Zustandsbericht 2015: Dem Wald auf den Grund gegangen

Veröffentlicht am 14.12.2015 in Umwelt

Trotz Trockenheit und milder Winter sieht die Beschaffenheit von Wald und Boden in Brandenburg recht passabel aus. Der aktuelle Waldzustandsbericht 2015 zum internationalen Jahr des Bodens liefert überwiegend positive Daten.

  • Über 90 Prozent der Waldfläche Brandenburgs sind damit ohne deutliche Schäden. Gegenwärtig weisen nur neun Prozent der Waldfläche deutliche Schäden auf.
  • Die Eichen bleiben auch im Jahr 2015 die Baumartengruppe mit dem schlechtesten Kronenzustand. Gegenüber den Vorjahren zeigen sie aber seit zwei Jahren einen deutlich besseren Belaubungszustand.
  • Buchen sind trotz der Trockenstress in diesem Sommer die Baumartengruppe mit den geringsten deutlichen Schäden.

„Trotz des trockenen Frühjahrs und der Hitzewellen des Sommers 2015 sind die Wälder Brandenburgs vital. Aber Spätfolgen sind nicht ausgeschlossen“, erklärt Forstminister Jörg Vogelsänger. Die sehr milden letzten zwei Winter ließen der Pflanzenwelt kaum Zeit zur Winterruhe. Das trockene Frühjahr und die Hitzewelle im Sommer 2015 hätten bisher noch keinen merklichen Einfluss gehabt. Eine Reaktion der Bäume in den Folgejahren sei aber nicht ausgeschlossen.

„Ohne einen gesunden Waldboden gibt es auch keinen gesunden Wald. Der Waldboden ist Nährstofflieferant, Lebensraum, Wasser-und Kohlenstoffspeicher“, so Jörg Vogelsänger. Etwa alle 15 Jahre würden deshalb bundesweit die wichtigsten Parameter zur Beurteilung des Bodenzustandes erhoben und ausgewertet. Die jährliche Erfassung des Waldzustands sei dagegen ein wichtiges Frühwarnsystem für die Waldgesundheit.

Mehr als eine Streusandbüchse

Der Waldboden ist mehr als nur tote Materie aus Sand, Gestein und chemischen Elementen. Er ist Lebensraum für eine unvorstellbare große Anzahl von kleinen und kleinsten Lebenswesen. Der Waldboden hat eine wichtige Funktion im Wasserkreislauf. Die Humusschicht und der obere Mineralboden sind durchsetzt mit Poren, Hohlräumen und Wurzeln und wirken so wie ein großer Schwamm. Außerdem wird das Wasser auf den Weg in den Untergrund gereinigt und gefiltert. Der Waldboden ist auch Kohlenstoffspeicher. Fast die Hälfte des Kohlenstoffs, der im Wald gespeichert wird, befindet sich im Waldboden.

Reisig und Äste als natürlicher Dünger

Das Wachstum von Bäumen hat eng gesetzte Grenzen: Neben Regen und Grundwasser geht es um die Nährstoffe, die zur Verfügung stehen. Die Ergebnisse zeigen einen Rückgang der wichtigen Nährelemente Kalium, Magnesium und Kalzium und einen immer noch zu hohen Stickstoffeintrag über die Luft. Diese „Nährstoffdissonanzen“ sind bisher nicht waldgefährdend. Sie müssen aber bei der Waldbewirtschaftung beachtet werden.

Bei den nährstoffarmen Böden im Südosten Brandenburgs sollten beispielsweise Äste und Rinde im Wald verbleiben. Gegenwärtig wird in Brandenburg noch nicht davon ausgegangen, dass eine Düngung der Waldböden notwendig ist. Dies kann sich aber in ein paar Jahren ändern.

Bei der Frage, wie viel Holz geerntet werden darf, geht es nicht nur um die Menge. Für den Bodenschutz entscheidet auch das „Wie“. Schwere Maschinen für Holzernte fahren nur auf Rückegassen und Maschinenwegen. Trotz ihres des hohen Gewichts bleibt der Bodendruck von Holzerntemaschinen relativ gering. Dafür sorgen breite Niederdruckreifen, Raupenfahrzeuge und Seilkräne. Bei der Holzernte im Landeswald sind die Anlage fester Rückegassen und bodenschonende Erntetechnologien bereits Standard.

Frühwarnsystem Waldzustandserhebung funktioniert

Der Waldzustand wird jedes Jahr systematisch mit einer Reihe von Indikatoren erfasst. Die Aufnahme erfolgt an 42 Probepunkten des systematischen Grundnetzes im Raster von 16 mal 16 Kilometer als Teil der bundesweiten Waldzustandserhebung (WZE) nach einheitlicher Methode durch das Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde (LFE). So sind Veränderungen beim Gesundheitszustand rechtzeitig zu erkennen.

Die Bodenzustandserhebung für langfristige Daten

Neben der jährlichen Erfassung des Waldzustandes, ist auch die Bodenzustandserhebung Bestandteil des forstlichen Umweltmonitoring, das etwa alle 15 Jahre bundesweit auf einem festen Stichprobennetz (acht mal acht Kilometer) durchgeführt wird. In Brandenburg wurden insgesamt 322 Bodengruben angelegt. Aus verschiedenen Schichten wurden Bodenproben entnommen und in aufwendiger Laborarbeit ausgewertet. Die Ergebnisse liefern Daten zur Nährstoffverfügbarkeit, zur Kohlenstoffspeicherung und zur Belastung mit Schadstoffen. Genug Daten, um auf Gefährdungen rechtzeitig reagieren zu können.

Weitere Infos:: http://www.mlul.brandenburg.de

 

 
 

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