Waldpflege auf der Neuenhagener Trainierbahn

Veröffentlicht am 03.11.2018 in Umwelt

Eine umfangreiche Waldpflege und Verkehrsicherung auf der Neuenhagener Trainierbahn hat der Eigner, die Rennbahn Hoppegarten, angekündigt. Im Waldgelände zwischen Rennbahn und Bollensdorfer Trainierbahn sowie um die Bollensdorfer Trainierbahn wird zwischen November 2018 und April 2019 gefällt, gerodet und neu gepflanzt. Der Beitrag ist überarbeitet. Marianne Hitzges schildert ihre Eindrücke von der Besichtigung.

Rund 70 Interessierte folgten am Sonnabend 3. November 2018 der Einladung und den informativen anschaulichen Ausführungen. Große Veränderungen werden auf den Waldflächen um die Trainierbahn herum entstehen, zunächst optisch eher unvorteilhaft, jedoch für die Basispflege eines neu gestalteten Waldes erforderlich.
Der Fokus liegt auf Beseitigung der Traubenkirsche, die hübsch anzuschauen ist, gerade jetzt im Herbst, aber keine geeignete Pflanze für den heimischen Wald ist. Denn er wächst nicht zu einem Baum, sondern zu vielverzweigten Büschen und lässt über sein spezielles Blattwerk bzw. Blattsubstanz keine ausreichende Humusbildung des Waldbodens zu. Die Traubenkirsche wird in zwei dafür vorgesehenen eingezäunten Flächen gegen Eichen, Linden und Ahorn ausgetauscht.

Was wird angestrebt?

  • Herstellung der Betriebs- und Verkehrssicherheit durch die Entfernung von gefährdenden Bäumen an Wegen und Straßen
  • Vorratspflege im Sinne einer naturgemäßen Waldwirtschaft und Biodiversität durch folgende Maßnahmen: Entnahme von invasiven und fremdländischen Arten wie der Spätblühenden Traubenkirsche, Entwicklung eines mehrstufigen, artenreichen Mischwalds (Pflanzung von klimaplastischer Baumarten und von  Laubbaumarten unter Kiefernforsten), Entwicklung von stufigen Waldstrukturen mit Totholz, Höhlenbäumen und Horstmöglichkeiten

Wo wird gearbeitet?

Waldflächen nordöstlich der Neuenhagener Trainierbahn (ca. 40 ha)

Hier liegt der Fokus auf Pflegemaßnahmen und Waldverjüngungsmaßnahmen, auf 8 ha wird der Wald umgebaut. Langfristig soll ein vielfältiger und stufiger Mischwald bestehend aus Eiche, Linde, Bergahorn und Kiefer aufgebaut werden. Die Durchforstung  beinhaltet die Entnahme vom schlechten Ende her bzw. bedrängender Bäume mittels maschineller Verfahren (Harvester) und manueller Kräfte (Waldarbeiter). Das anfallende Holz soll zeitnah und möglichst wegeschonend abtransportiert werden. Aus Sicherheitsgründen wird es zu kurzfristigen Sperrungen der Spazierwege kommen, wir bitten dafür um Verständnis und, zu Ihrem eigenen Schutz, um größtmögliche Vorsicht.

Hönower Chaussee

Die abgestorbenen und von Pilz befallenen Birken müssen gefällt werden, da die Bäume eine Gefahr für den Straßenverkehr darstellen.

Wald zwischen Rennbahn und Bollensdorfer Trainierbahn

Begonnen wird mit der Fällung der Pappelreihe zwischen Goetheallee und Kiefernallee zur Wiederherstellung der Verkehrssicherheit. Die weiteren Waldpflegemaßnahmen finden auf einer Fläche von 27 ha statt. Geplant sind die Freistellung der Reitwege von bedrängenden Bäumen, Waldumbauten auf ca. 4 ha sowie die Anlage von Waldrändern. In Abstimmung mit der Verwaltung der unteren Naturschutzbehörde werden alle Maßnahmen in und um das Naturschutzgebiet so schonend wie möglich durchgeführt.

Bollensdorfer Trainierbahn

Im Zuge der Arbeiten werden die Bollensdorfer Trainierbahn sowie die Reitwege von gefährdenden Bäumen freigestellt und die Lichtraumprofile wiederhergestellt.

Wann wird gearbeitet?

Die Maßnahmen beginnen mit dem einzelbaumorientierten Auszeichnen der Bestände, hierbei werden zukünftige Wertholzbäume genauso berücksichtigt wie künftige Biotopbäume. Bei der Holzernte in den Monaten Dezember 2018 bis Februar 2019 kommen schonende Forsttechnik und Holzernteverfahren zum Einsatz, um eine flächige Bodenverdichtung zu verhindern. Den Abschluss der Maßnahmen von Februar 2019 bis April 2019 bilden die Pflanzung von Mischbaumarten zum Waldumbau und zur Waldverjüngung sowie das Setzen von Schutzzäunen.

Wer führt die Arbeiten durch?

Mit der Koordinierung der Maßnahmen hat die Rennbahn die „Sauener Forst und Gewerbe GmbH“ unter Leitung von Frau M. Müller (Revierförsterin) beauftragt. Die Sauener Forst und Gewerbe GmbH betreut die eigenen Wälder wie Wälder im Besitz externer Auftraggeber unter Beachtung der Leitsätze der „Naturgemäßen Waldwirtschaft“. Weitere Schwerpunkte sind die Betreuung von Naturschutzflächen in Brandenburg sowie die Erschließung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen.

Was sagt der Eigentümer?

Peter Hoeck, (im Bild oben rechts mit Jörg Vogelsänger, MdL) Managing Director der Rennbahn Hoppegarten: „Die Schwerpunkte der Waldpflegemaßnahmen sind die Verkehrssicherung und die nachhaltige Entwicklung der Waldflächen zu einem attraktiven, artenreichen Mischwald mit einem hohen Grad an Biodiversität. Wo möglich, kommen schonende Holzernteverfahren zum Einsatz. Auf den Innenflächen der beiden Trainierbahnen finden keine Maßnahmen statt.“

 
 

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