Was sind eigentlich: Schwachgase in Mülldeponien?

Veröffentlicht am 24.09.2018 in Umwelt

Am Dienstag (25. September) übergibt Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger an den Verbandsvorsteher des Kommunalen Abfallentsorgungsverbandes „Niederlausitz“, Bernhard Schindler, einen Zuwendungsbescheid in Höhe von rund 644.000 Euro für die "Ertüchtigung" der Deponie Lübben-Ratsvorwerk übergeben.

Mit den Fördermitteln soll innovative Schwachgas-Technologie inklusive eines Blockheizkraftwerks und eines Gasspeichers finanziert werden. Die Gesamtkosten betragen rund 805.000 Euro. Brandenburg trägt mit den genannten Maßnahmen nicht unerheblich zur Einhaltung der UN-Klimaziele, insbesondere zur Begrenzung der globalen Erwärmung auf unter zwei Grad Celsius bei.

Was sind Schwachgase überhaupt?

Schwachgase, auch als niederkalorische Gase oder Armgase bezeichnet, sind brennbare Gase bzw. Gemische mit recht geringem Heizwert. Typischerweise enthalten sie Methan, eine Substanz mit beträchtlichem Energiegehalt und einem höheren Anteil nicht brennbarer Gase wie Kohlendioxid (CO2) oder Stickstoff (N2).

Wo kommen sie vor?

In der Vergangenheit wurden Siedlungsabfälle, wie auf der Deponie Lübben-Ratsvorwerk, einfach abgekippt. Doch vor allem die (organischen) Hausabfälle besitzen ein großes Potenzial zur Bildung von schädlichen Schwachgasen. Bakterien wandeln dabei vor allem Küchenreste und andere organische Stoffe in Methan und Kohlendioxid um. Das Deponieren von Hausmüll wie Küchenabfällen ist deshalb heute verboten.

Was wird dagegen getan?

Heute werden Deponien mit einer luftundurchlässigen Schicht abgedichtet. Die Gase können nicht mehr unkontrolliert entweichen. Früher wurden sie einfach abgefackelt. Heute wird mit den Energielieferanten Strom erzeugt oder geheizt. Diese klimaschädlichen Deponiegase sollen gezielt erfasst und entsorgt werden.

Mit Hilfe von Fördermitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung konnte die Deponie Lübben-Ratsvorwerk bereits abgedichtet werden und künftig werden auch die dort entstehenden Schwachgase in Strom umgewandelt.

Wo sind die Grenzen?

Auch eine Deponie wie die von Lübben-Ratsvorwerk gast langsam aus, salopp gesagt der Kompost geht langsam aus. Die Bakterien finden kein „Futter“ mehr. Dennoch besitzen solche Lager noch ein hohes Treibhausgaspotential. Mit Fördermitteln von rund 644.000 Euro wird die Deponie Lübben-Ratsvorwerk innovative Technik erhalten, welche auch die sich stetig verringernden Deponiegasmengen komplett verstromen wird.

Hintergrund

In der aktuellen Programmperiode stehen Brandenburg 20 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung zur Förderung von Maßnahmen zur Reduzierung von CO­2 und anderen Treibhausgasen auf Deponien zur Verfügung. Im Rahmen dieses Förderschwerpunkts können sowohl Systeme zur Abdichtung von Oberflächen und  innovative Anlagen zur Erfassung und Entsorgung der sich verringernden Deponiegasmengen gefördert werden. Das gilt auch für die Vorbereitung von Deponien zum Bau von Photovoltaik- oder Windkraftanlagen.

 
 

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