Aktuell leben in Deutschland 73 Wolfsrudel. Das geht aus den aktuellen Erhebungen der Bundesländer hervor. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf (DBBW) haben die Zahlen zusammengefasst.
Aktuell leben in Deutschland 73 Wolfsrudel. Das geht aus den aktuellen Erhebungen der Bundesländer hervor. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf (DBBW) haben die Zahlen zusammengefasst.
Nach aktueller Auswertung des Wolfsjahres 2017/2018 waren im Land Brandenburg 26 Rudel und 12 Paare nachweisbar. Bei elf Paaren wurden Welpen beobachtet. So kann man aktuell für das Land Brandenburg von 37 Rudeln und 1 Paar ausgehen.
Die meisten Tiere leben damit in Brandenburg, gefolgt von Sachsen und Niedersachsen. Die Vorkommen von Canis Lupus konzentrieren sich weiterhin auf die Regionen der sächsischen Lausitz in nordwestliche Richtung über Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen bis nach Niedersachsen. Zum ersten Mal seit der Ausrottung der Art in Deutschland vor mehr als 150 Jahren ist zudem ein Rudel in Bayern bestätigt.
Damit ist die Zahl der bestätigten Rudel des Monitoringjahres 2017/2018 in Deutschland im Vergleich zum 22. November 2017 um 13 gestiegen. Zusätzlich ist die Zahl der Wolfspaare von 21 auf 30 angestiegen. Außerdem wurden drei sesshafte Einzelwölfe bestätigt. „Die weiterhin positive Entwicklung der Wolfspopulation in Deutschland steht im starken Kontrast zum weltweit dramatischen Verlust der biologischen Vielfalt. Dieser Erfolg zeigt uns, dass Arten von einem strengen Schutz profitieren“, sagt BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel.
Der Wolf ist nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union streng geschützt. „Durch das Monitoring konnte allerdings nicht nur ein Anstieg der Rudel nachgewiesen werden, auch die Zahl der Totfunde hat zugenommen“, berichtet sie. „Nach Verkehrsunfällen ist die illegale Tötung die zweithäufigste Todesursache.“
Das Wolfsmonitoring ist für Deutschland einzigartig: Kaum ein anderes wild lebendes Tier wird ähnlich präzise erfasst und beobachtet. Nur eindeutige Wolfsnachweise wie etwa durch Lebendfang, einen genetischen Nachweis (auch aus Kotproben), Fotos aus Fotofallen oder von Totfunden werden als Grundlage genommen. Die Daten, die das Bundesamt für Naturschutz jährlich im Herbst veröffentlicht, werden von den Bundesländern nach einheitlichen Standards jeweils für ein Monitoringjahr erhoben. Dieses erstreckt sich vom 1. Mai bis zum 30. April des darauffolgenden Jahres und deckt sich zeitlich mit einem biologischen „Wolfsjahr“, von der Geburt der Welpen bis zum Ende des ersten Lebensjahres. Neben der systematischen Beobachtung des Wolfes gibt es in Deutschland auch noch ein Monitoring für Luchs und Bär.
Brandenburg hat als erstes Bundesland ein Wolfsmanagement vorgestellt, das den Umgang mit Wölfen und vor allem den Problemtieren regelt. Das Wolfsmonitoring und -management liegt generell in der Verantwortung der Bundesländer. Diese haben inzwischen Beratungsstellen für den Umgang mit Wölfen eingerichtet. Das BfN hat im Juli 2018 ein mit den Ländern abgestimmtes Konzept zum Umgang mit Wölfen, die sich Menschen gegenüber auffällig verhalten, veröffentlicht.
Zur Unterstützung der Weidetierhalter hat die Europäische Kommission zudem am 8. November 2018 entschieden, dass Herdenschutzmaßnahmen (Brandenburg) zur Vermeidung von Übergriffen durch Wölfe auf Weidetiere zu 100 Prozent durch die Mitgliedstaaten finanziert werden können, ohne dass dies als unzulässige Beihilfe gilt. Bislang konnten nur 80 Prozent der Kosten von Herdenschutzmaßnahmen durch die Bundesländer erstattet werden. Künftig können sowohl Schäden, die infolge eines Wolfsrisses auftreten, erstattet werden, als auch indirekte Schäden, etwa für veterinärmedizinische Behandlungskosten. Auch hier waren zuvor nur 80 Prozent staatliche Erstattung zulässig. Diese Entscheidung der EU-Kommission ist nach intensiven Bemühungen des Bundesumweltministeriums unter Beteiligung der Länder gefallen. Beide Maßnahmen sind wertvolle Hilfen bei der Verbesserung der Situation der Nutztierhalter.
Die DBBW wird von einem Konsortium aus mehreren wissenschaftlichen Institutionen getragen: Unter der Führung der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) arbeiten darin das Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz (SMNG), das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland, das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin (IZW) und das Senckenberg Forschungsinstitut, Standort Gelnhausen. Das Bundesamt für Naturschutz finanziert die Arbeit des DBBW mit Mitteln des Bundesumweltministeriums.
Laut aktueller Statistik des Deutschen Jagdverbands (DJV) gab es im vergangenen Jagdjahr (vom 1. April 2016 bis 31. März 2017) knapp 228.500 Wildunfälle. Während das im Vergleich zum Vorjahr eine Stagnation bedeutet, ist es gemessen am Schnitt der vorangegangenen fünf Jahre eine Steigerung um fünf Prozent. Hauptverursacher ist das Reh (86 Prozent), gefolgt vom Wildschwein (12 Prozent).
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