Brandenburg: einheitliches Wolfsmanagement für Deutschland

Veröffentlicht am 04.10.2018 in Umwelt

Brandenburg wird im Bundesrat gemeinsam mit  Niedersachsen und Sachsen einen zehn Punkte umfassenden Entschließungsantrag zum Umgang mit dem Wolf einbringen. Ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einem europäischen Wolfsmanagement. Schließlich hält sich Canis Lupus nicht an Landesgrenzen!

Ergänzung der Redaktion: Ein Beitrag von Spiegel Online greift die Diskussion auf: "Wölfe in Deutschland. Wie viele Rudel verträgt das Land?"

Rechtssicherheit schaffen

Brandenburg ist, was die Zahl der Wölfe betrifft, als Bundesland besonders betroffen. Deshalb gibt es seit rund einem Jahr ein so genanntes Wolfsmanagement. Seit langem drängt das Land mit seiner eigenen Wolfsverordnung jedoch darauf, bundesweit bessere Regelungen für den Umgang mit der streng geschützten Tierart zu schaffen, die rechtssicher und im Konfliktfall schnell umsetzbar sind.

Ziel: Wolfsmanagement für Europa

Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger: „Die Bundesratsentschließung soll  zu einem praktikablen, bundesweiten Wolfsmanagement nach europäischem Recht führen, das die Bewertung und Beobachtung der Wolfspopulation, die Finanzierung von Präventionsmaßnahmen und Entschädigungsregeln einschließt. Dies sind auch die zentralen Säulen Wolfsmanagements in Brandenburg. Die Bundesratsinitiative  ist  eine Stärkung für unser Brandenburger Wolfsmanagement.“ (Ansprechpartner in Brandenburg auf einen Blick)

Es geht um einheitliche Defintionen

So soll der Paragraph 45 Absatz 7 des Bundesnaturschutzgesetzes an den Artikel 16 der europäischen FFH-Richtlinie angepasst werden. Aufgrund von unterschiedlichen Übersetzungen des Begriffs „serious damage“ aus dem Originaltext der FFH-Richtlinie ergeben sich Unsicherheiten bei der Interpretation, unter welchen engen Voraussetzungen die Entnahme – in diesem Kontext eines Wolfs - nach Anhang IV der FFH-Richtlinie erlaubt ist.

Minister Vogelsänger: „Der Bund bleibt und ist in der Pflicht, für mehr Klarheit zur sorgen. Der Druck ist nach wie groß, während die Handlungsspielräume klein und für die Verantwortlichen letztlich mit vielen Fragezeichen verbunden sind. Dies war auch der Grund, warum ich schon während des Vorsitzes der Umweltministerkonferenz 2017  beharrlich auf die Klärung jener Punkte gedrungen habe, die nun dem Entschließungsantrag zugrunde liegen.“

Wölfe besser beobachten

Ein gemeinsames Monitoring und Management mit Polen wird ebenso für erforderlich gehalten wie die von Brandenburg immer wieder geforderte Festlegung und Überprüfung des günstigen Erhaltungszustands der Art im jährlichen Turnus. Eine Beurteilung des Erhaltungszustands des Wolfs alle sechs Jahre (FFH-Berichtszeitraum) ist angesichts der dynamischen Populationsentwicklung nicht ausreichend. Zukünftig soll der Bund den Erhaltungszustand der Wolfspopulation nach wissenschaftlichen Kriterien jährlich überprüfen.

Herdenschutzzentrum einrichten

Ein bundesweites Herdenschutzzentrum wird für sinnvoll erachtet. Die Erfahrungen anderer europäischer Länder, insbesondere Frankreichs, sind zu berücksichtigen.

Auch die Forderung, Weidetierhalter bei der Umsetzung von Präventionsmaßnahmen einschließlich bei Unterhaltungsmaßnahmen für wolfssichere Zäune zu 100 Prozent zu fördern, wird von Brandenburg unterstützt.

Minister Vogelsänger: „Die Nutztierhalter dürfen mit ihren Sorgen und Nöten, die sich mit der Rückkehr und Ausbreitung von Wölfen in Deutschland ergeben, nicht allein gelassen werden. Hilfestellungen für den Mehraufwand beim Herdenschutz sind ein Baustein, um mehr Akzeptanz für ein Nebeneinander von Weidetieren und der geschützten Tierart Wolf zu erreichen.“

 
 

So erreichen Sie uns!

DAS BÜRGERBÜRO
Ernst-Thälmann-Straße 32A
15366 Neuenhagen
Telefon 03342/ 212 446
E-Mail (einfach Adresse anklicken)
wk@joergvogelsaenger.de

Wo ist was los?

Alle Termine öffnen.

13.12.2018, 18:00 Uhr - 20:00 Uhr Gemeindevertretersitzung
13.12.2018, 18:00 Uhr Neuenhagen (Max-Thormann-Saal, Am Rathaus 1)

13.12.2018, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr Gemeindevertretersitzung
13.12.2018, 19:00 Uhr Woltersdorf (Ratssaal der Gemeinde, Rudolf-Breitscheid-Straße 23)

16.01.2019, 13:00 Uhr - 17:00 Uhr Ausschuss für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft
Bitte beachten Sie die Informationen zum Ausschuss für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft (A9) …

Alle Termine

Nachrichten

12.12.2018 19:10 Ausbildungsbilanz 2018: Eine starke Ausbildung für alle
Das Bundesinstitut für Berufsbildung hat heute seine Ausbildungsbilanz für 2018 vorgestellt. Die Bilanz wirft Licht und Schatten. Sie macht deutlich, dass die Novelle des Berufsbildungsgesetzes (BBIG) überfällig ist. Die bisher bekannten Vorschläge der Bundesbildungsministerin greifen noch in jeder Hinsicht viel zu kurz. Wir wollen mit der Modernisierung das weltweit anerkannte, kooperative Zusammenspiel von Sozialpartnern, Staat

11.12.2018 20:45 10 Jahre Lebensmittel ohne Gentechnik sind ein großer Erfolg
Eine im Auftrag der SPD-Bundestagsfraktion erstellte Analyse zeigt, dass ‚Ohne Gentechnik‘ ein sehr erfolgreiches Marktsegment ist. Seit zehn Jahren gelten für das Label klare und strenge gesetzliche Vorgaben. Angebot und Nachfrage nach Milch, Eiern, Käse und Fleisch von Tieren, die ohne Gentechnik gefüttert wurden, wachsen weiter. „Das freiwillige Label ‚Ohne Gentechnik‘ sorgt für mehr Transparenz für

11.12.2018 20:41 Gute-Kita-Gesetz: mehr Qualität, weniger Gebühren
Der Bundestag beschließt diese Woche das Gute-Kita-Gesetz. Katja Mast sagt: Der Bund investiert 5,5 Millarden Euro für gute Kitas – und damit für gute Kinderbetreuung. „Das Gute-Kita-Gesetz kommt! Damit lösen wir unser Versprechen ein: mehr Qualität, weniger Gebühren.  Für die SPD-Bundestagfraktion ist klar: Jedes Kind muss die gleichen Chancen auf gute Kinderbetreuung haben. Dafür investiert der Bund

11.12.2018 20:37 Patienten brauchen eine sichere Versorgung mit Arzneimitteln
Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagfraktion, Sabine Dittmar, äußert sich zu den Vorschlägen zur Weiterentwicklung der Apotheken, die Gesundheitsminister Spahn heute vorgestellt hat. „Seit dem EuGH-Urteil haben wir mit der Diskussion über das RX-Versandhandelsverbot zwei Jahre verloren. Die Vorschläge, die Gesundheitsminister Spahn jetzt vorgelegt hat, sind uns teilweise gut bekannt. Wir selbst haben sie in ähnlicher Form schon vor Monaten in

09.12.2018 19:38 Europa ist die Antwort
Die kommenden Jahre werden entscheidend dafür sein, ob wir die großen Aufgaben der Zeit gemeinsam anpacken – und bewältigen. Ob wir der europäischen Idee neuen Schub geben. Oder ob der Weg zurück führt in nationalstaatliches Klein-Klein – und wir die Weltpolitik der anderen nur an der Seitenlinie kommentieren und erdulden. Um nichts weniger geht es

Ein Service von info.websozis.de