit Zielen, Maßnahmen und Verantwortlichkeiten sowie die Erarbeitung und Umsetzung der Regelungen zur Systemstabilität.
Die RAG hat die DQS CFS GmbH Deutsche Gesellschaft für Nachhaltigkeit mit der Begutachtung der Wälder in Brandenburg beauftragt. Die Gutachter kontrollieren dabei auch die Einhaltung der Standards durch die teilnehmenden Waldbesitzer in jährlich stattfindenden Vor-Ort-Audits. Auf dieser Grundlage wird nach positiver Prüfung durch die DQS CFS GmbH das Zertifikat vergeben.