Breitband: Wo steht Brandenburg überhaupt?

Veröffentlicht am 04.07.2018 in Wirtschaft

Das Brandenburg steht im Vergleich zu anderen Bundesländern recht gut da. So steht es im Breitbandatlas für Deutschland ,der jedes Jahr vom Bundesminister für Verkehr herausgegeben wird. Der TÜV Rheinland hat ihn im Auftrag erarbeitet. Ein Übersicht zum Breitband und Bedarf haben haben auch die Industrie- und Handelskammer von Berlin und Brandenburg veröffentlicht.

(Hinweis der Redaktion: Die Mitteilung auf eine schnellere Bearbeitung von Anträgen für die Einrichtung von Breitband-Netzen in Brandenburger Kommunen wurde aus fachlichen Gründen zurückgezogen. Wie werden über die Neufassung berichten.)

Die Mark bleibt ostdeutscher Spitzenreiter bei der Internetübertragung via Kabel (Telefon und Fernsehkabel) aber auch bei den so genannten drahtlosen Techniken, im wesentlichen als über Handy und Smartphone. Nach der Zählung verfügen 67,3 Prozent aller Haushalte Anschlüsse mit einer Geschwindigkeit von bis zu 50 MBit/s. Das ist ein Plus von gut drei Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Brandenburg steht im Vergleich zu anderen Bundesländern recht gut da. Es bleibt ostdeutscher Spitzenreiter bei der Internetübertragung via Kabel (Telefon und Fernsehkabel) aber auch bei den so genannten drahtlosen Techniken, im wesentlichen also über Handy und Smartphone.

Nach der Zählung verfügen 67,3 Prozent aller Haushalte Anschlüsse mit einer Geschwindigkeit von bis zu 50 MBit/s. Das ist ein Plus von gut drei Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Vor allem im ländlichen Raum gibt es Verbesserungen für die Internetnutzer. Gemeint sind Gemeinden mit weniger als 100 Einwohner pro Quadratkilometer. Vor allem mit Glasfaser stieg das Angebot von 62,9 Prozent auf 65,4 Prozent bei Raten von bis zu 30 MBit/s. Für Geschwindigkeiten von maximal 50 MBit/s stieg der Grad der Abdeckung von 37,5 auf 42,3 Prozent.

Damit hält Brandenburg gegenüber den anderen ostdeutschen Ländern seine Führungsposition und steht mit Rang vier (bis 30 MBit/s) besser da als andere Flächenländer wie Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Baden Württemberg und Schleswig Holstein.

Beim Breitband für Gewerbe rutschte Brandenburg bundesweit auf Platz sechs, allerdings sind 77 Prozent aller Firmen mit 50 MBit/s recht gut versorgt.

Bei Vergleichen mit den Stadtstaaten wie Berlin (99 Prozent), Hamburg (98 Prozent) oder Bremen (93 Prozent) können die Flächenländer nicht mithalten, werden es auch nie tun. Funk-Lücken auf dem Lande werden allein aus Kostengründen nie geschlossen werden. Beim Grad der Versorgung wird man also immer darauf achten müssen, ob sich die Angabe auf die Zahl der Haushalte oder eine Region bezieht.

Ansichten und Fortschritte

Je nachdem, wie man es betrachtet. Für die einen sind es deutliche Fortschritte im Lande. Für die anderen ein Hinterherhinken im internationalen Wettbewerb. Ein paar Beobachtungen, ein paar Fragen und eine paar Einwürfe.

Das Schlagwort Digitalisierung ist gerade groß in Mode. Nur: Das System Computer ist samt Vernetzung digital. Und das spätestens seit dem Jahre 1983, als IBM den ersten Personal Computer mit dem Betriebssystem DOS vorstellte.

50 MBit/s und 100 MBit/s, Gigabitnetze. Es geht offensichtlich nichts über Geschwindigkeit. Leute, lasst euch doch nicht von den Glasfaser-Verkäufern veralbern. Die tatsächliche Geschwindigkeit, mit der unser Notebook, dass Smartphone oder der Fernseher Daten und Bilder empfängt, hängt von vielen Faktoren ab.

Sehr verkürzt erklärt: Ich werde als Autofahrer nie in der Lage sein, vom Brandenburger Tor in Berlin mit dem höchstmöglichen Tempo (Autobahn ohne Geschwindigkeitsbegrenzung) mit der Maximalgeschwindigkeit des eigenen Fahrzeugs an den Münchner Stachus zu fahren. Es gibt Staus, Tempobeschränkungen und viele ander Engpässe. Wer in Berlin lebt und einen schnellen Internetzugang sein Eigen nennt, kennt die Situation. Das Netz wird langsam, wenn alle Nachbarn am Wochenende ebenfalls rufen. Server sind überlastet und und und.

Internet of Things (IoT) Internet der Dinge. Auch so ein Schlagwort. „Mit Technologien des Internets der Dinge implementierte Funktionen erlauben die Interaktion zwischen Mensch und hierüber vernetzten beliebigen elektronischen Systemen sowie zwischen den Systemen an sich“. Der Satz stimmt, aber er hilft nicht sehr viel weiter. Also ganz langsam: Wenn der Kühlschrank dem Smartphone berichtet, dass zu Hause die Milch alle ist und Du gefragt wirst, ob dein Lebensmittelhändler Milch liefern soll, ist das bereits IoT. Du könntest Dein System so einstellen, dass die Milch im Kühlschrank ungefragt nie ausgeht. So in etwa stellen sich die Ingenieure eine Fabrik der Zukunft vor. Von der Planung bis zur Anlieferung der letzten Schraube und schließlich der Montage funktioniert alles per Computer und Internet. Dann heißt das Industrie 4.0.

Breitband. Beim Ausbau mit den Glasfasernetzen wollen alle dabei sein. Telekom allen voran, die Wettbewerber beschweren sich über fehlenden Wettbewerb. Die Telekom bietet dann teilweise auch Technik mit aufgemotzten Kupferkabeln an. Es geht um die Kunden auf der letzten Meile. Hier prügeln sich alle Anbieter (Provider) um die Endkunden. Jeder will der beste sein. Sind nicht genug Internetnutzer da gibt es auch keinen superschnellen Zugang ins World Wide Web. Unbenutzte Glasfaserkabel bringen keinen Umsatz. Und: Es gibt keine Verpflichtung der Betreiber einem Kunden einen Internetzugang zu verschaffen.

Wir dürfen nicht nur Kabel reden. Wozu gibt es das Smartphone und die vielen Funkmasten. Der Internetzugang ist in manchen Regionen mit dem passenden Handy-Vertrag schneller als über die Telefonleitung. Das wird so auch bleiben. Zur Zeit ist LTE der Standard (G4 bis 300 MBit/s), was die maximale Geschwindigkeit betrifft. Der Nachfolger G5 soll in rund zwei Jahren mit 10.000 MBit kommen.

Wir sollten ihn nicht vergessen, den Internetzugang via Satellit. Für Gamer von Ballerspielen ist er nicht geeignet, die Verzögerungen sind zu groß. Aber für diejenigen, die abseits von Kabel und Funkmast leben, eine geeignete Alternative.

 
 

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